Chronik

Mirabellgarten-Zwergerl waren in Hallein auf "Reha"

Vier Monate lang restaurierte der Halleiner Steinmetzmeister Erich Reichl 15 Zwerge des Salzburger Zwergerlgartens. Demnächst übersiedeln sie wieder in die Mozartstadt.

Steinmetz-Meister Erich Reichl aus Hallein restaurierte die Zwergerl aus dem Mirabellgarten. Reichl: „Sie sind in einem guten Zustand.“ SN/sw/wildbild
Steinmetz-Meister Erich Reichl aus Hallein restaurierte die Zwergerl aus dem Mirabellgarten. Reichl: „Sie sind in einem guten Zustand.“

Wie neu werden die mehr als 300 Jahre alten Marmorzwerge auch nach ihrer Halleiner Auffrischungskur nicht glänzen. "Eine Restpatina bleibt erhalten. Das harmonische Gesamtbild steht im Vordergrund. Ihr Alter darf man ihnen schon ansehen", sagt Erich Reichl. Der Halleiner Steinmetzmeister und Restaurator zeichnet zusammen mit seinem Team für die Frischzellenkur der 15 betagten Gäste aus Salzburg verantwortlich.

Mitte November wurden die Figuren in Reichls Werkstatt im Gewerbegebiet Gamp übersiedelt - kein geringer Aufwand bei einem Gewicht von 300 bis 400 Kilogramm pro Stück. "Die Figuren wurden einzeln per Kranwagen angehoben und dann nach Hallein verfrachtet", sagt Stadtgärten-Chef Christian Stadler.

Mit schonendem Mikrodampfstrahl und Partikelstrahlen wurde dort der oberflächliche Biofilm abgetötet. Aufgrund der schonenden Vorgehensweise sind einzelne dunkle Flecken nach wie vor zu sehen. "Eine mechanische Entfernung hätte einen massiven Substanzverlust zur Folge gehabt", erklärt Reichl. Um die ältesten Zwerge Europas bestmöglich zu erhalten, werden sie im Mirabellgarten in Zukunft im Winter mit einem Holzverschlag geschützt.

Die Stadt Salzburg hat sich die "Kur" für die Zwerge mehrere Zehntausend Euro kosten lassen - eine genaue Summe wollen weder Stadler noch Reichl nennen, nur so viel: "Es war nicht allzu viel Arbeit nötig. Die Zwerge sind in gutem Zustand." Der Untersberger Marmor, aus dem die Zwerge gefertigt wurden, weist nur vereinzelte Gefügeauflockerungen auf. "Wir haben einzelne fehlende Stellen ergänzt, allerdings nur solche, die zur Erhaltung notwendig waren. Fehlende Gliedmaßen fehlen auch weiterhin", sagt Reichl.

Von den ursprünglich 28 Zwergen befinden sich heute nur mehr 17 im Besitz der Stadt Salzburg. Jene zwei, die nicht in Hallein restauriert wurden, sind derzeit im Keller der Stadtgärtnerei gelagert. "Von sechs weiteren wissen wir zumindest, wo sie sich befinden", sagt Christian Stadler.

Am 27. April wird der Zwergerlgarten mit einem "Zwergerlfest" aus dem Winterschlaf geweckt - die Figuren werden dafür neu arrangiert.

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