Chronik

Stadt Salzburg will Lehrern, Pädagogen und Trainern helfen, Anzeichen von Missbrauch besser zu erkennen

In der Vortragsreihe "After Work Basics" werden neben Basisinformationen auch das Tabuthema Frauen als Täterinnen oder Sexualpädagogik im Kindergarten aufgegriffen. Start ist am Dienstag, den 24. September. Bis 25. Juni folgen 17 weitere Termine mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten.

„Wenn wir mit der Vortragsreihe auch nur ein Kind vor sexuellen Übergriffen oder Missbrauch schützen können, dann ist das schon ein Erfolg“, sagt Stadträtin Anja Hagenauer – im Bild mit Initiatorin Gabriele Rothuber vom Verein Selbstbewusst und Alexandra Schmidt, der Frauenbeauftragten der Stadt Salzburg. SN/Stefanie Schenker
„Wenn wir mit der Vortragsreihe auch nur ein Kind vor sexuellen Übergriffen oder Missbrauch schützen können, dann ist das schon ein Erfolg“, sagt Stadträtin Anja Hagenauer – im Bild mit Initiatorin Gabriele Rothuber vom Verein Selbstbewusst und Alexandra Schmidt, der Frauenbeauftragten der Stadt Salzburg.

Sieben bis acht Mal nehmen von sexuellen Übergriffen und Missbrauch betroffene Kinder und Jugendliche Anlauf, um jemandem davon zu erzählen. Wenn ihnen dann immer noch niemand glaubt, geben viele auf. Wie Erwachsene - Eltern genauso wie Lehrer, Sozialpädagogen oder andere Bezugspersonen - mit einem vagen Verdacht umgehen, was es mit der Gefährdungsmeldung auf sich hat und wie man Anzeichen von Missbrauch besser erkennt, das kann man in einer neuen Vortragsreihe der Stadt Salzburg lernen.

"Wir wollen Erwachsenen ein Werkzeug für den Umgang mit diesem immer noch mit Tabus behafteten Thema umzugehen", sagt SPÖ-Stadträtin Anja Hagenauer. Kinder, die sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind, würden - aus Scham und aus Angst - lange Zeit schweigen, ergänzt die Initiatorin der Vortragsreihe, Gabriele Rothuber vom Verein Selbstbewusst. Aber sie senden "stille Schreie" aus. Und diese stillen Schreie sollen die Teilnehmer der Vortragsreihe besser erkennen lernen. "Das kann ein Leistungsabfall in der Schule genauso sein wie Selbst- oder Fremdverletzungen, ein Waschzwang oder auch das Gegenteil davon. "Manche Kinder hoffen, wenn sie nur genug stinken, lässt er, der Täter, sie vielleicht in Ruhe", beschreibt Rothuber.

Auch dass die Täter nicht immer Männer seien, sondern dass es auch Täterinnen gibt, wird in der gemeinsamen Reihe von Stadt, Frauenbüro und dem Verein Selbstbewusst, der seit 15 Jahren Workshops an Schulen zum Thema Prävention von sexueller Gewalt hält, thematisiert. Darüber hinaus wird etwa auch über interkulturelle Sexualpädagogik und Übergriffe im Internet gesprochen.

Die 18 Veranstaltungen mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten finden abends und an verschiedenen Wochentagen statt und richten sich an Menschen, die beruflich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. "Es geht uns auch um die Vernetzung von Berufsgruppen, die sich im Alltag sonst nicht sehen", ergänzt die Frauenbeauftragte der Stadt Salzburg, Alexandra Schmidt.

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Quelle: SN

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