Kultur

Bluesbrauser: Tua wos und spü a Live-Konzert!

Die Bluesbrauser eröffnen die zweite Runde der Streaming-Gigs im Rockhouse. Den letzten Schliff an der neuen CD verhindert Corona.

Die Bluesbrauser eröffnen die Reihe der Club-Sessions im November. SN/rockhouse/christian streili
Die Bluesbrauser eröffnen die Reihe der Club-Sessions im November.

Das Jahr begann gut für die Bluesbrauser. Die Band mietete sich im Seminarraum des Salzburger Rockhouse ein und nahm dort im Jänner zwölf neue Songs auf. Der Titel ist Programm: "Rockstars im Nebenerwerb". Diese Berufsbezeichnung trifft wohl auf den Großteil der Musiker zu, so offensiv wie die gewohnt hintersinnige Band formuliert es kaum jemand.

"Man hört ja oft von Bekannten, dass sie schon so lange nichts Musikalisches mehr gehört hätten und ob es die Band überhaupt noch gibt. Die Leute erwarten das geradezu", erzählt Bluesbrauser-Sänger Alexander Reicher. Doch die Combo aus dem Salzachpongau tut den Mitmenschen den Gefallen nicht, seit rund einem Vierteljahrhundert wird Mundart mit Blues und einer ganzen Reihe anderer Musikstile verschmolzen.

Der Witz kommt bei den Bluesbrausern selten zu kurz, sie nehmen Sinn und Unsinn unserer Zeit pointiert aufs Korn. Den größten Erfolg erzielte die Band 2008: Mit der Multiphobiker-Hymne "I fiarcht mi vorm Frisör" kam die Band bis ins Finale des FM4-Protest-Song-Contests. Ein Protestlied habe er auch für die neue CD geschaffen, erzählt Alexander Reicher: "Tua wos!" Dieser Innergebirgs-Imperativ mag in der Theorie funktionieren, doch nach den Aufnahmen zu Jahresbeginn wurden die Blues-brauser selbst von der Coronakrise gebremst. Als ob die Pandemie gewusst hätte, dass Xandi Reicher auch für diese Ausnahmesitutation einen neuen Songtitel auf Lager hat: "Oba vom Gas".

Im Frühling ereignete sich ohnehin etwas, das jegliche außerhäusliche Aktivitäten gestoppt hätte: Alexander Reicher wurde zum zweiten Mal Papa und widmete seiner Neugeborenen prompt das Lied "Hey Baby". "Eigentlich bin ich der Meinung, dass in viel zu vielen Blues-Nummern das Wort ,Baby' vorkommt. Und da wollte ich ein Lied schreiben, wo es sein muss."

2020 wäre jedoch generell kein Jahr gewesen, "an dem wir so viel zu spielen hatten. Schließlich wollten wir ja die CD aufnehmen, die Tournee wäre für 2021 geplant gewesen", sagt Reicher. Aber ausgerechnet im Lockdown-November erhalten die Bluesbrauser Gelegenheit, ihre Livequalitäten unter Beweis zu stellen - und das an der Geburtsstätte ihres neuen Albums. Im Salzburger Rockhouse starten die Bluesbrauser am 19. November die zweite Runde der Club Sessions, am 27. November folgen Magic Delphin aus der Stadt Salzburg. Dabei spielen die Bands live auf der Rockhouse-Bühne - natürlich ohne Publikum -, und das Konzert wird per Livestream zur besten Hauptabendzeit via Facebook übertragen. Die Salzburger Musikinstitution will damit die lokale Musikszene unterstützen.

Doch die Pandemie bestimmt über die Besetzung des Bluesbrauser-Konzerts: Eines der Bandmitglieder befindet sich in Deutschland, ein weiteres in Quarantäne. "Wir hoffen, dass er systemrelevant genug ist, um mit uns spielen zu können", sagt Xandi Reicher.

In jedem Fall solle das Konzept hinter allem Tun der Bluesbrauser in die weite Welt des Internets hinausstrahlen, verrät Alexander Reicher: "Ich arbeite sehr stark mit der Gehirnforschung zusammen, die Botschaft soll direkt in die Geldtasche der Hörer wandern."

Livestreaming: Club Sessions, Salzburger Rockhouse. Bluesbrauser, 19. 11.; Magic Delphin, 27. 11., jeweils 20.15 Uhr.

Infos: www.rockhouse.at

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Aufgerufen am 05.12.2020 um 07:53 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/bluesbrauser-tua-wos-und-spue-a-live-konzert-95543416

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