Chronik

Weite Wege, mangelnde Öffi-Verbindungen: Auf dem Land geht es ohne Auto (fast) nicht

ÖAMTC-Umfrage im Pinzgau, Lungau und Flachgau: 84 Prozent sind auf das Auto angewiesen.

Öffentliche Verkehrsmittel sind in vielen ländlichen Orten keine echte Alternative zum Pkw.  SN/öamtc
Öffentliche Verkehrsmittel sind in vielen ländlichen Orten keine echte Alternative zum Pkw.

"Wir haben 300 Bewohner ländlicher Regionen im Lungau, im Pinzgau und im Flachgau befragt, wie weit der Arbeitsplatz und andere wichtige Einrichtungen entfernt sind, welche Verkehrsmittel die Menschen nutzen und wie zufrieden sie damit sind", erklärt der Direktor des ÖAMTC Salzburg, Erich Lobensommer.
Rund 552.000 Menschen leben und wohnen in Salzburg - 237.000 von ihnen in ländlichen Gegenden. Am weitesten vom Wohnort entfernt ist mit durchschnittlich 19,5 Kilometern der Arbeitsplatz bzw. die Ausbildungsstätte. Zum Hausarzt beträgt die Distanz im Schnitt 6,1 Kilometer, zur nächsten Einkaufsmöglichkeit 4,6 Kilometer.
"In allen drei Salzburger Regionen geht klar hervor, dass das Auto in puncto Verkehrsmittel die klare Nummer eins ist", erläutert Lobensommer.

Hälfte der Befragten nutzt Pkw täglich

Mit 48 Prozent der am Land lebenden Salzburger nutzt fast die Hälfte der Befragten täglich das Auto. Zu Fuß bewältigen immerhin 30 Prozent ihre täglichen Wege, mit dem Rad (inkl. E-Bike) sind sieben Prozent unterwegs. "Der öffentliche Verkehr spielt mit zwei Prozent bei Bahn und mit drei Prozent bei Bus in der täglichen Mobilität am Land nur eine untergeordnete Rolle", hält Lobensommer fest. Insgesamt schlossen sich 84 Prozent entweder voll und ganz oder zumindest weitgehend der Ansicht "Am Land ist man auf das Auto angewiesen, um mobil zu sein" an.
Angesichts der Befragungsergebnisse und vor dem Hintergrund der aktuellen Regierungspläne fordert der ÖAMTC Salzburg eine Mobilitätspolitik mit Hausverstand.

ÖAMTC: "Keine reinen Kostenerhöhungen fürs Autofahren"

Reine Kostenerhöhungen fürs Autofahren würden vor allem jene treffen, die keine Ausweichmöglichkeit haben. "Zuerst müssen auch am Land Alternativen und Angebote zum Umsteigen geschaffen werden", fordert Lobensommer. "Zusätzliche Belastungen, etwa durch höhere Spritpreise, Steuern oder das Verbot bestimmter Antriebsarten, sind der falsche Weg. Dies würde das Leben überproportional verteuern und die Landflucht beschleunigen", so der ÖAMTC-Chef.


Umfassende Befragung zum Mobilitätsverhalten

"Mobil am Land" präsentiert zur Mobilität der ländlichen Bevölkerung - insgesamt rund 3,7 Millionen Menschen - erstmals umfassende Fakten. Befragt wurden insgesamt 3400 Einwohner über 15 Jahre in ländlichen Gemeinden. In 34 österreichischen Regionen (Einteilung gemäß Eurostat) wurden repräsentativ pro Region 100 Personen befragt, womit auch Aussagen auf regionaler Ebene möglich sind.

Aufgerufen am 24.10.2021 um 07:03 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/weite-wege-mangelnde-oeffi-verbindungen-auf-dem-land-geht-es-ohne-auto-fast-nicht-83627269

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