Chronik

Mitmenschlichkeit wurde ausgezeichnet

Alpine Peace Crossing verlieh erstmals einen Friedenspreis an verdiente Persönlichkeiten.

Es war die 13. Ausgabe von Alpine Peace Crossing (APC), einer Initiative, die an die Flucht von 5000 Juden im Jahr 1947 über den Krimmler Tauern erinnert.

Ins Leben gerufen wurde APC von Ernst Löschner. Der ehemalige Bankdirektor ist in Zell am See aufgewachsen, hatte aber nie von dieser Flucht gehört - bis er 2003 bei einer Bergtour im Krimmler Achental in ein arges Gewitter kam. "Unser Bergführer Paul Rieder aus Maria Alm meinte, wir hätten wenigstens gutes Schuhwerk: die vielen Juden, die 1947 über den Krimmler Tauern mussten, hatten nicht einmal das."

Löschner konnte das anfangs nicht glauben, als es ihm bestätigt wurde, wurde er aktiv. Ein Marsch über die Fluchtroute sollte an die Geschehnisse von 1947 erinnern. 2007 fand die erste Friedenswanderung statt, dazu kam der Friedensdialog. Dieser fand am vergangenen Freitag in der Volksschule statt. Erstmals wurde dabei ein Friedenspreis vergeben. Preisträger sind Erich Czerny, Bürgermeister von Krimml (ÖVP), Hans Nerbl aus Saalfelden und Guy Shachar aus Tel Aviv. Sie erhielten eine Urkunde und eine Medaille, die der aus Krimml stammenden Künstler Helmut Zobl gestaltet hat.

Die Preisträger zeichnet auch Mut und Solidarität aus

"Erich Czerny setzt ein sichtbares und mutiges Zeugnis gelebter Mitmenschlichkeit, der Solidarität, der Erinnerungs- und der Willkommenskultur. Auch aufkommender politischer Gegenwind konnte ihn von seiner Überzeugung nicht abbringen", sagte Laudatorin Judith Forthuber. Über Hans Nerbl sagte Manfred Schwab: "Ich bewundere, wie intensiv er das APC unterstützt. Er ist eine wesentliche Unterstützung bei der Organisation der jährlichen Friedenswanderung und anderer Veranstaltungen."

Dritter Preisträger ist der israelische Publizist Guy Shachar. Er hat die APC-Veranstaltungen dokumentiert und Filme über die Geschichte und Projekte produziert. Ihn würdigte Löschner, der seinerseits von der Gemeinde Krimml geehrt wurde. Bgm. Czerny: "Ein Stück Weltgeschichte hat sich bei uns ereignet. Ohne Ernst Löschner würde das nicht bekannt sein. Ich bewundere seine Energie, Ausdauer, Zielstrebigkeit." Und zu Löschner gewandt sagt er: "Ernst, deine Hände sind nicht leer, sie sind voll Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe, das imponiert mir. Alles was, du getan hast, hast du aus vollster Überzeugung für diese Menschen gemacht." Löschner erhielt von der Gemeinde ein Bild der Krimmler Künstlerin Christine Wörister, das den Krimmler Talschluss mit der Dreiherrenspitze zeigt. An diesem Berg hatte alles begonnen, als Löschner 2003 in ein Gewitter kam.

Im September übergibt Löschner den Vorsitz von APC in jüngere Hände. Es soll aber alles in bewährter Weise fortgesetzt werden - Friedensdialog, Friedenswanderung und -Sozialhilfe - die drei Schwerpunkte von APC.

Bedauert wurde, dass heuer erstmals der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, Marko Feingold, nicht teilnehmen konnte. Der 106-Jährige musste aufgrund der Hitze fernbleiben. Er war 1947 der Organisator der Flucht. Ein Höhepunkt war die Festrede von Cecily Corti. Rund 250 Teilnehmer nahmen am Samstag an der Friedenswanderung teil. Infos unter:
www.alpinepeacecrossing.org

Aufgerufen am 20.08.2019 um 05:10 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/mitmenschlichkeit-wurde-ausgezeichnet-72993634

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