Chronik

Obus-Probleme in Salzburg: Für SPÖ ist "das Fass übergelaufen"

Seit Museums-Obusse durch Salzburg kurven müssen, weil andere kaputt in der Garage stehen, gehen in der Landeshauptstadt die Wogen hoch.

Die Busse fallen auch immer wieder wegen technischer Gebrechen aus.  SN/fmt
Die Busse fallen auch immer wieder wegen technischer Gebrechen aus.

Für die Salzburger Stadt-SPÖ ist das "Fass endgültig übergelaufen". Bürgermeister-Stellvertreter Bernhard Auinger und Bürgermeister-Stellvertreterin Anja Hagenauer pochen angesichts der drohenden Misere auf einen Sonder-Aufsichtsrat der Salzburg AG. Derzeit sind ihren Angaben nach gleich zehn Busse nicht einsatzbereit. Im Sommer hätten defekte Klimaanlagen zu Problemen geführt, sagte Auinger. "In den Wintermonaten werden wir mit den Fahrzeugen das umgekehrte Problem zur unerträglichen Hitze im Sommer haben. Nämlich, dass Fahrgäste und LenkerInnen aufgrund defekter Heizungen im O-Bus frieren werden." Würden die Probleme nicht sofort angegangen, "werden wir von unserem Recht Gebrauch machen und einen Sonder-Aufsichtsrat einberufen". Die Stadt zahle einen Großteil der Dividende für ein funktionierendes Obussystem.

SPÖ will Tourismusmanagement-Stelle einsparen

Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer zeigt außerdem kein Verständnis dafür, "dass nun Geld, welches an allen Ecken und Enden gebraucht wird, für einen zusätzlichen Tourismusmanager ausgegeben werden soll": "Die Stelle eines Tourismusmanagers zu schaffen und gleichzeitig die Obusflotte finanziell auszuhungern, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein."
Bereits im August forderte die SPÖ eine Zusammenlegung der Tourismus Salzburg GmbH (TSG) und dem Altstadtverband, um eine Bündelung der Kräfte und somit Effizienzsteigerung zu erreichen.


Obus-Check: Kurze Hosen waren ein großer Wunsch

Die SPÖ moniert zudem, dass die beim #obuscheck gesammelten Anregungen und Verbesserungsvorschläge vom Vorstand der Salzburg AG bisher nicht ernst genommen wurden. Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer: "Abgesehen von ein paar kleineren Anregungen wurde leider nichts davon umgesetzt. Nicht einmal der Wunsch von Chauffeuren und Chauffeurinnen, angesichts der immensen Hitze im Sommer in Bussen mit defekten Klimaanlagen kurze Hosen zuzulassen, wurde ernst genommen."

Forum Mobil verteidigt die Salzburg AG

Peter Haibach vom überparteilichen "Forum Mobil" teilt den SN mit: "Die Salzburg AG darf nicht weiter Sündenbock der verfehlten Verkehrspolitik sein." Aus Sicht der Fahrgäste ergebe sich seit Jahrzehnten ein seltsames Schauspiel: "Wenn sich Fahrgäste über den Obus- oder Lokalbahnbetrieb ärgern, sind die Schuldigen jedenfalls die Salzburg AG, seien es die Bediensteten, sei es der Vorstand." Politische Vertreter aus Stadt und Land gefallen sich nach Worten des Verkehrsexperten dann darin, "öffentlich darüber zu protestieren und die vermeintlich Schuldigen anzuprangern". Er fordert von der neu zu errichtenden Planungsgesellschaft von Stadt und Land für die Lokalbahnverlängerung, ein ganzheitliches Verkehrskonzept auf Schiene zu bringen. "Es muss eine Politik geben, die zwischen Nah- und Fernzielen unterscheidet."



Quelle: SN

Aufgerufen am 13.11.2018 um 08:10 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/obus-probleme-in-salzburg-fuer-spoe-ist-das-fass-uebergelaufen-40970812

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