Chronik

Universitätsbibliothek Salzburg restituiert drei Bücher an die Israelitische Kultusgemeinde Wien

Die Werke stammen aus dem Besitz eines Oberrabbiners und sind nach dem Krieg unrechtmäßig in die damalige Studienbibliothek gelangt.

Irmgard Lahner, Provenienzforschung Universitätsbibliothek Salzburg, Hanna Feingold, Israelitische Kultusgemeinde Salzburg, Rektor Heinrich Schmidinger und Ursula Schachl-Raber (Leiterin der Universitätsbibliothek Salzburg). SN/universität salzburg
Irmgard Lahner, Provenienzforschung Universitätsbibliothek Salzburg, Hanna Feingold, Israelitische Kultusgemeinde Salzburg, Rektor Heinrich Schmidinger und Ursula Schachl-Raber (Leiterin der Universitätsbibliothek Salzburg).

Unter den am Dienstag restituierten Büchern befindet sich auch ein seltener hebräischer Frühdruck des 16. Jahrhunderts aus Venedig. Dieses und auch die anderen zwei Werke gehörten Moritz Güdemann (1835-1918), dem Oberrabbiner in Wien. Die Bücher wurden im Rahmen der NS-Provenienzforschung, die seit 2009 an der Universitätsbibliothek Salzburg betrieben wird, als NS-Raubgut identifiziert.

Er war ein bedeutender jüdischer Gelehrter und Autor zahlreicher wissenschaftlicher Werke v.a. zur jüdischen Geschichte. Zeitlebens war er Vertreter einer traditionellen Auslegung des Judentums verbunden mit der unverbrüchlichen Treue zum österreichischen Kaiserhaus.

Güdemann vererbte seine Bibliothek einer jüdischen Einrichtung in Wien. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1938 wurde diese beschlagnahmt. Einen Teil der Werke Güdemanns bekam das "Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands", dessen Forschungsschwerpunkt die sogenannte Judenfrage war.

Quelle: SN

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