Kultur

Mozarts 263. Geburtstag: Der Star-Tenor trällerte und Hunderte hörten zu

Wie es in seiner Heimat Mexiko üblich ist, gratulierte Star-Tenor Rolando Villazón dem Geburtstagskind mit Serenaden. Hunderte Fans feierten mit.

Noch ehe Start-Tenor Rolando Villazón am Sonntagvormittag in der Getreidegasse das erste von fünf Geburtstagsständchen für Wolfgang Amadeus Mozart anstimmte, wurde er mit Jubelrufen und Applaus bedacht. Der neue Intendant der Mozartwoche musste sich zuerst den Weg durch die Menge bahnen. Wo immer Villazón auftaucht, sind seine Fans nicht weit. Mehrere Hundert Anhänger hatten sich vor Mozarts Geburtshaus versammelt, um ihr Idol zu Ehren Mozarts singen zu hören. In dem Haus hatte Salzburgs berühmtester Sohn am 27. Jänner vor 263 Jahren das Licht der Welt erblickt.

Er sei am Sonntag in der Früh aufgewacht und habe sich unglaublich gefreut, weil Mozart Geburtstag habe, sagte Villazón, der heuer zum ersten Mal die Mozartwoche kuratiert. "Die ganze Welt soll sich heute mit uns freuen." Er betrachte Mozart als "guten Freund". Und seinen Freunden und Liebsten singe man in seiner Heimat Mexiko zum Geburtstag Serenaden. Deshalb lade er alle Salzburger ein, Mozarts Geburtstag mit ihm auf die mexikanische Art zu feiern. Sprach's, setzte einen mexikanischen Sombrero auf, rief zum Auftakt laut "Vámonos, muchachos!" und legte begleitet von der mexikanischen Folkloregruppe Los Mariachis Negros aus Wien los. Das Publikum war begeistert.

Innig lauschte den Ständchen Heidi Battig, die mit einer Gruppe von Freundinnen aus Wien angereist war. Sie verfolgt die Karriere von Villazón seit vielen Jahren. Spricht sie über den Künstler, gerät Battig ins Schwärmen. Villazón sei ein unglaublich vielseitiger, kompletter Mensch: "Er hat eine tolle Stimme, er ist sehr intelligent, er ist feinsinnig, er hat ein enormes Wissen und er liebt die Menschen." Sein Gefühl und seine Liebe zur Musik sehe man ihm an.

Gemeinsam mit der Wienerin ist Brigitte Weis nach Salzburg gekommen. "Wir sind ein Fanclub und reisen Rolando Villazón immer nach." Im Schnitt stünden zehn Reisen pro Jahr auf dem Programm. Auf den Spuren des Tenors war die Damenrunde zuletzt in München, Berlin, Zürich und Luzern. Am 6. April sind Villazóns Verehrerinnen an der Semperoper in Dresden anzutreffen. Villazón führt dort Regie in der Oper "Platée" von Jean-Philippe Rameau. Für sie sei Villazón der musikalischste Künstler der Welt, sagt Weis. Zudem sei er ein großartiger Unterhalter. "Große Tenöre halten sich oft vom Publikum fern, Ronaldo Villazón geht auf die Menschen zu."

Diese Erfahrung hat auch Margit Simon gemacht. Die Deutsche ist aus Hannover zur Mozartwoche angereist. Mit einem Plüschnilpferd auf den Schultern tanzte sie im Takt der Serenaden. "Das ist Werner", erklärte sie und deutete auf das Maskottchen. Auch Werner trug zur Feier des Tages einen Sombrero. Rolando Villazón kenne Werner gut und sei mit ihm befreundet, erzählt die Deutsche. "Er hat ihn auch schon einmal gezeichnet, bei einer Autogrammstunde."

Wie Mozart hat auch Renate Fuchshuber aus Linz am 27. Jänner Geburtstag. "Ich bin heute zu meinem 60er mit 14 Freundinnen nach Salzburg gekommen", erzählt sie. Villazóns Ständchen galt somit auch ihr. Wie alle Geburtstagskinder durfte Fuchshuber Mozarts Geburtshaus am Sonntag gratis besuchen.

Angetan waren von Villazón auch die mexikanischen Musiker an seiner Seite. "Wir haben ihn erst gestern kennengelernt", schilderte "El Padron" Bruno Dworzak, der das Vergnügen hatte, gemeinsam mit Villazón zu singen. "Das war ein ganz unglaubliches Erlebnis für mich." Die Lebensfreude von Villazón sei inspirierend.

Der musikalischen Huldigung an Mozart lauschte auch Kurt Brunner. Er war 40 Jahre lang Direktor des deutschen Kulturinstituts in Montpellier und kommt seit zehn Jahren zur Mozartwoche. "So ein fröhliches Geburtstagsfest hätte Mozart sicher gefallen."

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