Politik

Elternberatung darf bleiben, KiJa muss übersiedeln

Ein Kompromiss wurde gefunden: Die Verwaltung der Elternberatung des Landes wird wie geplant in die Fasaneriestraße nach Lehen übersiedeln. Auf Wunsch der Stadt bleibt die Beratungsstelle der Stadt aber in der Gstättengasse. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft muss aber fix aus der Gstättengasse ausziehen.

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft – im Bild ganz rechts Leiterin Andrea Holz-Dahrenstaedt – hat wochenlang für einen Verbleib in der Gstättengasse gekämpft.  SN/kinder- und jugendanwaltschaft
Die Kinder- und Jugendanwaltschaft – im Bild ganz rechts Leiterin Andrea Holz-Dahrenstaedt – hat wochenlang für einen Verbleib in der Gstättengasse gekämpft.

Seit bekannt wurde, dass das Land Salzburg aufgrund einer dringend notwendigen Sanierung die angemieteten Büros in der Franziskanergasse verlassen muss, wurde versucht, eine neue Raumaufteilung für alle betroffenen Dienststellen zustandezubringen. Ein Knackpunkt dabei war die Situierung der Elternberatung im Zentrum der Stadt Salzburg. Denn vor allem Sozialstadträtin Anja Hagenauer (SPÖ) hatte eine vollständige Übersiedlung der von der Stadt bezahlten Elternberatungsstelle nach Lehen verweigert - weil dort bereits eine solche Beratungsstelle besteht.

Jetzt gibt es eine Lösung: Das Land werde wie geplant das neue Gebäude in der Fasaneriestraße in Betrieb nehmen. Alle Mitarbeiter der Abteilung 2 Kultur, Bildung, Gesellschaft und Sport werden neu in die Gstättengasse übersiedeln. Ausgenommen ist hier nur das Referat für Frauen, Diversität und Gleichbehandlung. Dieses bleibt weiterhin in der Michael-Pacher-Straße.

Verwaltungs-Zentrale der Elternberatung kommt nach Lehen

Auch die Verwaltung der Elternberatung des Landes wird, wie geplant, in die Fasaneriestraße übersiedeln. Der Kompromiss: Auf Wunsch der Stadt bleibt die Beratungsstelle der Stadt in der Gstättengasse. Sie werde auch in die derzeitigen Räumlichkeiten von Akzente Salzburg siedeln, heißt es. Der Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) werden Räumlichkeiten in der Michael-Pacher-Straße 27 zur Verfügung gestellt. Sollte die kija dieses Angebot nicht in Anspruch nehmen, dann wird diese ebenfalls nach Lehen übersiedeln. Der Sprecher des Landesmedienzentrums, Franz Wieser, sagt über die weitere Entscheidungsfindung: "Die Kinder- und Jugendanwaltschaft wird beide möglichen Räume besichtigen und sich noch in den nächsten Tagen entscheiden. Denn die Übersiedelung muss rasch gehen." Die Leiterin der Kinder- und Jugendanwaltschaft, Andrea Holz-Dahrenstädt, war am Mittwochabend für die SN nicht erreichbar.

Auch für die Räumlichkeiten von Akzente sei eine Lösung in Sicht, sagt Wieser: "Die Akzente-Beratungsstelle soll in die Riedenburg übersiedeln. Wohin genau, ist aber noch offen."

Auch Hagenauer steht zum Kompromiss

Die für die Eltenrberatung zuständige Sozialstadträtin Anja Hagenauer (SPÖ) akzeptiert die gefundene Lösung, wie sie sagt: "Mein Ziel ist erreicht. Die Beratungsräume bleiben in der Altstadt. Dass die Verwaltungszentrale nach Lehen wandert, bedaure ich aber. Denn die Zusammenarbeit mit ihr war sehr fruchtbringend." Aber dieser Teil der Entscheidung sei eine reine Landessache, räumt die Stadträtin ein.

Hintergrund der Raum-Rochaden ist die anstehende Generalsanierung

Der Grund für die notwendige Neusituierung: In der Franziskanergasse sind aktuell Dienststellen mit 34 Bediensteten untergebracht. Das Franziskanerkloster als Eigentümer muss diese Liegenschaft generalsanieren. Daher wird es Ende Februar/Anfang März 2020 zu notwendigen Übersiedlungen innerhalb des Stadtgebiets kommen - eine Möglichkeit, Einheiten zusammenzuführen und Verwaltungsabläufe zu vereinfachen. Das alles geschieht auch mit Rücksicht auf den Aspekt, dass bis 2026 ein neues Dienstleistungszentrum des Landes im Bahnhofsbereich entsteht.

Passendes Ausweichquartier bis 2026 gesichert - trotz Kritik

Das Land Salzburg hat in Hinblick auf das neue Dienstleistungszentrum am Bahnhof bis 2026 ein zusätzliches Gebäude in der Fasaneriestraße 35 angemietet. Dorthin werden in den nächsten Monaten rund 70 Mitarbeiter übersiedeln. An diesem Standort besteht bereits jetzt Platz für etwa 160 Mitarbeiter. Allerdings: Von den roten Personalvertretern im Landesdienst hatte es schon vor Wochen Kritik an den Übersiedelungsplänen gehagelt - die auch nach einem Gipfel mit LH Wilfried Haslauer (ÖVP) nicht verstummt waren.

In einer Aussendung des Landesmedienzentrums am Mittwoch wurde aber betont, dass man an den Plänen festhalte: Das moderne Bürogebäude, das zuvor jahrelang als Mercedes-Zentrale gedient hatte, sei vorsorglich gesichert worden, um unter anderem als Ausweichquartier für das am Bahnhof neu entstehende Landes-Dienstleistungszentrum zu dienen. "Dort besteht eventuell auch die Möglichkeit, durch einen vorübergehenden Zubau zusätzlich rund 170 Mitarbeitern einen gut erreichbaren, hochwertigen Arbeitsplatz zu bieten", heißt es. Ob dieser in Form von Container oder von (temporären) Holzbauten erfolgen soll, ist aber laut den Projektverantwortlichen weiterhin offen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 18.09.2020 um 04:12 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/elternberatung-darf-bleiben-kija-muss-uebersiedeln-82716289

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