Chronik

Neue Frist für Lehrling Ali Wajid in Salzburger "Kirchenasyl"

Der aus Pakistan stammende Flüchtling ist am Freitag vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) einvernommen und mit Auflagen versehen worden.

Die erhoffte Verschnaufpause währte nur kurz: Am Dienstag hatte die Erzdiözese Salzburg einem vor der Abschiebung bedrohten Lehrling aus Pakistan "Kirchenasyl" gewährt. Am Freitag wurde der 23-jährige Ali Wajid dann im Stift St. Peter in der Stadt Salzburg abgeholt und für kurze Zeit in die Salzburg-Zweigstelle des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA) gebracht.

Dort wurde ihm erneut ein Bescheid ausgehändigt. Wajid hat nun ein zweites Mal 72 Stunden Zeit um sich in einem Flüchtlingsquartier in Schwechat einzufinden. "Der Chef des BFA hat uns heute versprochen, dass Ali nach dem Termin als freier Mann wieder ins Kloster zurückkehren kann und er hat sein Wort auch gehalten", sagte der Menschenrechtsaktivist Bernhard Jenny Freitagmittag zur APA.

Im BFA sei allerdings versucht worden, ein Passfoto von Ali Wajid zu machen und seine Fingerabdrücke für die pakistanischen Behörden zu nehmen. "Wir haben uns aber dagegen ausgesprochen. Es ist undenkbar, dass wir daran mitwirken, Ali so schnell wie möglich in einen Staat zu bringen, der ihn wegen der illegalen Ausreise sofort festnehmen und ins Gefängnis bringen würde", erklärte Jenny.

Im BFA war man am Freitag um Beruhigung bemüht. Direktor Wolfgang Taucher betonte zwar im Gespräch mit der APA, offiziell gebe es so etwas wie "Kirchenasyl" nicht - "weder abstrakt, noch in dieser konkreten Form".

Dennoch habe man mit der Kirchenleitung gute Gespräche geführt. "Wir haben klar gemacht, was die Verpflichtungen eines Fremden im Rückkehrprozess sind", so der Chef der Behörde.

Von einer Festnahme sprach Taucher nicht, der Flüchtling sei gebeten worden, mit der Behörde in Kontakt zu treten, um über die Mitwirkungsverpflichtung und mögliche Konsequenzen zu sprechen. Die Auflagen für den Mann bestätigte Taucher. "Ich gehe davon aus, dass wir in den kommenden Tagen klare Signale sehen, was die Mitwirkung betrifft."

Er hoffe, dass sich innerhalb der dreitägigen Frist noch eine Lösung für den Lehrling finde - eventuell ergebe sich eine Möglichkeit, einen Antrag auf die Rot-Weiß-Rot-Karte zu stellen. "Ich weiß, dass vom Bundespräsidenten bis zum Salzburger Landeshauptmann derzeit viele Kräfte intensiv an einer Lösung für Ali Wajid arbeiten", sagte Jenny. "Anderen kann es hingegen nicht schnell genug gehen, dass dieser Präzedenzfall schnell genug endet."

Der Flüchtlingsbeauftragte der Erzdiözese Salzburg, Alois Dürlinger, zeigte sich im APA-Gespräch erstaunt darüber, wie schnell die Behörde in der Causa agierte. "Ich vermisse die Rücksichtnahme, dass man Ali eine Atempause gewährt. Sinn des Kirchenasyls wäre es ja Zeit zu gewinnen und eine Lösung zu suchen." Es sei klar, dass es sich dabei um keine ewige Einrichtung handle. "Aber ein paar Wochen Zeit um auszuloten ob sich ein Weg finden kann wäre wichtig gewesen", sagte Dürlinger.

Quelle: SN

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