Chronik

Raubüberfall auf Nadler-Villa in Koppl: Beide Angeklagte sind massiv vorbestraft

Nach dem brutalen Überfall auf die Juwelierfamilie in Koppl im Jahr 2019 wurde nun ein zweiter Tscheche angeklagt. Er und sein schon 2020 angeklagter tatverdächtiger Landsmann saßen in ihrer Heimat bereits jahrelang im Gefängnis.

Drei maskierte Männer überfielen die Juwelierfamilie in deren Villa am Heuberg. Die Täter legten in der Villa auch Feuer.  SN/andreas kolarik
Drei maskierte Männer überfielen die Juwelierfamilie in deren Villa am Heuberg. Die Täter legten in der Villa auch Feuer.

Der brutale Überfall hatte großes Aufsehen erregt: Am 15. August 2019, dem Mariä-Himmelfahrts-Feiertag, waren drei maskierte Männer am Vormittag in die Villa der Salzburger Juwelierfamilie Nadler am Heuberg in Koppl eingedrungen. Sie bedrohten das Ehepaar, deren zwei Kleinkinder und das Kindermädchen mit einer Faustfeuerwaffe. Das Trio fesselte die Erwachsenen, die Juwelierin wurde gezwungen, in das am Feiertag geschlossene Geschäft nach Salzburg zu fahren, um Schmuck zu holen. Die Räuber sackten indes in der Villa Uhren, Schmuck, Edelsteine und Goldmünzen ein.

Während die Frau der Forderung nachkam, legten die Täter in der Villa an mehreren Stellen Feuer, zwangen das Kindermädchen und die Kinder in ein Auto - der Vater wurde gefesselt in den Kofferraum verfrachtet. Bei der Fahrt in einen nahen Wald blieb das Auto stecken. Die Täter sperrten nun auch das Au-pair-Mädchen in den Kofferraum und flohen zu Fuß. Die Kinder ließen sie im Auto zurück. Auf der Flucht nahmen die Täter zwei Spaziergängern, einem pensionierten Paar, das Telefon ab und feuerten vier Schüsse ab. Das Trio entkam trotz Großfahndung.

Täter nahmen Juwelierpaar, Kinder und Au-pair-Mädchen als Geiseln

Auf Basis eines DNA-Spuren-Abgleichs wurde im November 2019 ein Tscheche (43) in Prag als einer der mutmaßlichen Täter verhaftet. Im März 2020 wurde er nach Salzburg ausgeliefert und im Sommer 2020 von der Salzburger Staatsanwaltschaft angeklagt. Die Vorwürfe: erpresserische Entführung, schwerer Raub, Brandstiftung, Nötigung - Strafrahmen: zehn bis zwanzig Jahre Haft.

Ein zweiter dringend Tatverdächtiger, 40 Jahre alt und ebenfalls Tscheche, wurde im Dezember 2020 auch in Prag gefasst und im Jänner 2021 ausgeliefert; auch er soll aufgrund von DNA-Treffern mit hoher Wahrscheinlichkeit bei dem Coup dabei gewesen sein. Kürzlich brachte die Staatsanwaltschaft nun auch eine Anklage gegen den 40-Jährigen beim Landesgericht (LG) ein. Andreas Wiesauer, stv. LG-Sprecher: "Die nunmehrige Anklageschrift wurde dem Verteidiger bereits zugestellt, sie ist noch nicht rechtswirksam. Sie wird dem 40-Jährigen noch in seine Muttersprache übersetzt. Ihm werden dieselben Delikte angelastet wie seinem bereits im Vorjahr angeklagten Landsmann."

Nach 43-jährigem Tschechen wurde nun auch ein 40-jähriger Tscheche angeklagt

Die Rechtskraft auch der zweiten Anklage vorausgesetzt, werden sich die zwei Tschechen wohl bald gemeinsam in einer Hauptverhandlung vor einem Geschworenensenat (Vorsitz: Richterin Ilona Mózes) verantworten müssen.

Die beiden Angeklagten waren im Vorverfahren nicht geständig. Laut Marcus Neher, stv. Sprecher der Staatsanwaltschaft, wird der 43-Jährige durch sechs DNA-Treffer (ihm zugeordnete DNA-Spuren am Tatort, auf der Fluchtroute) belastet, der 40-Jährige durch zwei derartige Treffer. Beide Männer sind im engsten Sinne vorbestraft: "Sie saßen in Tschechien schon jahrelang im Gefängnis", so Neher. SN-Recherchen zufolge wurde der 43-Jährige im Jahr 2005 wegen Diebstahls unter Anwendung von Gewalt und mit Waffen sowie wegen Waffenhandels zu zehn Jahren Haft verurteilt. 2011 bedingt entlassen, wurde er 2012 erneut wegen eines Eigentumsdelikts zu acht Jahren Haft verurteilt. Erst im April 2019 wurde der 43-Jährige entlassen.

Beide Angeklagte saßen in Tschechien bereits jahrelang im Gefängnis

Der 40-Jährige wiederum hatte in Tschechien im Jahr 2008 wegen serienmäßigen Raubes sieben Jahre Haft erhalten. Das Duo saß übrigens 2009 in derselben Abteilung in einem Prager Gefängnis ein und hatte dort laut Staatsanwaltschaft Kontakt miteinander.

Nach einem dritten Täter wird indes weiterhin gefahndet.

Die Opferfamilie, das Kindermädchen und auch das Spaziergänger-Ehepaar werden von Rechtsanwalt Stefan Rieder vertreten.


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