Kultur

Salzburger Künstler setzt Margarethenkapelle in Szene

In der gotischen Kapelle im Friedhof von St. Peter ist noch bis Sonntag eine Raum-Klang-Installation zu erleben.

So sieht die Installation in der Kapelle aus.  SN/florian böhm
So sieht die Installation in der Kapelle aus.

Die Margarethenkapelle im Friedhof der Erzabtei St. Peter ist eine Oase der Stille inmitten der Salzburger Altstadt. Sie dient heute unter anderem als Aufbahrungskapelle. Derzeit ist die spätgotische Kirche aus dem Jahr 1491 Ort eines Kunstprojektes, das um das Leben und Sterben kreist.

Seit drei Wochen setzt die Raum-Klang-Installation des Salzburger Künstlers Florian Böhm die Kapelle in Szene. Noch bis Sonntag können die Besucher in die "wandlungen des ich <77 ichs>" eintauchen.

"Die Menschen sind eingeladen, sich auf ihre Endlichkeit einzulassen und den Klang auf sich wirken zu lassen", sagt Böhm. Er wolle keineswegs die Schwere des Todes zum Thema machen, sondern nähere sich dem Sterben aus einer lebensbejahenden Sicht. "Es geht mir vielmehr um das Sterben im Sinne von Loslassen und dem Aufgeben des Ego." Je früher man sich davon befreie desto besser.

Werner Friedl spricht Böhms Texte

Der Mensch komme nackt auf die Welt und müsse am Ende alles zurücklassen. Im Prozess des Loslassens müsse sich jeder unweigerlich mit dem Ego auseinandersetzen.
Zu diesem Thema hat Böhm das Gedicht <77 ichs> und vier weitere Texte verfasst, die von Schauspieler Werner Friedl gesprochen und im Atelier des Künstlers aufgenommen wurden. Diese Aufnahme wird in der Kapelle fortwährend abgespielt.

"Dabei entstehen Assoziationen und Bilder", sagt Böhm. Er habe diese Texte geschrieben, nachdem sein Schwiegervater überraschend verstorben sei. Ihm sei in diesem Moment klar geworden, dass jeder Mensch eines Tages diese Welt wieder verlassen müsse. "Vor allem die eigene Sterblichkeit habe ich mir bis dahin nicht bewusst gemacht."

Kirchenwände verschwinden hinter Stoffbahnen

In der Mitte der Kirche stehen drei offene Holzsärge. "Die Besucher können sie angreifen, etwas hineinstellen oder sich hineinlegen, wenn sie möchten."
Die Kirchenwände verschwinden hinter schwarzen Stoffbahnen. Die Wände lösen sich sozusagen auf. Sichtbar bleiben die Kreuzrippen und das Gewölbe und damit das Skelett und die Struktur des Raumes. "So wird in der Kapelle ein Himmelsgewölbe sichtbar", sagt Böhm.

Er wolle sich bei Erzabt Korbinian Birnbacher für seine Unterstützung bedanken. Birnbacher habe sich sofort bereit erklärt, die Kapelle für das Projekt zur Verfügung zu stellen.

Info: Die Raum-Klang-Installation "wandlungen des ich < 77ichs >" in der Margarethenkapelle der Erzabtei St. Peter ist noch bis zum 15. Oktober von 9 bis 17 Uhr zu sehen.

Quelle: SN

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