Chronik

Millionen-Testament für Gut Aiderbichl: Ermittlungen eingestellt

Nach mehr als drei Jahren sind die Vorwürfe rund um die Gut Aiderbichl Stiftung in Henndorf vom Tisch. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft hat die Ermittlungen kurz vor Jahresende eingestellt.

 SN/Robert Ratzer

Mehr als drei Jahre lang hat die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft nun Ermittlungen gegen die Gut Aiderbichl Privatstiftung Österreich geführt. Wenige Stunden vor Jahresende bestätigte die Korruptionsstaatsanwaltschaft nun, dass nahezu sämtliche Ermittlungen eingestellt sind. "In der Strafsache führte die WKStA gegen vier Personen Ermittlungen wegen des Verdachts des schweren Betruges, der Untreue und des schweren Diebstahls. Als Hauptvorwürfe prüfte die WKStA dabei, ob es durch Täuschung zur Schenkung einer hohen Geldsumme und einer Liegenschaft gekommen ist bzw. betrügerisch eine Erbschaft erlangt worden ist, sowie, ob Spendengelder zweckwidrig verwendet worden sind. Zu diesen Faktenkomplexen wurde das Ermittlungsverfahren nunmehr gegen alle Beschuldigten teils aus rechtlichen, teils aus tatsächlichen Gründen eingestellt", sagte ein Sprecher der WKStA am Silvestertag.
Bei den Vorwürfen gegen die Aiderbichl-Führungsspitze Dieter Ehrengruber und Michael Aufhauser sowie ein Geschwisterpaar ging es im Kern um ein Testament bzw. eine Erbschaft eines damals (2010) 82-jährigen Deutsch-Kanadiers. Der Mann hatte Gut Aiderbichl nicht nur seinen Gutshof in Maria Schmolln sondern auch vier Millionen Euro hinterlassen. Das Geld sei widmungsgemäß verwendet worden, auch das Testament sei damals rechtsgültig zustande gekommen. Auch zum Vorwurf, wonach Tiere auf den Gnadenhöfen von Gut Aiderbichl nicht artgerecht gehalten werden würden, fand die Korruptionsstaatsanwaltschaft keine Anhaltspunkte. Sämtliche Tiere würden tiermedizinisch engmaschig versorgt. Allein im Jahr 2016 hätten in Henndorf 282 Tierarztbesuche stattgefunden.
Offen sind nun noch einzelne Nebenfakten, wie die WKStA am Montag bestätigte. Die Ermittlungen seien hier bereits abgeschlossen und ein Vorhabensbericht erstellt. Die Oberstaatsanwaltschat Wien entscheidet hier noch darüber. Bei den Nebenfakten geht es um Ermittlungen gegen drei Beschuldigte. Ihnen wird "Betrug zum Nachteil einer ausländischen Geldgeberin" sowie "der Vorwurf der Untreue" vorgeworfen.

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