Kultur

Roaring Twenties im Sägewerk

Der Bad Hofgasteiner Jazz-Tempel feiert seinen zwanzigsten Geburtstag. Wegen der Covid- Maßnahmen fällt der Rahmen des Festes etwas kleiner aus, dafür ist die Musik umso besser.

David Helbock spielt zum Sägewerk-Geburtstag.  SN/heinz bayer
David Helbock spielt zum Sägewerk-Geburtstag.

Es soll ja vorkommen, dass eine Feier zu einem 20. Geburtstag auch einmal "heftiger" ausfällt. Für das Wochenende von 16. bis 18. Oktober verspricht der Veranstalter aber einen - den Umständen geschuldeten - moderaten Ablauf. Die Rede ist von Sepp Grabmaier (Veranstalter) und seinem "Sägewerk" (Geburtstagskind). Das Sägewerk an sich besteht schon wesentlich länger als diese 20 Jahre, die Geschichte lässt sich über 400 Jahre zurückverfolgen, seit über 200 Jahren ist es im Besitz der Familie Grabmaier. 1980 wurde es aber mangels Rentabilität geschlossen, diente danach als Lager und Atelier. Jazz-Enthusiast Sepp Grabmaier revitalisierte es um die Jahrtausendwende. Dabei hatte er viele helfende Hände, Geld wollten seine Freunde keines, stattdessen gab Grabmaier eine Riesenparty für alle Helfer und Freunde. Als Liveact traten die Querschäger mit Fritz Messner auf. Dieser meinte zu Grabmaier: "Das Gebäude ist ideal für Konzerte, da musst öfter was machen." Grabmaier beherzigte diesen Ratschlag. Entstanden ist eine der wichtigste Jazz-Spielstätten Österreichs. Das Sägewerk in Bad Hofgastein kann in einem Atemzug mit dem "Porgy & Bess" in Wien oder dem Salzburger "Jazzit" genannt werden.

Jazz vom Feinsten wurde aber nicht nur im Sägewerk geboten, im Umfeld sind auch das Snow Jazz Gastein (mit Konzerten in allen drei Orten des Gasteinertals) oder das Summer Jazz in the City im Bad Gasteiner Merangarten entstanden. Auch wurde und wird im Sägewerk nicht nur Jazz gespielt, etabliert hat sich auch ein kleines Rockfestival, ein Publikumsmagnet ist seit Jahren der Kabarettherbst.

Das heurige Jubiläumsjahr ist natürlich coronabedingt ein äußerst herausforderndes. Das Snow Jazz im Spätwinter musste wegen des Lockdowns abgebrochen werden, weitere Veranstaltungen mussten abgesagt oder verschoben werden.

Derzeit läuft der Betrieb unter Einhaltung der Covid-Schutzmaßnahmen. So sind nur 70 Gäste bei den Veranstaltungen erlaubt. Normalerweise zieht der Kabarettherbst wesentlich mehr Besucher an. Künstlerisch ist die Veranstaltungsreihe jedenfalls ein voller Erfolg. Der Bayer Stefan Kröll sorgte für einen fulminanten Auftakt, den Abschluss bestreitet diesen Samstag Publikumsmagnet Roland Düringer.

Das Wochenende darauf - 16. bis 18. Oktober - steht dann die dreitägige Feier zum 20. Geburtstag an. Am 16. treten "Veri und die Luxuscombo" auf. "Dieses Konzert wäre ohnehin geplant gewesen. Die für Samstag und Sonntag anberaumten Konzerte sind im Frühjahr coronabedingt ausgefallen und werden nun nachgeholt", erzählt Grabmaier. Am Samstag spielt das "Emiliano Sampaios Mereneu Projekt", der Auftritt hätte schon beim abgebrochenen Snow Jazz stattfinden sollen. Am Sonntag gibt es ein Solo von David Helbock. Dieses Konzert war schon für Ostern anberaumt. Auch Sampaio und Helbock sind regelmäßige Gäste im Sägewerk, so ist es also perfekt, dass sie zum Geburtstag dieser Jazzinstitution aufspielen.

"Wir freuen uns auf ein swingendes Fest mit unseren Sägewerk-Freunden und -Freundinnen, wenn auch Covid-19 vereitelt, dass das Haus prall gefüllt sein kann", so Grabmaier.

Nach diesem hoffentlich famosen Wochenende geht es für das Sägewerk-Team in die Herbstpause. Die Planungen für den Winter/das Frühjahr sind unter Dach und Fach. Es ist zu hoffen, dass nicht Corona für Misstöne sorgt.

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Aufgerufen am 29.10.2020 um 04:06 auf https://www.sn.at/salzburg/kultur/roaring-twenties-im-saegewerk-93965095

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