Chronik

Palmsonntag in Puch: Ein hölzerner Esel zieht durch den Ort

Mehr als 400 Jahre alt sind der hölzerne Palmesel und der auf ihm reitende Christus in Puch. Die Prozessionsfigur zog auch diesen Palmsonntag wieder durch den Ort.

Seit dem Mittelalter bis zur Zeit der Reformation war das Mitführen eines geschnitzten Bildnisses Christi auf dem Esel reitend, das auf Rollen oder Rädern gezogen oder mittels einer Bahre getragen wurde, in den katholischen Ländern Europas allerorten üblich. In Salzburg führten die ab 1777 erlassenen Verbote von Erzbischof Hieronymus Colloredo von derartigen theatralischen Darstellungen des liturgischen Geschehens zur rigorosen Abschaffung dieses Brauches und in der Folge zur Zerstörung vieler Palmesel, die in zahlreichen Orten Salzburgs damals bei den Palmeselprozessionen mitgeführt zu werden pflegten.

Einziger Palmesel in Salzburg

Landauf, landab gehört es deshalb zur großen Seltenheit, wenn heute noch, wie es in Puch der Fall ist, ein solcher Palmesel bei der Palmprozession im Gebrauch steht. Dieser Brauch ist einzigartig in ganz Salzburg und verleiht dem Ort einen Bekanntheitsgrad, der weit über die Grenzen des Landes hinausreicht.

Der Pucher Palmesel ist neben einem zweiten Holzesel in Thaur in Tirol mittlerweile der Letzte jener einst im Mittelalter so beliebten österlichen Prozessionsfiguren, mit denen man dem nicht lesenden Volk die Bibelgeschichten näher bringen wollte. In der Aufklärung waren die volkstümlichen Figuren plötzlich verpönt.

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