Politik

BRG Akademiestraße: Schüler spielten Europa

Für einen Schultag waren 110 Schüler des Bundesrealgymnasiums in der Salzburger Akademiestraße Teil eines politischen Planspiels. Politik, Flüchtlingskrise und Konflikte inklusive.

Schüler in orangen T-Shirts stehen am Montagvormittag Schülern in blauen T-Shirts gegenüber. Zwischen ihnen ein dickes Seil, an dem sie sogleich wie verrückt ziehen werden. Wer beim Seilziehen gewinnt, entscheidet in diesem Fall nicht nur einen sportlichen Wettbewerb für sich, sondern gleich einen ganzen Krieg.

Der Unterricht im Bundesrealgymnasium in der Salzburger Akademiestraße stand am Montag im Zeichen Europas, besser gesagt im Zeichen des politischen Planspiels Newland, in der Sonderversion "Europe". 110 Schüler der 6. und 7. Klassen waren dabei. Sie teilten sich in zehn Nationen auf, darunter reichere und ärmere. Jeder Nation wurde ein Gebiet zugewiesen, die sich wie im echten Leben über ihre Ressourcen definiert. Und so hatten die reichen mehr davon, die armen weniger. In diesem Fall handelte es sich bei den Ressourcen nicht um Öl oder Gold, sondern um Sitzgelegenheiten oder Süßigkeiten. Wobei bei diesem Spiel nicht die einzelnen Staaten im Vordergrund stehen, sondern Koalitionen.

Zwischen Castingshow und Computerspiel

Die Idee hinter dem Spiel, das vom Salzburger Spieleentwickler Hadmar Wieser und von Akzente Salzburg entwickelt wurde: Die Spieler entscheiden selbst, nach welchem politischen System sie ihre Entscheidungen treffen, wenn sie etwa Ämter besetzen, Gesetze formulieren oder Probleme lösen. Um das Spielziel - wohlhabende, zufriedene Staatsbürger - zu erreichen, ist es notwendig, möglichst viele Spieler in Entscheidungsprozesse und Wettkämpfe einzubinden.

Die Salzburger Schüler genossen die Abwechslung sichtlich. Lukas Esterl, Mitglieder der Nation "Atrox": "Es ist spannend. Die Entscheidungen, die wir hier treffen müssen, sind sehr komplex. Da sieht man erst, wie das in der Politik auf EU-Ebene wohl auch abläuft." Zudem tue das Projekt der Klassengemeinschaft sehr gut.

Veranstalter von Newland Europe ist Europe Direct Salzburg, ein Informationsnetzwerk der Europäischen Kommission. Leiterin der Stabsstelle ist die Salzburgerin Gritlind Kettl. "Es ist spannend zu sehen, wie sich die Schüler auf das Spiel und die Szenerie einlassen." Sie habe Newland schon an vielen Salzburger Schulen verfolgt und jedes Mal sei es wieder ganz anders abgelaufen.

Spiele-Entwickler Hadmar Wieser: "Dieses Spiel ist eine Mischung aus einer Castingshow und einem Massive-Multiplayer-Computerspiel." Schüler könnten hierbei mit Staaten experimentieren, die Auswirkungen ihrer Entscheidungen überprüfen und im Idealfall erkennen, dass alle Macht beim Volk liegt." Zudem werde man im Laufe des Spieles damit konfrontiert, abweichende Meinungen zu erleben und zu tolerieren.

Aufgerufen am 20.09.2018 um 06:30 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/brg-akademiestrasse-schueler-spielten-europa-614866

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