Chronik

Neugestaltung des Residenzplatzes ist abgeschlossen

Derzeit werden am Residenzplatz noch die Bauzäune abmontiert: Die Neugestaltung des größten geschotterten Platzes Mitteleuropas wird somit beendet. Vieles hat sich getan, so soll sich in Zukunft etwa auch die Geruchsbelästigung durch Pferde wesentlich verringern.

Bürgermeister Harry Preuner, Bürgermeister-Stellvertreterin Barbara Unterkofler (li.) und Stadträtin Martina Berthold freuen sich über die Neugestaltung des Residenzplatzes.  SN/stadt salzburg/günter freund
Bürgermeister Harry Preuner, Bürgermeister-Stellvertreterin Barbara Unterkofler (li.) und Stadträtin Martina Berthold freuen sich über die Neugestaltung des Residenzplatzes.

Die Firma Porr war im Auftrag der Stadt für die Neugestaltung des denkmalgeschütztes Platzes verantwortlich. Die Gesamtkosten werden voraussichtlich 4,6 Mio. Euro betragen, heißt es in einer Aussendung der Stadt. Am Dienstag, 28. Mai, besichtigten Bürgermeister Dipl.-Ing. Harry Preuner, die ehemalige Baustadträtin und nun für Planung und Verkehr zuständige Bürgermeister-Stellvertreterin Dr. Barbara Unterkofler sowie die neue Umwelt- und Baustadträtin Mag.a Martina Berthold den neu gestalteten Platz.
Nach Vorarbeiten im Untergrund - städtischer Kanalbau sowie Leitungen der Salzburg AG - wurden im Vorjahr 4750 Quadratmeter barrierefrei begeh- und befahrbare Randbereiche aus Herschenberger Granit-Pflaster verlegt. Aus demselben Steinbruch im Böhmerwald stammt auch der Granitsplitt, mit dem in diesem Frühjahr 4800 Quadratmeter der bereits zuvor geschotterten Oberfläche erneuert wurden. Dazu wurden etwa 20 Zentimeter des bestehenden Materials abgetragen und mit einer wasserdurchlässigen Tragschichte sowie einer Abdeckung mit Granitsplitt neu hergestellt.
Verwendet wurde ein pflanzliches Bindemittel, um den Untergrund zu stabilisieren und Staub zu binden. Fündig wurde das Team des Salzburger Straßen- und Brückenamts auf der Suche nach einem umweltverträglichen Bindemittel bei den Kollegen in Linz, die mit einem pflanzlichen Produkt bereits gute Erfahrungen gemacht haben. Ein aus gemahlenen Samenschalen hergestelltes Bindemittel wurde vom Hersteller mit dem gewünschten Granitbruch vermischt und danach zur Baustelle angeliefert. Eine vier Zentimeter starke, gebundene Schicht aus kleinkörnigem Material im Untergrund macht den Platz fest und gut befahrbar, darüber liegen - im Einvernehmen mit dem Denkmalschutz - noch ein bis zwei Zentimeter loser Granitsplitt mit einer Korngröße von maximal 11 Millimetern. "Die dauerhafte Festigkeit einer Asphaltdecke erreichen wir mit einer gebundenen Schotterschicht natürlich nicht, aber wir können die durch Veranstaltungen stark beanspruchte Oberfläche immer wieder rasch ausbessern und herrichten", erklärte Projektleiter Wolfgang Bacher vom Straßen- und Brückenamt. Erneuert wurde auch das taktile Leitsystem im gepflasterten Teil des Residenzplatzes, die Fugenfüllung beim Pflaster wurde nachgearbeitet. Unangetastet blieb der Ring aus Bachsteinen rund um den Residenzbrunnen, der seit 2017 dem Land gehört.

Geruchsbelästigung durch Pferde soll sich verringern

Eingebaut wurden Kanäle für die Oberflächenentwässerung, neun zentrale Elektroversorgungsstationen, Wasserleitungen und -anschlüsse, ein zweieinhalb Meter tiefer (Abwasch)Wasser-Entsorgungsschacht samt Pumpwerken für diverse Veranstaltungen sowie andere wichtige Vorrichtungen. Auch der unter Denkmalschutz stehende Almkanal, der teilweise in nur 30 Zentimetern Tiefe unter dem Platz von der Post/Ecke Heimatwerk bis zum Brunnen und dann weiter Richtung Kirche St. Michael/Waagplatz fließt, musste stellenweise vor zu viel Druck durch Fahrzeuge besser geschützt werden.
Auch an die Fiaker wurde gedacht. "Die Fiaker sind für unsere Gäste immer eine besondere Attraktion, um die Stadt besser kennen zu lernen. Wir schufen mit dem Neubau einen Standort, der Tier und Mensch besser gerecht wird. Auf dem nun fertiggestellten, rund 365 Quadratmeter großen Fiaker-Standplatz entlang der Nordfassade des Doms stehen die maximal 14 Gespanne nun nicht mehr in der prallen Sonne. Der Standplatz erhielt ein speziell konzipiertes Entwässerungssystem mit Kanalanschluss und Frischwasseranschluss. Die Geruchsbelästigung durch Pferde soll sich dadurch wesentlich verringern", erklärte Bürgermeister Harry Preuner.
Dem nach einem baustellenbedingten Vorfall kurzfristig für tot erklärten Baum vor dem Heimatwerk geht es wieder gut: Ein Baumexperte und Mitarbeiter der StadtGärten versorgten ihn fachkundig mit Erde und Dünger.

Archäologen entdeckten historische Fundstücke

Archäologen des Bundesdenkmalamtes und Spezialisten der Firma Ardig legten so manch historisches Fundstück frei. Das Projekt mit einem geplanten Gesamtkostenrahmen von 4,9 Millionen wurde von der Stadtpolitik einstimmig beschlossen und mit dem Bundesdenkmalamt im Detail abgestimmt. 2008, zum vermeintlichen Baustart, hatten sie im Zuge der flächendeckenden Schotterplatz-Befundungen in einem Meter Tiefe schon eine Menge entdeckt und in Pläne eingetragen. Auch etliche Skelette waren darunter: keine wirkliche Überraschung, da hier neben dem Dom der alte Stadtfriedhof lag. Weitaus mehr spannende Fragen gaben die Skelette auf, die außerhalb des einstigen, ummauerten Stadtfriedhofs unter der jetzigen Fahrbahn gefunden wurden. Sie wurden erst genau untersucht und dann im Kommunalfriedhof beigesetzt.
"Sind historische Funde freigelegt, geborgen bzw. exakt vermessen und notiert, wird über die weitere Vorgangsweise entschieden", sagt Landeskonservatorin Eva Hody.

Quelle: SN

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