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Salzburger Muslime feiern Eid al-Fitr

"Zum heutigen Festtag kommen hier verschiedene Hautfarben, Sprachen und Kulturen zusammen", sagt Elwany Ayman, der Imam der Moschee in der Ignaz-Harrer-Straße.

Draußen, am Gehsteig vor der Moschee in der Ignaz-Harrer-Straße, hat sich eine große Menschentraube gebildet. Menschen, hauptsächlich Männer, manche in Jeans und T-Shirt, andere im traditionellen weißen Kaftan, und wieder andere in Anzughose und Hemd wünschen einander alles Gute zum Eid al-Fitr. Sie warten auf den Beginn des Gebets zu diesem hohen islamischen Feiertag zum Ende des Fastenmonats Ramadan.

Der Eingang für die Frauen, ist nebenan. Sie stehen nicht am Gehsteig, sondern sitzen bereits im mit Teppichen ausgelegten Innenhof der Moschee. Es ist ein buntes Bild, das sich aus den teils farbenprächtigen Kostümen und Kopftüchern zusammensetzt. Manche Kinder laufen Luftballonen nach, manche kosten von den auf Tellern angerichteten Keksen sowie arabischen Süßigkeiten. Als das Gebet der Männer im mit bunten Girlanden geschmückten Innenraum beginnt, beten auch die Frauen mit. So wie die Männer auch verneigen sich am Boden knieend in Richtung Mekka.

"Das Ende des Fastenmonats Ramadan ist für alle Muslime ein großes Fest. Man gibt Geschenke, lädt Freunde und Familie zum Essen ein - vor allem aber auch die Nachbarn, das ist wichtig", schildert Fatumata Oberascher. Das Eid al-Fitr sei ein "Fest der Freude, der Verzeihung und der Barmherzigkeit Gottes", ergänzt Elwany Ayman, denn: Wer sich an die Fastenzeit gehalten, gebetet und anderen gespendet und sich darüber hinaus gut benommen habe, dem verzeihe Gott seine Sünden. Elwany Ayman ist der Imam der Moschee in der Ignaz-Harrer-Straße und trägt zum Feiertag Anzug mit Krawatte. Und er ist besonders stolz auf "seine" Gemeinde. "Gerade zum heutigen Festtag kommen hier verschiedene Hautfarben, Sprachen und Kulturen zusammen. Es ist eine Gnade von Allah, dass wir uns hier zum Eid al-Fitr konfliktfrei versammeln können", sagt er.

"Wir wünschen am heutigen Festtag aber auch allen Österreichern alles Gute für ihr Leben", betont Moscheebesucher Selman Isa. Der gebürtige Iraker lebt seit 23 Jahren in Salzburg und ist hier glücklich. Seine Kinder sind hier geboren und haben auch hier ihre Ausbildung absolviert. "Österreich ist unser Land, wir haben kein anderes. Und wir sind Österreich dankbar dafür, dass es so viele Flüchtlinge aufgenommen hat", betont er. Seinen weißen Kaftan hat er nur für den Moscheebesuch angelegt. Bevor er sie verlässt, zieht er sich wieder um.

Gerade ihm als Imam sei das friedliche Zusammenleben in Österreich ein großes Anliegen, betont Elwany Ayman. Der Ägypter lebt seit fünf Jahren in Österreich und spricht perfekt Deutsch. "Wir Imame arbeiten für ein gutes Miteinander. Hierher, in diese Moschee kommen an Freitagen 500 Menschen zum Gebet zusammen. Und wir wollen hier ein gutes Vorbild für den Islam sein - wir lieben Österreich und wollen mit der Gesellschaft hier zusammenarbeiten und uns einbringen."

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