Politik

Entgleisungen am Altar: Priester hetzte offenbar gegen FPÖ

Ein Priester im Ruhestand soll sich in einer Predigt in Mondsee mehrfach abfällig über FPÖ-Mitglieder geäußert haben.

Entgleisungen am Altar: Priester hetzte offenbar gegen FPÖ SN/sw, uhu
Die Basilika in Mondsee.

Das Generalvikariat der Diözese Linz hat schnell reagiert und den Priester mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Der Priester gehört zur Erzdiözese Salzburg. Er hat in Mondsee lediglich die Vertretung für Pfarrer Ernst Wageneder übernommen. Insider in Salzburg berichten, dass der Priester schon mehrfach wegen seiner deftigen Wortwahl aufgefallen sei.

Auslöser war ein Online-Bericht des "Wochenblick" vom 18. November.

"Blaue Brut" in der Predigt

Der Priester sprach in seiner Predigt unter anderem von einer "blauen Brut", "freiheitlichen Pharisäern" und warnte eindringlich vor der Wahl des BP-Kandidaten Norbert Hofer. Zudem soll er laut einem Augenzeugen sinngemäß gesagt haben: "Und um den Gründer der Blauen, welcher mit dem Auto tödlich verunglückt ist, der Haider, ist nicht schade. Da hat sich Österreich viel erspart."

Der Priester ging 2008 als Pfarrer von Breitenbach am Inn (Erzdiözese Salzburg, Tiroler Teil) in Pension. Seither übernahm er immer wieder Aushilfen in Pfarren und soll immer wieder Themen wie Naturschutz, Bauernsterben oder Raffgier direkt und meist humorvoll angesprochen haben. Ihm drohen nun Anzeige und Prozess. Eine Anzeige wegen Verhetzung sei bereits eingebracht worden.

"Kirche mischt sich nicht in Politik ein"

Am Freitagnachmittag gab Erzbischof Franz Lackner eine Stellungnahme ab: "Die österreichische Bischofskonferenz hat in einer Selbstverpflichtung erklärt, kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, hauptamtliche wie ehrenamtliche, dürfen sich in ihrer Funktion nicht in tages- und parteipolitische Diskussionen einmischen". Die Predigt diene in erster Linie der Verkündigung des Evangeliums und der Prinzipien des menschlichen und gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Im Übrigen sei im Kontext demokratischer Vorgänge, im Besonderen bei Wahlen, die bedachtsame Wortwahl dringlich anzuraten. Dies gelte für jeglichen politischen Diskurs (und wahlkämpfende Parteien). "Deshalb bedauere ich auch die entgleisende Ausdrucksweise des Pfarrers."

Gratisblatt gehört Ex-FPÖ-Gemeinderat

Die Medieninhaber von "wochenblick.at" ist laut Impressum die Medien24 GmbH mit Sitz in Brunnenthal in Oberösterreich. Diese Firma gehört über die Emotion Media GmbH laut "FirmenCompass" zur Gänze dem Unternehmensberater Norbert Geroldinger. Dieser war Medienberichten zufolge früher FPÖ-Gemeinderat und blauer Parteiobmann in Brunnenthal.

Der Chefredakteur von "Wochenblick" Kurt Guggenbichler hatte in der Vergangenheit eine FPÖ-Nähe in Abrede gestellt. Gesellschafter seien Unternehmer, die sich im Hintergrund halten wollen, so Guggenbichler. Unter den Redakteuren finden sich allerdings ehemalige und aktive Funktionäre des Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ), der blauen Parteijugend. Ein weiterer Redakteur ist Walter Höferl, der laut "profil" 2012 für die FPÖ Krems kandidierte. Höferls Sohn Alexander ist Leiter von FPÖ-TV, des freiheitlichen Kommunikationsbüros und Chefredakteur des rechten Blogs "unzensuriert.at". Der Presserat hat erst kürzlich das Online-Portal "wochenblick.at" verurteilt, weil es ihm zufolge Vorurteile gegen Flüchtlinge schürte. Es habe Ende August ein dunkelhäutigen Badegast in Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen auf Kinder in Schwimmbädern gebracht, ohne dass es dafür irgendwelche Anhaltspunkte gegeben habe.

Quelle: SN

Aufgerufen am 17.11.2018 um 03:30 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/entgleisungen-am-altar-priester-hetzte-offenbar-gegen-fpoe-874378

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