Chronik

Letzte Nostalgie-Gondel der Zwölferhorn-Seilbahn um 14.700 Euro ersteigert.

Eine noch unbekannte Liebhaberin aus Strobl ließ über eine Freundin die rote Gondel mit der Nummer 28 ersteigern. Bis zuletzt hatte ein Paar aus Kiel noch kräftig mitgeboten.

Da ging ein Raunen durch die Leute, als die Angebote in 100er- und 500er-Schritten immer höher gingen. Mit einem Ausrufungspreis von 1500 Euro gelangte am Samstag zu Mittag bei der Talstation der Zwölferhorn-Seilbahn die letzte noch käuflich erwerbbare Gondel zur Versteigerung. Ab einem Gebot von 5000 Euro entwickelte sich ein "Zweikampf" zwischen einem deutschen Urlauberpaar aus Kiel, das sich als wahre Fans des Wolfgangsees deklarierte, und einer älteren Frau in der zweiten Reihe. Sie stamme aus Berlin, sei jedoch Österreicherin und biete für eine Freundin aus Strobl, sagte sie.

Als die Gebote bereits über 10.000 Euro lagen, telefonierte die Bieterin immer wieder, um offensichtlich Rücksprachen zu halten. Letztlich bekam sie bei 14.700 Euro den Zuschlag, und der Applaus der vielen Besucher des Flohmarktes war ihr sicher.

"Es soll auch für meine Freundin in Strobl eine Überraschung werden", sagte Monika Wegenstein, die beim Gruppenfoto ihren Namen preis gab. Später wurde auch der Name der glücklichen Käuferin bekannt: Petra Wrabetz, die derzeit in Wien lebt, hat vor kurzer Zeit eine Immobilie in Strobl erworben und möchte die Gondel nicht behalten, ganz im Gegenteil soll sie als "Geschenk von Herzen" an einen Herren in St. Wolfgang gehen.

Die 14.700 Euro Versteigerungserlös kommen der Rotkreuz-Dienststelle in Strobl zugute. "Wir werden damit Ausrüstungsmaterial, darunter eine Reanimationspuppe anschaffen können", sagte Abteilungskommandant Reinhard Satzinger.

Die neue Seilbahn auf das Zwölferhorn wird am 23. Oktober ihren Betrieb mit 28 Gondeln aufnehmen. Als ganz spezieller Premierengast darf sich Konrad Planberger aus St. Gilgen freuen. Er wird als erster Fahrgast in einer der 28 neuen Gondeln auf das Zwölferhorn fahren dürfen. "Ich war auch einer der ersten nach der Eröffnung 1957", sagte der frühere Maler und Anstreicher, der später als Bergretter 37 Jahre lang bei Unfällen am Zwölferhorn im Einsatz stand. "Für mich eine Ehre, dass ich das noch erleben darf", so Konrad Planberger.

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