Chronik

Was bremst einen Ausbau am Pass Lueg?

Seit vielen Jahren gibt es von allen politischen Seiten ein klares Bekenntnis zum krisensicheren Ausbau der Bahnstrecke über den Pass Lueg. Eine Finanzierungszusage des Bundes lässt noch auf sich warten.

 SN/sw/öbb

Im Landesmobilitätskonzept 2005 des Landes Salzburg war bereits ein Ausbau der Bahnstrecke über den Pass Lueg enthalten. Eine Umsetzung des Ausbaus hätte bis 2015 realisiert werden sollen.

Der Pass Lueg ist ein Nadelöhr bei der Verbindung in die südlichen Landesteile. Durch die Lawinengefahr waren im vergangenen Winter sowohl Bahnlinie als auch die Bundesstraße längere Zeit gesperrt.

Dazu pendeln täglich rund 4000 Pongauerinnen und Pongauer mit den Öffis in den Zentralraum - ohne dabei die Pendler mit Pkws hinzuzurechnen.

Alle politischen Fraktionen beteuern immer wieder die Notwendigkeit eines katastrophensicheren Ausbaus. Denn es geht hier um Lawinen- und Hochwassersicherheit und um eine Fahrzeitverkürzung zwischen Salzburg und den angrenzenden Ländern und Bezirken. Auf der Strecke kommt es sehr häufig zu Schienenersatzverkehr.

Vergangene Woche stellte die Bischofshofener LAbg. Sabine Klausner (SPÖ) einen dringlichen Antrag im Landtag: "Bereits vor einem Jahr wurde Landesrat Schnöll beauftragt, an die Bundesregierung heranzutreten, die bereits vorliegenden Pläne für eine Schienenanbindung des Innergebirgs an den Zentralraum im Bereich des Pass Lueg rasch umzusetzen und dem Landtag über Ergebnisse oder Zwischenergebnisse zu berichten. Da wir im Landtag dazu nie einen Bericht bekommen haben, gehe ich davon aus, dass nichts geschehen ist", so die SPÖ-Verkehrssprecherin: "Wir verlieren die Glaubwürdigkeit, wenn hier nicht bald etwas passiert. Wir müssen gegenüber dem Bund mehr Druck aufbauen und möchten darüber regelmäßig Informationen."

Das Land Salzburg und der Salzburger Verkehrsverbund haben erst kürzlich mit dem Bund, den ÖBB und der Schieneninfrastrukturgesellschaft einen neuen Zehn-Jahres-Vertrag unterzeichnet und präsentiert, mit dem sie attraktivere Verbindungen auf der Schiene und mehr Öffi-Qualität in Salzburg versprechen. ÖBB-Chef Andreas Matthä gab bei dieser Pressekonferenz in Salzburg zu bedenken, dass es sich beim Pass Lueg um ein dreiteiliges Projekt handle und noch Genehmigungen fehlten. Der dritte Teil, der Bau von zwei Tunneln mit einer Gesamtlänge von drei Kilometern, sei noch nicht im Rahmenplan enthalten. Vor dem Jahr 2030 - hieß es - könne das Projekt nicht realisiert sein.

Bei dem geplanten Ausbau geht es immerhin um geschätzte Kosten von 450 Millionen Euro. Und ein Startschuss dazu falle mit der - noch ausständigen - Finanzierungszusage des Bundes.

"Es wird Zeit, die guten Verbindungen der ÖVP zur Bundesregierung auch für den Ausbau der Tunnelkette zu nutzen. Salzburg muss sich hier stärker einbringen", fordert Klausner.

"Wir freuen uns, wenn wir zu diesem Projekt die Unterstützung aller Parteien haben", sagt Landesrat Stefan Schnöll: "Es gibt aber noch keine Finanzierungszusage des Bundes für dieses Megaprojekt."

Er selbst hat diesen Punkt bereits bei den Regierungsverhandlungen zum Thema gemacht: "Es ist klar, dass wir diesen Ausbau der Schiene am Pass Lueg brauchen. Doch es ist noch viel Überzeugungsarbeit notwendig."

Dazu gab es sogar Gespräche mit der zuständigen Ministerin und es soll in Kürze einen Infrastrukturplan geben: "Wir stehen mit aller Kraft dahinter und treiben das voran."

Einstimmig beschlossen alle Parteien des Landtags vergangenen Mittwoch eine Unterstützung dieses SPÖ-Antrags.

Auch die neue Nationalratsabgeordnete aus dem Pongau, die Pfarrwerfenerin Carina Reiter (ÖVP), sichert ihre Unterstützung zu: "Ich werde mich mit allen Möglichkeiten, die mir zur Verfügung stehen, darum bemühen. Ein sicherer Trassenverlauf ist für unsere Region sehr wichtig!"

Aufgerufen am 22.09.2020 um 04:02 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/was-bremst-einen-ausbau-am-pass-lueg-82763266

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