Contact Tracing

Rekord bei Infektionen - Land Salzburg schickt positiv Getesteten ab Freitag ein SMS

Das Land Salzburg führt ab Freitag (21. Jänner) ein neues Verständigungssystem für positiv auf das Coronavirus getestete Menschen ein. Die Information kommt dann per SMS auf das Mobiltelefon.

Contact Tracing in der Stadt Salzburg (Symbolbild). SN/robert ratzer
Contact Tracing in der Stadt Salzburg (Symbolbild).

In Salzburg hat die aktuelle Omikron-Welle am Mittwoch erneut für Höchstwerte bei den Infektionen seit Beginn der Pandemie gesorgt. Nach einigen Tagen stabiler Zuwächse ist mit 2771 neuen Fällen binnen 24 Stunden ein neuer Rekord verzeichnet worden. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz stieg nach Berechnungen des Landes auf bisher noch nicht erreichte 2304 an.

Mittwoch früh befanden sich 71 Covid-19-Patienten im Spital, davon 15 auf der Intensivstation. Besonders hoch ist das Infektionsgeschehen nach wie vor in den Bezirken im Süden das Landes. Spitzenreiter war der Pongau mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 3600. "Ich rechne damit, dass diese Omikron-Welle aber auch den Zentralraum bald voll treffen wird", sagte Gernot Filipp, der Leiter der Landesstatistik. Er führte als eine Erklärung für die hohen Inzidenzen im Bundesland heute auch die nach Wien sehr hohe Zahl an Testungen an.

Mammutaufgabe für Contact Tracing

Jede dieser positiv getesteten Personen muss behördlich abgesondert werden. Das bedeutet eine Mammutaufgabe für das Contact Tracing in Salzburg, für die Gesundheitsbehörden insgesamt und auch für die Technik des bundesweiten Meldesystems EMS. Ab Freitag soll in Salzburg ein neues automatisches SMS-System die Gesundheitsbehörden entlasten und es für die betroffenen Personen einfacher machen.

Aufgrund der stark ansteigenden Infektionszahlen konzentriert sich das Contact Tracing in Salzburg auf infizierte und besonders gefährdete Personen. Von Montag bis Sonntag arbeiten an sieben Tagen in der Woche allein beim Land Salzburg bis zu 500 Personen in mehreren Schichten.

Daten werden automatisiert erhoben

Eine Entlastung im Contact Tracing und einen zusätzlichen Service für die Bürger führt das Land Salzburg ab Freitag durch eine automatisierte Datenerhebung von positiv getesteten Personen ein: "Bisher wurden Personen, die über das Covid-19-Portal www.salzburg-testet.at einen positiven PCR-Test abgegeben haben, von der Gesundheitsbehörde kontaktiert", sagt Oberst Peter Schinnerl, Leiter des zentralen Coronamanagements.

Neues SMS-System am Freitag im Einsatz

Ab Freitag erhalten diese positiv getesteten Salzburgerinnen und Salzburger per SMS einen Link, in dem sie selber ihre Daten für die behördliche Absonderung eingeben können. "Informationen zu einem symptomatischen Verlauf, über einen Auslandsaufenthalt oder ob Unterstützung durch die Gemeinde benötigt wird, kann eigenständig bekannt gegeben werden. Bei dem SMS wird ein TAN-Code mitgeschickt, zusätzlich muss man sein Geburtsdatum eingeben. Dadurch soll eine missbräuchliche Verwendung bestmöglich verhindert werden", sagt Oberst Schinnerl. Das Land Salzburg rechnet damit, dass die Einführungsphase einige Tage dauert, und ersucht die Bevölkerung um tatkräftige Mithilfe und Unterstützung.

Das SMS-Angebot im Detail

Das neue Verständigungssystem enthält unter anderem diese Leistungen:

  • Für alle, die bei einem behördlich angeordneten Test in der Drive-in-Station des Roten Kreuzes positiv getestet worden sind.
  • Selbstständige Dateneingabe gemäß Onlineformular.
  • Gilt als Nachweis für den Arbeitgeber oder auch als Bestätigung für das "Freitesten" nach frühestens fünf Tagen.
Entlastung für die Gesundheitsbehörden

Man gilt mit dem Erhalt des SMS als behördlich abgesondert und hat somit eine Bestätigung, etwa für den Arbeitgeber. Innerhalb weniger Tage bekommt man von der Behörde dann den Bescheid übermittelt. Lange Telefongespräche, die für das Contact Tracing sehr zeitraubend sind, fallen durch das neue SMS-System weg, weil die Grunddaten für die Absonderung nun vorhanden sind.

"Wir erwarten uns eine Entlastung der Gesundheitsbehörden und gehen von einer digitalen Rücklaufquote von 70 bis 80 Prozent aus. Für Menschen ohne Smartphone wird der Bescheid selbstverständlich weiterhin manuell aufgenommen und postalisch zugestellt. Das SMS-System ist im Moment bei behördlich angeordneten Tests über das Rote Kreuz vorgesehen, denn dort fallen auch die meisten positiven PCR-Proben an", so Schinnerl. Wenn sich dieser Ablauf bewährt hat, wird ein weiterer Ausbau vorgenommen.

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