Chronik

Radiosender für alle Pinzgauer

In der neuen Wohnanlage Sonnengarten Limberg entsteht auch ein Radiostudio. Dort kann künftig jeder seine eigene Sendung gestalten und damit "on air" gehen - unter Beachtung einiger Kriterien.

Erster Test (v. l.): Johannes Schindlegger, Eva Schmidhuber, Bgm. Peter Padourek (ÖVP) und Vizebgm. Andreas Wimmreuter (SPÖ). Bild: Erwin Simonitsch SN/sw
Erster Test (v. l.): Johannes Schindlegger, Eva Schmidhuber, Bgm. Peter Padourek (ÖVP) und Vizebgm. Andreas Wimmreuter (SPÖ). Bild: Erwin Simonitsch

Lokalaugenschein vorige Woche: Noch wird am Studio gebaut - aber bald soll von dort live gesendet werden. Die "Macher" wollen das "Freie Radio Pinzgau" jetzt bekannt machen. Denn es braucht noch Moderatorinnen und Moderatoren aller Altersstufen mit unterschiedlichsten Interessen und Anliegen.

"Jeder kann mitmachen", sagt Eva Schmidhuber, Geschäftsführerin der Radiofabrik Salzburg. Sie begleitet das Projekt, für das der Verein "Freies Radio Pinzgau" zuständig ist. Ansprechpartner ist Johannes Schindlegger (Akzente), er erläutert, dass der Pinzgau seit vier Jahren "radio-aktiv" ist: "Seither gibt es die Sendereihe ,Wos sogga', die jeden vierten Samstag im Monat auf der Radiofabrik läuft. Im Pinzgau ist sie im digitalen Netz zu hören." Parallel dazu läuft das Leader-Projekt "Mash - Jugendkunst: sehen, machen, hören". Drei Personen wurden als Radiotrainer ausgebildet, sie haben mit 140 Jugendlichen Radiosendungen produziert.

"Räume schaffen Möglichkeiten", sagt Schindlegger. Beides gibt es bald in Limberg. Jeder, der Mitglied beim Verein "Freies Radio Pinzgau" ist und den Basisworkshop gemacht hat, kann eigenständig Sendungen gestalten. "Sie sollen die Gesellschaft abbilden", sagt Schmidhuber, und Angebote für alle liefern . Schindlegger betont: "Es ist kein Jugendprojekt. Wir wollen eine Vielzahl und Vielfalt von Menschen gewinnen. Die Zivilgesellschaft gestaltet ihr eigenes Sprachrohr."

Werbung gibt es nicht, Quoten sind kein Thema. Die Radiomacher erhalten keine Gage und müssen mindestens eine Sendung pro Monat gestalten. Mit viel Leidenschaft dabei ist der Uttendorfer Rafael Obermaier (16). Er macht bereits seit vier Jahren Web-Radio, er ist jeden Freitag abend live (Buzz-Radio) zu hören. "Ich freue mich wahnsinnig auf das Studio in Zell", sagt Obermaier. Von dort soll ab Sommer wöchentlich eine Stunde live gesendet werden. Gehört werden die Sendungen via Kabel und via Webstream - im Raum Stadt Salzburg auch terrestrisch. "Wir versuchen, dass es künftig im Pinzgau auch terrestrisch funktioniert", sagt Schmidhuber.

Finanziert werden die freien Radios in Österreich mit öffentlichen Geldern: drei Millionen Euro gibt es für 14 Radio- und drei TV-Sender. Länder und Gemeinden zahlen mit. Zell am See berappt 220.000 Euro für den Musikraum. Der Anteil für das Studio beträgt 15.000 Euro.

Der Musikraum steht allen Gemeindebürgern für nicht kommerzielle Nutzungen kostenlos zur Verfügung. Gedacht ist er für Proben kleiner Ensembles, Einzelproben, musikalische Früherziehung, elementare Musikpädagogik und für das "Freie Radio Pinzgau". Eine Person wird die Termine koordinieren. Bürgermeister Peter Padourek (ÖVP): "Wir wollen das Medium Radio Jugendlichen und Interessierten näherbringen. Und der Raum soll ein Treffpunkt werden, wo Musik gemacht, diskutiert und moderiert wird."

Info-Veranstaltungen gibt es am 20. März und 3. April, jeweils um 19 Uhr. Anmeldungen und Infos: pinzgau@akzente.net


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