Kultur

Amy Wald: "Auf der Straße zu spielen, ist die härteste Probe"

Die 22-jährige Salzburgerin Amy Wald hat gekündigt, um als Musikerin durch Europa zu ziehen.

Amy Wald spielt ihren neuesten Song „Liebesleben“. SN/wienerroither
Amy Wald spielt ihren neuesten Song „Liebesleben“.

Die junge Musikerin zupft die ersten Töne auf ihrer Gitarre im Salzburger Kurgarten. Sie fängt an zu singen, die Menschen drehen sich um, bleiben stehen. Das ist genau das, was die unter dem Künstlernamen Amy Wald bekannte Salzburgerin erreichen will. "Als Straßenmusikerin muss ich es schaffen, dass ein Mensch stehen bleibt. Andere werden folgen."

Amy Wald war im Salzburger Rockhouse zu sehen, hat die Menge für die israelische Band Lola Marsh angeheizt und ist am Nova Rock auf der Singer-Songwriter-Bühne aufgetreten. Sie hat bisher drei Lieder aufgenommen und plant, demnächst eine kurze CD zu produzieren. Aber zuerst will sie auf die Straße.

Die 22-Jährige hat ihren Job als Verkäuferin gekündigt, um als Straßenmusikerin in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufzutreten. Die Salzburgerin mache alles selbst - Management, Auftritte organisieren, Lieder schreiben. "Ich wollte noch mehr Zeit in die Musik stecken, mit meinem Job wäre das nicht möglich gewesen." Einen Platz zum Schlafen hat sie auf ihrer Tour bereits: 6500 Fans folgen ihr auf der Plattform Instagram, 70 haben ihre Sofas angeboten.

Einfach wird es dennoch nicht. "Jede Stadt hat ihre eigenen Regeln, wo und wie Straßenmusiker spielen dürfen", sagt Amy Wald. Sie will zudem nicht "Da kummt die Sunn" anstimmen, sondern ihre eigenen Lieder singen. Da ihre Songs nicht allgemein bekannt seien, sei es schwieriger, die Leute zu erreichen. "Auf der Straße zu spielen ist die härteste Probe für einen Musiker. Aber ich schaffe es dennoch manchmal, dass Kinder tanzen."

Ihr neuester Song heißt "Liebesleben", in dem Amy Wald davon erzählt, dass sie auf Männer und Frauen steht. Ist es nicht schwer, das Intimste vor so vielen Unbekannten nach außen zu kehren?"Anfangs dachte ich, zu zeigen, dass es mir nicht immer gut geht, macht mich schwach und angreifbar. Aber das Gegenteil ist der Fall: Je mehr ich mich öffne, desto mehr gehen die Menschen auf mich zu."

Das hat sie auch in der schwersten Zeit ihres bisherigen Lebens erfahren. Denn Amy Wald war früher eine Band, kein Soloprojekt. Vor einem Jahr starb jedoch der Gitarrist bei einem Motorradunfall. Die Trauer war überwältigend. "Die Band ist daraufhin auseinandergebrochen", sagt die Salzburgerin. Ihre Gefühle hat die Musikerin nach außen getragen und in dem Song "Gute Reise" aufgearbeitet.

Ihre Offenheit sei der Grund, warum Menschen ihren Geschichten auf Instagram folgten. Und warum sie spenden. Mehr als 5000 Euro in sechs Tagen haben ihre Fans online gesammelt, damit die Musikerin ihre Lieder, die CD und Videos produzieren und veröffentlichen kann. "Ich will sie in einer Qualität aufnehmen, auf die ich auch in ein paar Jahren noch stolz sein kann", sagt die 22-jährige Salzburgerin.

Für ihre Tour durch Europa verwendet Amy Wald das Budget nicht. Denn das Geld dafür will sie auf der Straße verdienen, mit ihrer Musik.

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