Chronik

Nach 65 Jahren greift man dem Juwel endlich unter die Arme

1748 wurde die Wallfahrtskirche Maria Hollenstein in Kendlbruck erbaut. Jetzt erhielt die Pfarre von der Erzdiözese Salzburg die Freigabe zur Generalsanierung. Eine Million Euro wird dafür benötigt.

Rundherum bröckelt die Fassade ab, die alten Holzschindeln winden sich und auch im Inneren gehört kräftig Hand angelegt. In den Jahren 1952/53 gab es die letzten Umbauten in Maria Hollenstein. Damals wurde die Kirche um ein Joch verlängert. Seither wurde sie maximal gelegentlich ausgemalt. Pfarrer Manfred Thaler: "Eine umfassende Generalsanierung ist jetzt zwingend notwendig." Zweieinhalb Jahre lang dauerten die Verhandlungen. "Sie waren sehr intensiv, vor allem wegen der Finanzierung."

Durch die Vermittlung von LAbg. Manfred Sampl sei ein Lokalaugenschein durch LH Wilfried Haslauer (ÖVP) möglich geworden. "Dabei haben wir erfreulicherweise die noch ausständigen Finanzzusagen erhalten."

Auf rund eine Million Euro belaufen sich die geschätzten Gesamtkosten. Drei Viertel werden durch Subventionen der Erzdiözese Salzburg, des Landes Salzburg und der Gemeinde Ramingstein abgedeckt. "Ein Viertel müssen wir aus Rücklagen, Eigenmitteln und Spenden aufbringen. Obwohl man noch nicht mit den Arbeiten begonnen hat und es dadurch kein sichtbares Zeichen für eine Renovierung gibt, merkt man den hohen Stellenwert der Kirche. Uns haben schon einige Spenden erreicht. Auch von weit außerhalb des Lungaus", sagt der 46-Jährige.

Was verbindet Pfarrer Manfred Thaler mit der Wallfahrtskirche Maria Hollenstein im Kendlbrucker Graben? "Es ist der zentrale Wallfahrtsort im Lungau. Man merkt, dass es ein durchbeteter Ort ist. Das ergibt sich durch die Menschen. In Hollenstein sind sie intensiver dabei. Durch den kleinen, besonderen Rahmen entsteht ein heimeliges Gefühl."

Dass in Maria Hollenstein einiges los ist, belegen die Zahlen: Rund 1000 Fläschchen Weihwasser - die im Eingangsbereich erhältlich sind - werden benötigt. "Es sind im Schnitt drei Fläschchen pro Tag. Die Nachfrage hat nicht nachgelassen. Ich dachte, irgendwann hat jeder eines, aber dem ist nicht so", schmunzelt der Pfarrer. Weiters werden knapp 15.000 Opferlichter angezündet.

Aktuell laufen die Bauvorbereitungen. "Auf einen tatsächlichen Baubeginn hoffen wir im kommenden Jahr. Dann ist auch eine Spendenaktion der Pfarre geplant. Einstweilen ist der ,Betrieb' der Kirche noch uneingeschränkt." Bgm. Günther Pagitsch (SPÖ): "Ganz Ramingstein ist emotional sehr stark mit Maria Hollenstein verbunden. In der Prioritätenliste der Gemeinde steht dieses Projekt weit vorn."

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Schöne Heimat

Eisig

Von Lois Eßl
01. Dezember 2020
Im Dauerschatten

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