Chronik

Massive Poller sollen selbst Amokfahrer stoppen

Sieben Poller schützen bei den diesjährigen Festspielen die Besucher. Die Maßnahme soll vor allem abschrecken.

Bürgmeister Harald Preuner (ÖVP), Stadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste), Pollerbeauftragter Christian Morgner. SN/copyright: mike vogl - vogl-pers
Bürgmeister Harald Preuner (ÖVP), Stadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste), Pollerbeauftragter Christian Morgner.

Seit dem Jahr 2012 habe sich einiges geändert, sagt Stadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste). Damals waren die Poller in der Hofstallgasse vor dem Festspielhaus als eine der letzten in der Stadt installiert worden. "Die Verantwortlichen der Festspiele waren skeptisch. Mittlerweile haben sie Wünsche, was Poller betrifft."

Einen davon konnte die Stadt Salzburg den Festspielen am Montag erfüllen. Mit sieben verstärkten Pollern wird der Festspielbezirk nun geschützt. 60.000 Euro kostete die Maßnahme. Hintergrund sind terroristische Anschläge oder Amokläufe mit Fahrzeugen, die es in den vergangenen Jahren in mehreren Großstädten der Welt gab. Von einer Amokfahrt war auch die steirische Hauptstadt Graz betroffen.

Die neuen Poller seien so gebaut, dass sie schlimmstenfalls einem Auto standhielten, das mit hoher Geschwindigkeit dagegen fahre, sagt Christian Morgner, Pollerbeauftragter der Stadt Salzburg. "Die Poller überstehen den Aufprall eines zwei Tonnen schweren Fahrzeugs mit 57 km/h unbeschadet. Auch ein Lkw wird durch die Poller gestoppt - oder zumindest so weit gebremst, dass sich die Fußgänger in der Hofstallgasse in Sicherheit bringen können."

Die Poller entsprechen einem mittleren Sicherheitsstandard. Eine Hochsicherheitsvariante sei ebenfalls angedacht gewesen, sagt Johann Padutsch. Damit hätte es aber Probleme mit dem Unterbau der Hofstallgasse gegeben: Dort seien ja überall Leitungen verlegt. Die jetzige Anlage sei ein guter Kompromiss. "Wichtig ist, dass die Anlage im Alltag nicht auffällt. Die Hochsicherheitsanlage hätte doppelt so viele Poller benötigt, ein Rollstuhl hätte nicht mehr durchgepasst."

Nun soll geprüft werden, ob die verstärkten Poller auch an anderen Stellen eingesetzt werden - etwa auf dem Platzl am Fuße der Linzer Gasse oder beim Michaelitor. Die Hofstallgasse als Erstes zu schützen sei jedenfalls ein logischer Schritt, sagt Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP): "Die Festspiele sind international bekannt und wären deshalb auch bei terroristischen Attacken möglicherweise das erste Ziel."

Bei der Maßnahme gehe es auch um Abschreckung und eine Signalwirkung, sagt Preuner. "Absolute Sicherheit gibt es nicht. Es könnte ja auch ein Lkw während der Zeit einfahren, in der die Poller für Ladetätigkeiten heruntergefahren sind. Aber nichtsdestotrotz wollten wir uns nach einem Vorfall einer Frage nicht aussetzen müssen: Warum habt ihr nichts unternommen?"

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