Chronik

Nach Kirchenasyl und Schubhaft ist Ali Wajid wieder in Salzburg

Der 23-jährige Pakistani befindet sich nun legal in Österreich. Er hat ein Studentenvisum bekommen.

Ali Wajid mit Unterstützer Bernhard Jenny. SN/privat
Ali Wajid mit Unterstützer Bernhard Jenny.

Es war eine 505 Tage dauernde Zeit das Bangens: Der 23-jährige Pakistani Ali Wajid, der sich monatelang in Kirchenasyl befunden hatte, um nicht abgeschoben zu werden, hat nun ein Sutdentenvisum für Österreich bekommen. Wajid war 2015 als Flüchtling nach Österreich gekommen, ab dem Jahr 2017 absolvierte er eine Kellnerlehre. Während seiner Lehrzeit erhielt er einen negativen Asylbescheid. Für viele seiner Betreuer war dies unverständlich, da er als Vorzeigebeispiel für gelungene Integration gilt. Das Stift St. Peter gewährte ihm Asyl. Trotzdem wurde er nach mehreren Wochen in Kirchenasyl in Schubhaft genommen. Nach einem Tag in Schubhaft reiste Ali Wajid freiwillig nach Kenia aus, da ihm dort legaler Aufenthalt gewährt worden war. Nun haben seine Betreuer Bernhard Jenny und Doraja Eberle erreicht, dass er in Österreich studieren darf. Er beginnt ein Studium von Politik, Philosophie und Ökonomie an der Salzburger Universität.

"Wir haben den Weg der Legalität nie verlassen"

Am Freitag traf Ali Wajid am Flughafen Wien-Schwechat ein. Auf Facebook bedankte er sich bei seinen Unterstützern, die ihn in den vergangenen eineinhalb Jahren auch mit Spenden unterstützten. Ihm sei zugute gekommen, dass er nie den Weg der Legalität verlassen wollte, sagt Bernhard Jenny. "So konnten wir stets einwandfreie Dokumente vorweise. Das hat uns bei den sehr schwierigen Ansuchen, die in den vergangenen Wochen nötig waren, geholfen." Die größte Herausforderung sei es gewesen, nachzuweisen, dass das Studium auch in Pakistan angeboten werde, sagt Jenny. "Das war eine der Voraussetzungen." Dazu musste er seine Matura aus Pakistan nachweisen, Zudem muss er jetzt eine erweiterte Studienberechtigung ablegen. "Er muss binnen drei Semestern Deutsch auf universitärem B2-Niveau nachweisen. Das B1-Niveau hat er in Kenia abgelegt. Und das universitäre Niveau will er jedenfalls schneller als verlangt schaffen."

Quelle: SN

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