Kultur

Neues Museum für die Festung Hohensalzburg

Das alte Zeughaus im Burghof wird in den kommenden Monaten zu einem Museum umgebaut. Die Geschichte der Rüstungen, Geschütze und Handwaffen soll dort gezeigt werden.

Mit mehr als einer Million Besucher ist die Festung Hohensalzburg die meistbesuche Sehenswürdigkeit Salzburg. Nun bekommt Salzburgs Wahrzeichen ein neues Museum. Seit mehr als einem Jahr laufen auf der Festung große Umbauarbeiten. Dabei wurde das historische Zeughaus in seine ursprüngliche Größe zurückgebaut. Die neue Ausstellung zeigt die Entwicklung des Festungsbaus mit der Einführung der Feuerwaffen. Der Startschuss für den Umbau erfolgte bereits Anfang November. Eröffnet wird das Museum im Juni 2019.

Historisches Zeughaus beheimatet neues Museum

Ihr Zuhause findet die neue Ausstellung in einem der historischen Zeughäuser. Jahrhundertelang wurden dort für den Ernstfall Geschütze, Rüstungen und Handwaffen gelagert. Im Laufe der Zeit wurde dieses "Zeug" verkauft oder verschwand in den dunklen Kanälen der Geschichte. Damit verloren die Zeughäuser ihre ursprüngliche Bedeutung. Aus dem ersten Zeughaus der Festung wurde die Burgschenke, aus dem zweiten eine Garage mit Werkstätte und aus dem dritten das Festungsrestaurant.


Aus der genannten Garage wird nun das Museum. Bereits vor fünf Jahren gab es Pläne des Landes dort ein Sound of Music Museum zu errichten. Damals wurde die Planung bis zur Baugenehmigung abgeschlossen, die Errichtung jedoch gestoppt, da ein geeigneter Standort im ehemaligen Barock Museum im Mirabellgarten gefunden wurde. "Die Idee das alte Zeughaus jedoch wieder in seine ursprüngliche Form zurück zubauen war und ist sehr gut - doch in dem Gebäude auch die historische Nutzung zeigen zu können - ist noch besser", sagt Max Brunner, Geschäftsführer der Salzburger Burgen & Schlösser (SBSB).

Räume der alten Garage werden neu organisiert

Durch eine Neuorganisation der Räume wird aus der Garage wieder ein Zeughaus. Dieses erzählt die Geschichte der Geschütze, Rüstungen und Handwaffen auf der Festung. Neben deren Entwicklung wird auch die Auswirkung der Kriegstechnik auf den neuzeitlichen Festungsbau dargestellt. Anhand von interaktiven Modellen können Besucher die verschiedenen Möglichkeiten von Angriff und Verteidigung auf einer mittelalterlichen Burganlage selbst ausprobieren.

Baukosten betragen 1,5 Millionen Euro

Der ressortzuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl betont, wie wichtig es sei, die historische Bedeutzng der Festung Hohensalzburg zu vermitteln. "Die Festung Hohensalzburg ist eines der Wahrzeichen unseres Landes. Ihre Erhaltung für künftige Generationen ist ein wichtiger Auftrag. Mit dem neuen Museum und den begleitenden Baumaßnahmen erfüllen wir auch den Auftrag, die bedeutung zu vermitteln." Die Gesamtkosten für die bauliche Sanierung und das Museumskonzept betragen rund 1,5 Millionen Euro.

Baubeginn war bereits Anfang November

Der Startschuss für die Umbauarbeiten erfolgte bereits Anfang November. Zuerst wurden Zwischenwände aus den 1960er-Jahren entfernt. Derzeit erkunden Archäologen und Bauforscher die Details der historischen Bausubstanz. Ab Jänner 2019 wird die gesamte Haus- und Elektrotechnik installiert, ab März 2019 folgt der Innenausbau und der Einbau der Museumseinrichtung. Eröffnet wird das neue Zeughausmuseum voraussichtlich am 8. Juni 2019, anlässlich des 500. Todestages des Fürsterzbischofs Leonhard von Keutschach und der Inthronisation seines Nachfolgers, Fürsterzbischof Kardinal Matthäus Lang.

Auch Besucherführung wird durch neues Museum geändert

Das Museum sorge auch für eine bessere Verteilung der Besucherströme, sag Max Brunner. "Vor allem in den Sommermonaten kommt es bei den Fürstenzimmern immer wieder zu Wartezeiten. Durch das neue Museum schaffen wir einen weiteren attraktiven Besuchspunkt, der dazu führen wird, dass sich die Besucher am Festungsgelände besser verteilen. So schaffen wir nicht nur ein neues Highlight, sondern verbessern auch die Erfahrung vor Ort."

Wichtiger Schritt für Barrierefreiheit auf der Festung

Positiv wirkt sich das Bauprojekt auch auf die Barrierefreiheit der Festung aus. Bisher war für Menschen im Rollstuhl nur die Panoramaterrasse der Festung uneingeschränkt zugänglich. Durch einen neuen Aufzug im Glockenturm haben sie künftig Zugang zum Burghof, zur Taverne, zur Kuenburgbastei und natürlich zum neuen Museum.

Quelle: SN

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