Chronik

Zell am See: Bergretter holen neun Skifahrer aus Tiefschnee

Trotz Lawinenwarnstufe 4 waren auf der Schmittenhöhe in Zell am See am Mittwoch neun Skifahrer abseits der gesicherten Piste unterwegs - eine Notsituation war fast unvermeidlich.

Ständig gefordert: Die Freiwilligen des Bergrettungsdienstes wie hier in Zell am See müssen immer wieder Unbelehrbare in Sicherheit bringen. SN/bergrettung zell am see
Ständig gefordert: Die Freiwilligen des Bergrettungsdienstes wie hier in Zell am See müssen immer wieder Unbelehrbare in Sicherheit bringen.

Mittwochnachmittag wurde die Polizei in Zell am See verständigt, dass eine Gruppe aus neun Wintersportlern im Skigebiet auf der Schmittenhöhe in Bergnot geraten sei. Die Gruppe aus Polen, Ungarn, Ukraine und Russland konnte zirka eine Stunde später von der Bergrettung, die mit 12 Mann ausgerückt war, lokalisiert werden.

Trotz der akuten Lawinengefahr konnten die freiwilligen Helfer zu der Gruppe vordringen und diese aus dem Graben unverletzt ins Tal begleiten.
Wie Erhebungen der Alpinpolizei ergaben, begaben sich die Wintersportler teilweise unabhängig voneinander, trotz Lawinenwarnung der Stufe 4, abseits des gesicherten Skiraums in das freie Gelände.

Die Alpinpolizei und Bergrettung raten dringend davon ab, derzeit den gesicherten Skiraum zu verlassen.

Skifahrer saßen auf Sessellift fest

Rund 30 Wintersportler sind am Mittwochnachmittag auf einem Sessellift der obersteirischen Reiteralm bei Schladming festgesessen. Ursache: Ein umgestürzter Baum. Die Anlage blieb stehen und rund 30 Gäste saßen fest.

Die Rettungsaktion lief kurz nach 15.30 Uhr an und noch vor 16.30 Uhr waren alle Wintersportler auf sicherem Boden. Sie wurden mit Pistengeräten oder von Bergrettern per Seil vom Lift geholt, so der Geschäftsführer. Beim betroffenen Lift handelt es sich um den sogenannten Seppn-Jet, der Gäste von 1.370 Meter auf 1.740 Meter Seehöhe bringt. Die Polizei sprach von einem technischen Defekt als Ursache.

Eigensicherung hat für Retter Vorrang

Die aktuell großen Schneemengen beschäftigen die Rettungsdienste unterschiedlich. "Die hohen Lawinenwarnstufen stellen uns vor Herausforderungen - insbesondere in Gebieten, wo die Gefährlichkeit auch uns nicht erlaubt dorthin vorzudringen", sagte Martin Gurdet, Bundesverband-Geschäftsführer der Bergrettung.

Für die Einsatzleitungen seien schwierige Entscheidungen zu treffen, wie zu sagen: "Wir müssen hier unterbrechen und das Leben und Wohl der Bergretter beachten", erläuterte Gurdet. Er verwies auch auf die Suche nach zwei seit Samstag vermissten Tourengehern in Hohenberg (Bezirk Lilienfeld) in Niederösterreich, die unterbrochen wurde. "Wenn die Straße gesperrt ist, dann ist sie eben gesperrt. Das gilt für alle." Insofern riet er Personen in den betroffenen Gebieten zu "Defensivität, um weder sich selbst noch Einsatzkräfte zu gefährden".

Die insgesamt rund 12.700 heimischen Bergretter in 291 Ortsstellen "stehen für Einsätze zur Verfügung, wie sie hereinkommen", sagte der Niederösterreicher. Die Bergrettung sei wegen des Winterwetters derzeit auf lokaler Ebene auch in Einsatzstäben vertreten. "Wir sind das ganze Jahr über einsatzbereit, so auch in dieser Phase - mit besonderem Bedacht, dass unseren eigenen Einsatzkräften nichts passiert." Aber auch bei niedrigeren Lawinenwarnstufen sei von den Bergrettern immer angepasstes Verhalten an den Tag zu legen, betonte Gurdet.

Beim Rettungsdienst des Roten Kreuzes herrschte "einerseits großteils Regelbetrieb, aber gestört durch die Straßenverhältnisse", sagte ÖRK-Bundesrettungskommandant Gerry Foitik. Bestimmte Einheiten wurden daher verschoben, um Fahrzeiten zu verkürzen. So seien Teams aus der Oststeiermark in die stärker betroffene Obersteiermark nach Liezen verlegt worden. Andere Einsatzgruppen wurden verstärkt oder in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Dialysepatienten wurden vorzeitig in Krankenhäuser gebracht, damit die Behandlung nicht unterbrochen wird, erläuterte Foitik. Das Rote Kreuz steht mit den Ländern, dem Bund und dem Innenministerium in Kontakt, teilweise wurde bei kurzfristigen Evakuierungen geholfen. Die Situation "wird nicht so groß werden", schätzte Foitik aus Sicht des ÖRK. Es handle sich zwar um viel Schnee, aber generell bei Schneefall "nicht um eine plötzlich eintretende Katastrophe", sagte der Bundesrettungskommandant.

Quelle: SN

Aufgerufen am 20.08.2019 um 05:21 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/zell-am-see-bergretter-holen-neun-skifahrer-aus-tiefschnee-63834433

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