Chronik

Schlepplift statt Sessellift

Die Stunde des Hahnbaumsesselifts scheint endgültig geschlagen zu haben. Kommen soll stattdessen ein neuer und längerer Schlepplift.

Der Doppelsessellift soll abgerissen werden. SN/sw/janska
Der Doppelsessellift soll abgerissen werden.

Die Wintersaison 2018/19 wird wohl die letzte sein, in welcher der Doppelsessellift noch auf den Hahnbaum fährt. Am Montag gab es eine erneute Gesprächsrunde von Bergbahnen, Gemeinde, Tourismusverband (TVB) und Bürgerinitiative Pro Hahnbaum. Dabei gab es aber keine Annäherung der verschiedenen Positionen. Bürgermeister Günther Mitterer stellte in einem Gespräch mit den "PN" einmal mehr klar, das "es nicht Aufgabe der Gemeinde sein kann, einen Skilift zu betreiben". Die von der Bürgerinitiative vorgeschlagenen Varianten, die eine Sanierung oder den Neubau der Bahn vorsehen, seien schlicht nicht finanzierbar, so Mitterer. Die Stadtgemeinde werde dafür kein Geld in die Hand nehmen. Anders sehe es beim Gratis-Tellerlift und dem Winterspielplatz aus, diese seien außer Frage und würden auf jeden Fall erhalten werden.

Die Gemeinde präferiere anstatt des Doppelsessellifts einen neuen, verlängerten Schlepplift, der den bisherigen Großunterbergschlepplift ersetzen soll. Durch ergänzende Maßnahmen wie mögliche geringfügige Geländeanpassungen und eine verbesserte Beschneiung soll er bis knapp über die bisherige Mittelstation des bisherigen Doppelsessellifts geführt werden.

Wenn es die Schneelage erlaubt, soll der alte Sessellift bis Weihnachten in seine wohl letzte Wintersaison gehen. Dass er in der Saison 2019/20 noch fährt, ist nicht sehr wahrscheinlich, aber es werde "nicht nichts geben". Ein neuer Schlepplift sei relativ rasch umsetzbar, so Mitterer.

Bleibt noch die Frage der Rodelbahn. Mitterer erklärte, dass sie nicht als Argument für den Erhalt des Doppelsessellifts gelten könne. Mit der neue Straße auf den Hahnbaum sei ein Shuttledienst möglich, auch ein Winterwanderweg für die Rodler auf den Hahnbaum sei eine Option. Schon jetzt würden viel Fahrten auf der Rodelbahn außerhalb der Betriebszeiten des Doppelsessellifts stattfinden.

Schwer enttäuscht zeigte sich die Bürgerinitiative "Pro Hahnbaum", die fast 4000 Unterschriften gesammelt hatte und von einem namhaften Wirtschaftsberatungsunternehmen vier mögliche Varianten für einen Fortbestand des Doppelsessellifts erstellen ließ: "Das war viel Geld, das wir aus eigener Tasche finanziert haben", betonen Stefan Zerza und Mario Janska, "dazu haben wir viel Zeit und Fantasie in dieses Projekt gesteckt. Der Berg hat so viel Potenzial. Wenn der Sessellift weg ist, dann sterben auch die Rodelbahn und der Berg." Unzufrieden zeigt sich Stefan Zerza über die Gesprächsbereitschaft: "Der Bürgermeister hat sich keinen Millimeter vom Ausgangspunkt bewegt. Wir haben viele Vorschläge gemacht, wie man wieder mehr Gäste zum Hausberg bekommt. Doch offensichtlich will die Gemeinde kein Geld dafür verwenden." Die Bürgerinitiative plant für den 14. Jänner um 19.30 Uhr eine Informationsveranstaltung beim Brückenwirt.

Bergbahnen-Vorstand Wolfgang Hettegger betont: "Wir möchten, dass der Hahnbaum weiterhin ein Familiennaherholungsgebiet bleibt. Nur für die Bergbahnen ist das wirtschaftlich so aber nicht stemmbar, da müssen alle Partner, auch Gemeinde und TVB, mitfinanzieren. Es wäre eine gute Chance, es ist topografisch eine optimale Familiendestination für Anfängerskilauf."

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