Chronik

Zwei neue Masernfälle in Salzburg: Auch HTL Saalfelden betroffen

Bei einem Schüler und einem Mechaniker wurde ebenfalls die hoch ansteckende und gefährliche Krankheit festgestellt. Jetzt muss der Impfschutz in einer großen Schule in Saalfelden überprüft werden.

Sanitätsdirektorin Petra Juhasz mit dem Masernimpfstoff. SN/Franz Neumayr Land Sazburg
Sanitätsdirektorin Petra Juhasz mit dem Masernimpfstoff.

In Salzburg sind am Montag zwei weitere Masernfälle bekannt geworden. Einer der Erkrankten ist ebefalls ein Mitglied jener Familie, in der vergangene Woche sechs Masernerkrankungen festgestellt wurden. Bei der zweiten Person handelt es sich um einen Mechaniker, der ebenfalls mit der Familie Kontakt hatte.

Bei beiden sei am vergangenen Wochenende der typische Hautausschlag der hoch ansteckenden und gefährlichen Erkrankung aufgetreten, sagt Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz. "Die Patienten sind meist schon fünf Tage vor Auftreten des Ausschlages ansteckend." Deshalb habe der Impfschutz in der Schule überprüft werden müssen. "Nicht geschützte Schüler und Lehrer müssen vom Unterricht ausgeschlossen werden." Auch in der Werkstatt des Mechanikers wurde der Impfschutz der Kollegen überprüft.

HTL Saalfelden betroffen

Die HTL in Saalfelden ist eine große Schule mit 730 Schülern. Bereits im vergangenen Jahr habe der Schularzt den Impfschutz aller Schüler überprüft, sagt Direktor Franz Höller. "In den vergangenen Jahren sind ja die Masernerkrankungen leider wieder häufiger geworden. Da wollten wir einfach wissen, wie es in unserer Schule aussieht." In einzelnen Klassen hätten nur 75 Prozent der Schüler einen Impfschutz gehabt.

In der Klasse des betroffenen Schülers habe es glücklicherweise eine relativ hohe Impfquote gegeben. "Wir mussten deshalb nur drei Schüler nach Hause schicken. Sie hatten zwar eine Masernimpfung, haben aber die zweite Immunisierung nicht durchgeführt. Das heißt, sie waren auch nicht ungeschützt."

Laut der Salzburger Bildungsdirektion sei der erkrankte Schüler bereits seit Dienstag vergangener Woche nicht mehr zur Schule gegangen. Es seien auch keine anderen Schüler in der betroffenen Klasse gewesen. Deshalb sei es nicht nötig, auch Kinder anderer Klassen nach Hause zu schicken. Am Dienstag werde es aber noch einmal vorsorglich eine genaue Überprüfung der Schule geben.

Dringender Aufruf zur Masernimpfung

Von den Behörden kommt angesichts der neuen Masernfälle noch einmal der dringliche Aufruf, sich mit einer Impfung vor den Masern zu schützen. "Abgesehen von den schweren gesundheitlichen Auswirkungen zeigen die Fälle auch, welche sonstigen Konsequenzen eine Masernerkrankung hat", sagt Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz. "Hoffentlich kommen ein paar Leute jetzt drauf, doch noch eine Masernimpfung durchzuführen."

Laut Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP) müsse man die Impfraten in Salzburg dringend erhöhen. "Derzeit liegt sie bei 80 bis 85 Prozent. Wünschenswert wäre eine Quote von 95 Prozent. Denn mit einer Impfung schützt man nicht nur sich selbst, sondern auch andere vor einer Ansteckung."

Fragen und Antworten zu den Masern

  • Wie ansteckend sind Masern? Hoch ansteckend, eine der ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Fast 100 Prozent der Exponierten erkranken.
  • Wie stecke ich mich an? Per Tröpfcheninfektion aber auch über die Luft, es ist also kein direkter Kontakt nötig. In dem Raum, in dem sich eine infizierte Person befunden hat, ist eine Ansteckung bis zu zwei Stunden danach möglich. Das Virus "schwebt" sozusagen so lange herum.
  • Wie lange bin ich ansteckend? Vier bis fünf Tage bevor der typische Ausschlag kommt, dann noch vier Tage nach Auftreten der Flecken. Man ist also schon ansteckend bevor man überhaupt weiß, dass man Masern hat. Am größten ist die Ansteckungsgefahr kurz bevor der Ausschlag auftritt.
  • Können Masern tödlich sein? Können sie. Besonders gefährlich sind sie für Säuglinge sowie Kinder bis zu fünf Jahren und dann wieder für Erwachsene. Das besonders Tückische: Haben Säuglinge Masern, kann sechs bis sieben Jahre danach als Komplikation eine Hirnentzündung auftreten. Diese kommt nicht oft vor, ist aber gefürchtet, weil sie fast immer tödlich endet. Man kann aber auch während der Masernerkrankung sterben, da das gesamte Immunsystem geschwächt ist und Superinfektionen auftreten können, wie Lungenentzündung oder auch hier Hirnentzündung (Gefahr von neurologischen Folgeschäden).
  • Sind Masern eine reine Kinderkrankheit? Nein, man kann sie in jedem Alter bekommen.
  • Wie lange ist die Inkubationszeit? Acht bis zehn Tage nach der Ansteckung beginnt das Vorstadium mit Fieber, Bindehautentzündung, Husten, Schnupfen und so weiter. Nach 14 Tagen kommt der typische Ausschlag, im Extremfall auch erst nach 21 Tagen. Darum diese drei Wochen, in denen man zum Beispiel nicht in die Schule, an den Arbeitsplatz oder zu Veranstaltungen darf.
  • Wie sehen die Symptome aus? Zuerst unspezifisch wie Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung, Fieber oder auch weiße Flecken auf der Mundschleimhaut. Diese klingen dann oft vorübergehend ab bevor der Ausschlag kommt, typischerweise hinter den Ohren als erstes und dann am ganzen Körper.
  • Was mache ich, wenn ich die Masern habe? Zu Hause bleiben und telefonisch Kontakt mit einem Arzt aufnehmen. Dieser klärt dann die weitere Vorgangsweise. Gegen die Masern gibt es direkt keine Therapie, nur lindernde Maßnahmen und Bettruhe. Kommt eine bakterielle Superinfektion dazu, müssen eventuell Antibiotika verabreicht werden. Die helfen aber nur gegen die Superinfektion, nicht gegen die Masern direkt.
  • Welche Personen sind besonders gefährdet? Die Krankheit ist gefährlich vor allem für Säuglinge und Schwangere, die nicht geimpft werden können. Auch Menschen, die aufgrund einer Immunschwäche oder immunhemmenden Therapie diese Impfung nicht erhalten dürfen, sind einem hohen Risiko ausgesetzt.
  • Ab wann können Kinder geimpft werden? Laut Impfplan ab dem zehnten Lebensmonat das erste Mal. Die zweite Dosis folgt dann im 13. Monat. Es sind jedenfalls zwei Impfdosen nötig.
  • Ist eine nachträgliche Impfung sinnvoll? Ja, wenn sie innerhalb von 72 Stunden nach dem Erstkontakt mit einer infizierten Person verabreicht wird. Auch, wenn man später dran ist, kann der Krankheitsverlauf eventuell zumindest abgemildert werden. Impfen macht also immer Sinn.
  • Können sich auch chronisch kranke Menschen impfen lassen? Manche ja, das sollte man auf jeden Fall mit dem Arzt abklären.
  • Wie kann ich mich schützen? Nur durch die zweimalige Impfung.
Quelle: SN

Aufgerufen am 26.10.2020 um 11:46 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/zwei-neue-masernfaelle-in-salzburg-auch-htl-saalfelden-betroffen-65200858

Trari, trara, das Fleisch ist da!

Trari, trara, das Fleisch ist da!

Die Jungrinder nicht mehr an Mastbetriebe verkaufen müssen. Das ist das Ziel von drei innovativen Landwirtsfamilien. Sie nennen sich "Die Schattberger" und verschicken ihr Bio-Produkt per Post.

Kommentare

Schlagzeilen