Kultur

Erster Hubert-von-Goisern-Kulturpreis verliehen

Der Hubert-von-Goisern-Kulturpreis wurde am Montag in Salzburg erstmals verliehen.

Hubert von Goisern (Mitte) und die vier Preisträger: Irene Troi, Christoph Sietzen, Mike Ramsauer und Margarethe Hlawa. SN/neumayr/sb
Hubert von Goisern (Mitte) und die vier Preisträger: Irene Troi, Christoph Sietzen, Mike Ramsauer und Margarethe Hlawa.

Irene Troi wollte nur ein bisschen Unterstützung für eines ihrer Projekte. Sie gründete unter anderem mehrere Streichorchester für Kinder und Jugendliche - etwa das Jugendsinfonieorchester Südtirol. Die öffentliche Hand aber wird immer sparsamer bei solchen Projekten. Also sprach Irene Troi Hubert von Goisern um Hilfe an. Nicht zuletzt diese Bitte ließ den Goiserer einen lang gehegten Plan in die Tat umsetzen. Er stiftet einen Kulturpreis. Zehn Jahre lang werden jährlich 10.000 Euro vergeben. Am Montag war es im vollen Marmorsaal von Schloss Mirabell zum ersten Mal so weit.

Für "ihr Engagement und zur Unterstützung ihrer musikpädagogischen Arbeit" erhielt Irene Troi, seit 1992 unter anderem auch Mitglied des Concentus Musicus, bei der Premiere den Hauptpreis in der Höhe von 5000 Euro.

Der aus Salzburg stammende Schlagwerker, Kontrabassist und Cembalist Christoph Sietzen bekam einen Preis für sein vielseitiges musikalisches Schaffen.

Einen Preis bekam der Abtenauer Filmemacher Mike Ramsauer, dessen Film "Quellmalz" aus Anlass der Preisvergabe derzeit im Salzburger Filmkulturzentrum Das Kino läuft. Erzählt wird darin vom SS-Musikwissenschafter Alfred Quellmalz, der im Südtirol der 1930er- und 40er-Jahre Volkslieder der im Auswandern begriffenen "Volksdeutschen" archivierte.

Preis für ein "selten gewordenes soziales Gewissen"

Ausgezeichnet wurde am Montagabend außerdem die gebürtige Adneterin Margarethe Hlawa-Grundner "für das eigene musikalische Können ebenso wie für ein ruheloses Engagement, in dem sich Liebe zur Kunst ebenso spiegelt wie ein selten gewordenes soziales Gewissen". Hlawa ist studierte Geigerin, führt ehrenamtlich ein Orchester in Hallein, spielte in vielen Orchestern und als Solistin. Sie gibt Yoga für Orchestermusiker, hat einen kleine Sohn und leitet mit ihrem Ehemann Niclas außerdem seit 2015 das Café Kurkuma in Hallein, das die beiden zu einem feinen Treffpunkt für Kunst und Kultur gemacht haben.

Vergeben wird der Preis an einen bis maximal fünf Preisträger einmal im Jahr "zur Förderung von Talent und Beharrlichkeit", wie Hubert von Goisern erklärte. Unterstützen will der Musiker damit "inspirierte und inspirierende Menschen" und auch "innovative Lösungen und Ideen, die dem Gemeinwohl zugutekommen". Mit einer dreiköpfigen Jury - Elisabeth Schneider (Das Zentrum Radstadt), Elisabeth Fuchs (Dirigentin) und SN-Kulturredakteur Bernhard Flieher - wählte der Goiserer in diesem Jahr die Preisträger aus.

Quelle: SN

Aufgerufen am 21.08.2018 um 12:03 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/erster-hubert-von-goisern-kulturpreis-verliehen-29092225

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