Kultur

Kunst ziert Salzburger Litfaßsäulen

Digi-Screens, City-Light-Säulen oder die klassische Litfaßsäule: Zehn der insgesamt 250 Annoncier-Säulen in der Stadt Salzburg werden im August zu Medien für Kunst im Öffentlichen Raum.

SALZBURG. Seit 150 Jahren zieren die Zylinder mit Informationsanspruch die Plätze dieser Welt. Benannt nach ihrem Erfinder Ernst Litfaß. Henri de Toulouse-Lautrec war einer der ersten Künstler von Weltrang, der die Plakatsäule künstlerisch nutzte. "Seine Blätter sind heute 20.000 Euro wert", erläutert Werner Thuswaldner vom Stadt-Kunstbeirat.

Dieser hat gemeinsam mit Stadt und Land zum vierten Mal einen Wettbewerb für "Kunst-Litfaßsäulen" ausgerufen. Aus 36 Einreichungen hat eine Expertenjury nun zehn Siegerprojekte ausgewählt. Für diese stellt die Progress Werbung zehn ihrer Säulen zur Verfügung. Einen Monat lang zieren statt Veranstaltungsankündigungen nun Kunstwerke diese Medien.

Fünf der Siegerprojekte sind analog, wie etwa "Sichtbarkeiten" der Künstlerin Elisabeth Schmirl. Die Salzburger Künstlerin hat die Säule am Giselakai in eine reflektierende Spiegeloberfläche verwandelt. "Die Säule wird zum Medium für den Außenraum." Ihr Lebensgefährte Stefan Heizinger hat eine Litfaßsäule in der Franz-Josef-Straße verhüllt und mit allerlei Rundungen versehen: Der Zylinder wird zur barocken Form. Georg Frauenschuh hat eine Wandmalerei am Franz-Josef-Kai vor dem Christian-Doppler-Gymnasium platziert und sorgt mit dem fotorealistischen Werk für Irritationen bei den vorbeiradelnden Betrachtern.

Apropos irritierend: Die Wiener Performancegruppe "Die 4 Grazien" zeigt ausgerechnet am Hochzeits- und Touristen-Hotspot animierte Bilder ihrer Serie "Markieren". Dort sieht man die vier grazilen Damen, wie sie sich an öffentlichen Plätzen, nun ja, eben hinhockeln. Was dem Mann durchaus erlaubt ist, sorgt als grazile Damen-Variante im Schloss Mirabell garantiert für verwunderte Gesichter.

Die gebürtige Osttirolerin Annelies Senfter wiederum zeigt ihre Arbeit "Snapshots/Momentaufnahmen" auf dem Digi-Screen. "Für mich als Fotografin bietet sich diese Kunstform an", sagt Senfter.

Die Premiere am Mittwoch Vormittag fiel jedoch noch einer technischen Panne zum Opfer: Weil der Server am Digi-Screen nicht funktionierte, war keine der fünf Digital-Siegerprojekte zu sehen. Vorerst. Der Schaden sollte binnen weniger Stunden behoben sein, hieß es.

(SN)

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