Chronik

Privatschule in Seekirchen erhitzt die Gemüter

Eine Internatsschule am Zachhiesenhof in Seekirchen polarisiert. Die Gemeinde hat keine Freude mit den Erweiterungsplänen. Astrid Rössler kann sich eine Sonderflächenwidmung vorstellen.

Am Zachhiesenhof in Seekirchen werden ökologische Landwirtschaft und Kindererziehung verschränkt. Nun will die Weinbergschule ihren Schülerstand von 20 auf 100 erhöhen. "Unsere Schule ist österreichweit einzigartig. Wir haben ein Bildungskonzept aufgebaut, das viel Zuspruch im deutschsprachigen Raum hat", begründet Hannes Mair, Obmann des Trägervereins, diesen Schritt. Bereits jetzt besuchen neben Kindern aus Seekirchen auch Schüler aus Deutschland und Wien die von Werktätigen Christen geführte Internatsschule.

Um zusätzlichen Raum für Klassenzimmer und Unterkunftsräume zu erhalten, würde die Privatschule ihre Stallungen auslagern. Dafür ist ein Zubau notwendig. Die Arbeitsgruppe Räumliches Entwicklungskonzept in der Gemeinde hat eine Sonderflächenwidmung von Grünland in Bauland am Donnerstag abgelehnt. "Wir haben viele gute Schulen in Seekirchen. Wir sehen keine Notwendigkeit, dass hier eine zusätzliche Schule entsteht", sagt Bürgermeisterin Monika Schwaiger (ÖVP).

Anders sieht das Vizebürgermeister Walter Gigerl von der grünnahen Liste LeSe: "Ich finde, dass dieses Schulkonzept in unsere bunte Stadt passt und werde im Gemeinderat im Oktober für die Umwidmung stimmen." Auch die zuständige LH-Stv. Astrid Rössler (Grüne) hat sich das Konzept vor Ort angesehen. "Ich hatte einen positiven Eindruck, dass die Schüler im Verbund mit einem landwirtschaftlichen Betrieb eine interessante Ausbildung bekommen", sagt die Raumordnungsreferentin. Sie sehe eine "lösbare Frage. Die Gebäudestruktur würde durch die Umwidmung nicht erheblich vergrößert werden." Die Landespolitikerin weiß jedoch: Die Umwidmung ist Gemeindesache.

Das alternative Schulprojekt polarisiert jedenfalls. Kirchliche Insider klassifizieren die Werktätigen Christen als "eigenständige Gruppe, die auf einigen wenigen Personen aufgebaut ist und sich auf einen eigenen Weg gemacht hat, der mit katholischer Lehre nicht vereinbar ist."

Auch Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt steht der Weinbergschule "sehr kritisch" gegenüber: "Wir gehen in jede Schule, um uns als Vertrauenspersonen vorzustellen. Dort jedoch hat man uns nicht willkommen geheißen."

Die Schulbetreiber wollen weitere Polarisierungen vermeiden. "Wir versuchen, ein gutes Miteinander mit der Gemeinde aufzubauen", sagt Hannes Mair.




Quelle: SN

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