Kultur

"Die Litfaßsäule ist ein unschlagbares Medium"

Kunst für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Das ist das Ziel der Kunst-Litfaßsäulen in Salzburg. Acht Künstler präsentieren bis Ende August ihre Werke und das nicht in einer Galerie oder in einem Museum, sondern auf den Straßen Salzburgs.

Sechs der acht Künstler, die heuer ihre Kunst auf Litfaßsäulen in der Innenstadt Salzburgs ausstellen: Ina Loitzl, Karin Fisslthaler, Matthias Krinzinger, Lavinia Lanner, Reinhold Bidner, Gunda Gruber. SN/ stadt salzburg / alex hoerner
Sechs der acht Künstler, die heuer ihre Kunst auf Litfaßsäulen in der Innenstadt Salzburgs ausstellen: Ina Loitzl, Karin Fisslthaler, Matthias Krinzinger, Lavinia Lanner, Reinhold Bidner, Gunda Gruber.

40.000 Ein-Cent-Münzen klebte Matthias Krinzinger in den letzten Tagen auf eine Litfaßsäule in der Franz-Josef-Straße. Die Münzen im Gesamtwert von 400 Euro sind mit einer doppelseitigen Klebefolie befestigt. Krinzinger: "Ich bin sehr gespannt, wie die Salzburger reagieren. Die Münzen sind leicht abzumachen. Genauso einfach kann man aber auch etwas Neues hinkleben."

Kunst im öffentlichen Raum zu positionieren sei unüblich, sagt Werner Thuswaldner, Vorsitzender des Kunstbeirates. Das Besondere: Die Litfaßsäulen sprechen nicht nur Kunstinteressierte an, sondern alle Passanten. Ziel sei es, Kunst dort zu präsentieren, wo sie sich mit dem Alltag auseinandersetzten müsse. "Ich würde mir wünschen, dass die Leute stehen bleiben und darüber nachdenken, was sie sehen", sagt Ina Loitzl, eine der Künstlerinnen. Ihre Arbeit stellt sie jedoch nicht auf der klassischen Litfaßsäule dar, sondern auf elf digitalen Bildschirmen in der Innenstadt. Sie zeige die Abnabelung der Kinder von ihren Eltern während der Pubertät. "Auf dem Bildschirm sehen die Passanten zehn Bilder, die schnell hintereinander abgespielt werden. Ich möchte damit die Rolle der Frau als Mutter reflektieren, sowie das Thema Religion aufgreifen", sagt die Künstlerin.

Kunst-Litfaßsäulen als fester Bestandteil des Salzburger Kultursommers

Bis Ende August dienen acht der mehr als 250 Litfaßsäulen in der Stadt als Kunstschauplatz. Die Ausstellung findet zum fünften Mal statt. "Besonders spannend ist heuer wieder die Bandbreite und Aktualität der Themen", sagt Dagmar Aigner von der Kulturabteilung der Stadt. Die Litfaßsäule als Medium gibt es seit etwa 150 Jahren. Thuswaldner, Vorsitzender des Kunstbeirates, ist sich sicher: "Die Litfaßsäule ist kein altes Medium, sondern ein unschlagbares Medium für künstlerische Botschaften."

Quelle: SN

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