Chronik

Wissenschaft mit Nähe zu den Menschen

Das IFZ Salzburg ist in die rechte Altstadt gezogen. Damit wird es sichtbarer und kann sich mehr als "offener Raum" für Begegnungen positionieren.

Über einen geglückten Neustart freut sich das Team des IFZ, Internationales Forschungszentrum für soziale und ethische Fragen. Im Jänner haben sie neue Räumlichkeiten in der Dreifaltigkeitsgasse 12 bezogen, direkt neben der Rupertusbuchhandlung. "Wir waren zuvor im Edith-Stein-Haus, neben der Edmundsburg am Mönchsberg. Wunderschön oberhalb der Altstadt gelegen, aber jetzt sind wir in der rechten Altstadt gut angekommen und überdies näher bei den Menschen", ist sich IFZ-Geschäftsführerin Michaela Rohrauer sicher. "Der Umzug hatte interne Gründe der Erzdiözese, die räumlich umorganisiert hat. Jetzt sind wir beim Priesterhaus, wo zuvor die Familienberatung der Erzdiözese angesiedelt war und fühlen uns sehr wohl", betont sie.

Ein offener Ort für Dialoge

Rohrauer sieht gute Chancen, jetzt mit der Nachbarschaft näher in Kontakt zu kommen. Es könnten sich neue Möglichkeiten ergeben, neue Kooperationen, wie beispielsweise mit der Rupertusbuchhandlung, wo vielleicht einmal zu einer Buchpräsentation geladen werden könnte. Generell ist das IFZ offen für gemeinsame Veranstaltungen, sie wollen ein offener Ort sein für Dialoge, Kaffee-Plaudereien oder Ähnliches.

"Wissenschaft für Menschen" lautet das Motto des IFZ, demgemäß will die Wissenschafts- und Forschungseinrichtung handeln. "Wir betreiben empirische Sozialforschung, die sehr nahe an den Menschen agiert", erläutert Rohrauer. So haben die wissenschaftlichen Mitarbeiter/-innen zuletzt ein besonders aktuelles Thema untersucht: "Resiliente Gemeinschaften". Sie haben untersucht, welche Faktoren Gemeinschaften unterstützen, damit sie in Krisenzeiten nicht auseinanderbrechen. Ein EU-gefördertes Forschungsprojekte zu Migration bearbeiten sie ebenfalls.

Studierende lernen mit sozial benachteiligten Kindern

Im Mentoringprojekt "Lernen macht Schule" bringen sie Studierende aus verschiedensten Bereichen mit Kindern aus sozial benachteiligten Familien zusammen. Ein Mal wöchentlich wird gemeinsam gelernt, sie verbringen aber auch Freizeit miteinander. "Kinder von 8 - 14 Jahren aus Volks- und Mittelschule, die Hilfe brauchen, werden von einzelnen Schulen benannt und wir treten in Kontakt", erklärt die Geschäftsführerin. "Die Studierenden machen das ehrenamtlich, profitieren aber auch davon, weil sie viele Erfahrungen sammeln können."

Das Projekt wird überdies wissenschaftlich begleitet. "Das nennt sich partizipative Wissenschaft. Wir arbeiten ja mit den Menschen, nicht über sie", stellt sie klar. Wissenschaftlich begleitet hat hat das Team ein Projekt im Auftrag des Landes für Menschen, die weit weg vom Arbeitsmarkt sind. "Wir wollten herausfinden, wie sie dem Arbeitsmarkt wieder näher kommen können und betreiben Evaluationsforschung, wie etwa: sind die Ziele erreicht, sind sie gut, was kann man verbessern."

Die Einrichtung der Erzdiözese erhält von ihr eine Grundfinanzierung, und es gibt kleinere Förderungen von Stadt und Land. Überdies fließt Drittmittelfinanzierung hinein, von Auftraggebern, wie z.B. dem Land oder von Stiftungen. Aktuell arbeiten neben Rohrauer noch sieben wissenschaftliche Mitarbeit/-innen in Teilzeit mit. Das Präsidium arbeitet ehrenamtlich und besteht aus Präsident Christian Lagger, Direktor der Elisabethinen in Graz, Clemens Sedmak, Professor für Sozialethik an der University of Notre Dame (USA), Andreas Koch, Professor für Sozial-Geografie der Universität Salzburg sowie Silvia Traunwieser von der Juridischen Fakultät in Salzburg. Dieses Präsidium hat die wissenschaftliche Leitung des IFZ über.

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