Politik

Gishild Schaufler ist Salzburgs neue Landesumweltanwältin

Die Entscheidung ist gefallen: Nach 20 Jahren an der Spitze muss Wolfgang Wiener eine Reihe zurücktreten. Neue Chefin der Landesumweltanwaltschaft wird seine Mitarbeiterin, Gishild Schaufler.

Es war die mit Spannung erwartete Entscheidung, die die Salzburger Landesregierung am Donnerstagvormittag getroffen hat. Nach wochenlangen Diskussionen im Vorfeld wurde die Spitze der Landesumweltanwaltschaft neu besetzt. Gishild Schaufler, bisher Mitarbeiterin der LUA, wird neue Landesumweltanwältin. Damit ist Wolfgang Wiener nach 20 Jahren an der Spitze abgelöst.

Um den Posten war ein zähes Ringen entstanden. Das Land hat die Stelle im Vorjahr öffentlich ausgeschrieben, nachdem Wieners Fünf-Jahres-Vertrag ausgelaufen ist und sowohl die Grünen als auch die ÖVP eine Verlängerung des Vertrages ohne Ausschreibung nicht mehr wollten.

Zehn Kandidaten hatten sich beworben, sechs wurden zum Hearing geladen. Auf ausdrücklichen Wunsch der Politik sollte die Hearingkommission drei Kandidaten auswählen, aber keine Reihung und damit keine Nummer eins vorgeben. Der Vorschlag mit drei Kandidaten setzte sich aus Wolfgang Wiener, seiner Mitarbeiterin Gishild Schaufler und Günter Jaritz, Mitarbeiter der Naturschutzabteilung und Biobauer zusammen.

Die Grünen wollten mit Schaufler erstmals eine Frau an der Spitze der LUA. Auch die Neos sprachen sich bei gleicher Qualifikation im Sinne des Frauenförderplans für Schaufler aus. Die ÖVP legte sich auf Günter Jaritz fest.

Nun ist klar: Die 41-jährige Schaufler wird neue Umweltanwältin. Schaufler ist Juristin und Biologin und seit Ende 2013 in der Landesumweltanwaltschaft beschäftigt mit den Schwerpunkten Natur- und Artenschutz, EU-Recht, Licht, Gewässer, Stickstoff. Nach ihrem Jus-Diplomstudium fügte sie ein Masterstudium in Umwelt- und Bioressourcenmanagement an der BoKu in Wien an, das sie 2007 abschloss. Danach folgte das Doktoratsstudium in Biologie in Salzburg (Promotion 2016). Die zweifache Mutter lebt in Elsbethen.

Wolfgang Wiener wird weiterhin Teil der Umweltanwaltschaft sein. Er bleibt Mitarbeiter - und hat jetzt eine neue Chefin.

Eberhard Stüber war Salzburgs erster Umweltanwalt. Er übergab 1998 an Wolfgang Wiener.  SN/christian sprenger
Eberhard Stüber war Salzburgs erster Umweltanwalt. Er übergab 1998 an Wolfgang Wiener.

Haslauer senior rief LUA 1985 ins Leben

Die Landesumweltanwaltschaft - damals noch Landesanwaltschaft für Ökologie und Landschaftsschutz genannt - wurde 1985 ins Leben gerufen. Sie ging auf eine Initiative des damaligen Landeshauptmannes Wilfried Haslauer senior zurück. Er wollte eine Art Besetzung der Hainburger Au, wie es sie Ende 1984 in Niederösterreich gegeben hat, in Salzburg verhindern. Die Landesumweltanwaltschaft ist weisungsfrei. Sie verfügt heute über ein Budget von rund 360.000 Euro. Rund 95 Prozent davon sind für Personalkosten (drei Mitarbeiter ganztags plus eine Sekretärin) budgetiert.

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