Chronik

Umfahrung von Schüttdorf eröffnet

Nach zwei Jahren Bauzeit ist die offiziell "Entlastungsstraße" genannte Verbindung seit Montag, den 4. Juli offen. Sie soll die Staus in der Region verringern. Die Grünen sind nicht erfreut.

Eröffnung der Entlastungsstraße B168a in Schüttdorf: Landesbaudirektor Daniel Burtscher, der Piesendorfer Bürermeister Hans Warter, Zells Vizebürgermeisterin Salome Rattensberger, Landesrat Stefan Schnöll, Landesrat Josef Schwaiger und Bürgermeister Andreas Wimmreuter (von links). SN/sn: land salzburg / neumayr – leop
Eröffnung der Entlastungsstraße B168a in Schüttdorf: Landesbaudirektor Daniel Burtscher, der Piesendorfer Bürermeister Hans Warter, Zells Vizebürgermeisterin Salome Rattensberger, Landesrat Stefan Schnöll, Landesrat Josef Schwaiger und Bürgermeister Andreas Wimmreuter (von links).

Nach zwei Jahren Bauzeit, einer Investition von 18,4 Millionen Euro und großen technischen Herausforderungen wurde am Montag die neue Entlastungsstraße B168a im Zeller Ortsteil Schüttdorf feierlich eröffnet. Sie verbindet die Pinzgauer Straße B311 südlich von Schüttdorf mit der B168, der Hauptverkehrsader im Oberpinzgau. Der Verkehr auf der B311 soll sich damit um mehr als ein Viertel verringern, für die B168 wurde eine Verbesserung um 45 Prozent errechnet.

Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) sagte: "Die Voraussetzungen für die lang ersehnte Entlastungsstraße waren technisch sehr herausfordernd. Der Untergrund machte es notwendig, alternative Baumethoden anzuwenden. Doch auf unsere Experten im Land war auch hier Verlass. Sie haben unter anderem in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Wien innovative Lösungen gefunden. Gleichzeitig konnten wir sowohl den Zeitplan als auch den Kostenrahmen einhalten. Autofahrer sparen sich ab sofort den Umweg durch das dicht bebaute Gewerbegebiet am Stadtrand von Zell am See und die Entlastung im Bereich Bruckberg bringt für alle Pendler eine wesentliche Erleichterung und Zeitersparnis. In Summe bringt das mehr Lebensqualität für die Menschen in der Region."

Kombination mit dem Hochwasserschutz

Rund 600 Meter der Umfahrungsstraße wurden auf dem Damm des Hochwasserschutzes Zeller Becken errichtet, der mehr als 700 Objekte und rund 4700 Menschen schützt. Dafür wurde er verbreitert und noch zusätzlich abgedichtet. "Der Schutzdamm ist auf einer maßgeblichen Strecke das Fundament für die Straße und somit konnte Vorhandenes effizient genutzt werden, "sagte Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP). "Mit dem gemeinsamen Projekt konnten wir im Vorjahr bereits einen Schaden von rund 50 Millionen Euro verhindern."

Bürgermeister Andreas Wimmreuter (SPÖ): "Ich freue mich, dass jetzt die Einheimischen ihre Wege viel entspannter als früher zurücklegen können und die Region auch für unsere Gäste noch attraktiver wird. Wir haben die Bauarbeiten auch dafür genutzt, die Ortsteile Zellermoos und Schüttdorf vor Hochwasser zu schützen und die Wasserversorgung und das Kanalnetz auf einen modernen Stand zu bringen."

Innovative Lösungen beim Straßenbau

Der Untergrund auf dem die Entlastungsstraße errichtet wurde, war eine Herausforderung für Planung und Bau. Torf, Schluff, Schlamm und eine stabile Felsbasis weit im Untergrund waren zu bewältigen, beinahe Verhältnisse wie in Venedig. "Deshalb wurden auch rund 900 Holzpfähle als ,Setzungsbremse' in den Boden gerammt und 100 Meter der Trasse in Hightech-Leichtbauweise auf Glasschaumgranulat gebaut", erklärt Projektleiter Christian Cecon von der Landesbaudirektion. Auch die Brücke über die Pinzgauer Lokalbahn steht mit Hilfe von 47 bis zu 27 Meter langen Großbohrpfählen auf festem Untergrund.

Grüne kritisieren Straßenprojekt

Ferdinand Salzmann, Bezirkssprecher der Grünen, sagte am Montag: "Die Eröffnung ist kein Ruhmesblatt für die Salzburger Verkehrspolitik. 20 Millionen Euro wurden wiederum in die Infrastruktur zur Förderung des umwelt- und klimaschädlichen motorisierten Individualverkehrs gesteckt. Anderseits fehlen diese 20 Millionen für den unbedingt notwendigen Ausbau des Öffentlichen Verkehrs im Pinzgau. Was hilft das günstige Ticket, wenn kein Bus fährt, wenn der Bus erst in zwei Stunden ins Raurisertal fährt oder am Sonntag nur dreimal am Tag. Mit solch lückenhaften Takten bringen wir keinen Menschen zum Umstieg auf den Öffentlichen Verkehr." Bei Schüttdorf komme auch noch die Mehrbelastung der Anrainer hinzu. Der ganze Ortsteil Zellermoos werde mit dieser Verkehrsspange abgeschnitten.


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