Chronik

Wohnung aus 1950er-Jahren wird Museum

Der Charme der Nachkriegszeit wird in einer Wohnung in der General-Keyes-Straße konserviert. Auch ein bekannter Film wurde hier gedreht.

Derzeit ist die denkmalgeschützte Siedlung in der General-Keyes-Straße in Liefering eine Großbaustelle: Bis 2020 werden in Etappen rund 350 Wohnungen generalsaniert sowie 105 Wohnungen, verteilt auf sieben Neubauten, dazugebaut. Die SN berichteten.

Mitten im Baustellen-Chaos gibt es aber eine Wohnung, die von all dem unberührt bleibt: Im Haus Nummer 18 im zweiten Stock befindet sich ein Domizil, das im Originalzustand erhalten wird und zum Museum werden soll. Landeskonservatorin Eva Hody betont, dass die von den US-Truppen 1950/51 errichtete Siedlung nicht nur wegen ihrer Lage inmitten eines Parks einzigartig sei - sondern auch im Inneren: "Die Amerikaner haben auch praktische Einrichtungsgegenstände hinterlassen wie die Pendeltüren zur Küche, die die Hausfrau mit dem Fuß auftreten kann, wenn sie etwas in Händen hält. Im Bad finden wir zum Teil noch die originalen Spiegelschränkchen, die es zuvor in Österreich noch nicht gab." Hier habe ein Transfer an Wohnkultur stattgefunden, was mit ein Grund gewesen sei, warum die Anlage seit 2017 unter Denkmalschutz stehe.

Dass es so weit kam, geht zunächst auf Wünsche der Mieter zurück. Aber auch die beiden Hälfte-Eigentümer der General-Keyes-Straße Liegenschafts GmbH, Gerold Breinbauer und Karl Weilhartner, die in Sanierung und Neubauten 80 Mill. Euro investieren, ließen sich von der Idee begeistern. Weilhartner betont, dass für die Museumswohnung auch mit dem Salzburg Museum kooperiert werde: "Mir schwebt vor, dass wir Leute in der Siedlung finden, die die Wohnung mitkuratieren und hier Führungen machen."

Für die Kritik einiger Mieter, die baustellenbedingt unter einer hohen Lärm- und Staubbelastung leiden, hat Weilhartner Verständnis. Er betont aber auch, dass man bereits von 100 Parteien das Einverständnis für die Umbaumaßnahmen, die auch Innenlifte umfassen, hat. Auch mit den 20 restlichen Mietern Parteien wolle man sich einigen.

Verewigt wurde die Siedlung im Vorjahr auch auf Zelluloid: Denn der Salzburger Regisseur Adrian Goiginger hat für seinen preisgekrönten Film "Die beste aller Welten" einen Großteil der Innenaufnahmen hier gedreht und dazu für vier Monate 20 leerstehende Wohnungen gemietet - auch zur Unterbringung der Filmcrew. Die Idee, eine Wohnung als Museum einzurichten, findet er "sehr cool, denn davon lernt man auch, und man kann sich vorstellen, wie das Leben damals nach dem Krieg war".


Quelle: SN

Aufgerufen am 18.12.2018 um 08:16 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/wohnung-aus-1950er-jahren-wird-museum-20257522

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