Chronik

Tödliches Unfalldrama im Lungau: Moped des Burschen erreichte auf Prüfstand 106 km/h

Nach der tödlichen Unfalltragödie in Göriach im Lungau - ein 15-jähriger Bursch war Donnerstagabend auf der Flucht vor der Polizei mit seinem Moped gestürzt und von einem ihn verfolgenden Polizei-VW-Bus überfahren worden - ist die Erschütterung nach wie vor groß. Laut Polizeipressestelle hat der Kfz-technische Sachverständige Gerhard Kronreif nun mehrere Vorab-Erkenntnisse aus seinen bisherigen Unfalluntersuchungen übermittelt.

Symbolbild.  SN/APA (Archiv/Gindl)/BARBARA GINDL
Symbolbild.

Der Salzburger Polizeisprecher Hans Wolfgruber zu den neuen Erkenntnissen: "Zum ersten steht fest, dass es vor dem Sturz des Jugendlichen mit seinem Moped definitiv keine Berührung zwischen den beiden unfallbeteiligten Fahrzeugen gab." Demnach, so Wolfgruber, habe der Beamte des VW-Busses "trotz Vollbremsung und Ausweichmanövers nicht mehr anhalten können - der auf dem Boden liegende Jugendliche wurde vom VW-Bus überfahren".

Zum zweiten, betont der Polizeisprecher auf SN-Anfrage, war laut Erkenntnissen des Sachverständigen "die Beleuchtung des Mopeds zum Unfallzeitpunkt defekt" - der Lenker war demnach "vorn ohne Licht" unterwegs. Und zum dritten, so Wolfgruber, habe die technische Überprüfung des Mopeds des 15-Jährigen "am geeichten Prüfstand statt der maximal erlaubten 45 km/h eine Höchstgeschwindigkeit von 106 km/h ergeben".

Wie berichtet kam es am Donnerstag gegen 18.30 Uhr zu dem tödlichen Drama. Laut Polizeipressestelle war Polizisten zuvor im Gemeindegebiet von Tamsweg ein unbeleuchtetes Moped mit stark überhöhter Geschwindigkeit und nicht lesbarem Kennzeichen aufgefallen. Eine nachfahrende Streife in einem Skoda versuchte den Zweiradlenker durch Einsatz von Blaulicht und Folgetonhorn anzuhalten. Was nicht gelang. Der - wie sich später herausstellte - 15-jährige Lenker flüchtete erst in Richtung Lessach, ehe er im Gemeindegebiet von Göriach auf einem Feldweg weiterfuhr. Auf dem steinig-erdigen Weg kam er dann bei Dunkelheit mit dem Moped zu Sturz. Eine weitere zur Verfolgung angeforderte Polizeistreife im besagten VW-Bus überfuhr den wegmittig liegenden Burschen im Oberkörperbereich.

Gegen den VW-Bus-Lenker wird wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Die Ermittlungen gegen den Beamten (Verteidiger: RA Kurt Jelinek) zu einem möglichen strafrechtlichen Verschulden werden nicht von der tatortzuständigen Dienststelle oder dem Bezirkspolizeikommando Lungau, sondern vom Landeskriminalamt Salzburg geführt.

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