Politik

Haslauer tauscht überraschend Spitze des Landesschulrats aus

Der bisherige Landesschulratspräsident Johannes Plötzeneder nimmt den Hut - offenbar unfreiwillig. Für die Nachfolge gibt es nur einen Bewerber.

Ein Bild aus besseren Tagen: Haslauer und Plötzeneder. SN/robert ratzer
Ein Bild aus besseren Tagen: Haslauer und Plötzeneder.

Im Salzburger Landesschulrat bleibt kein Stein auf dem anderen. Und auch der Chef nimmt den Hut.

Der bisherige amtsführende Landesschulratspräsident Johannes Plötzeneder hat seine Bewerbung für die Funktion des neuen Bildungsdirektors laut SN-Informationen zurückgezogen. Plötzeneder war seit Jahresbeginn interimistisch Bildungsdirektor, nachdem diese Schulreform im Vorjahr vom Bund beschlossen worden war.

Die Stelle war kurz vor der Wahl öffentlich ausgeschrieben worden und ist auf fünf Jahre befristet. Die Bewerbungsfrist lief bis 3. Mai. Wobei die zentrale Rolle bei dieser Personalie der Landeshauptmann einnimmt. Er hat gegenüber dem Bildungsminister das Vorschlagsrecht, wer Bildungsdirektor in seinem Bundesland werden soll. Bislang galt Plötzeneder als Favorit für die Stelle, zumal er als ÖVP-Mann gilt und sogar Haslauers Wahlparty am 22. April im Sternbräu beiwohnte.

Der Kreis der Bewerber ist nun auf eine Person geschrumpft. Denn für Plötzeneders Nachfolge gibt es nur mehr einen Kandidaten - Landesschulinspektor Rudolf Mair. Das Hearing mit Mair ist für heute, Freitag, im Bildungsministerium geplant.

Plötzeneder solle nach einem Konflikt mit Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) keine Chance mehr gesehen und seine Bewerbung zurückgezogen haben, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Haslauer habe demnach Plötzeneder mangelnde Solidarität vorgeworfen, in der Frage des Autonomiepakets für die Schulen soll es Differenzen gegeben haben. Aber auch insgesamt sei Haslauer "völlig unzufrieden" mit Plötzeneders Arbeit gewesen, hört man aus dem Umfeld.

Aus dem Büro des Landeshauptmanns heißt es dazu, von einem Konflikt könne man nicht sprechen. Plötzeneder habe selbst entschieden, sich nicht mehr zu bewerben. Es gebe "keinen politischen Einfluss" auf die Entscheidung für einen neuen Bildungsdirektor.

Landeshauptmann Wilfried Haslauer stellt in der Schulverwaltung die Weichen neu. SN/susanna berger
Landeshauptmann Wilfried Haslauer stellt in der Schulverwaltung die Weichen neu.

Ursprünglich soll es fünf Bewerber gegeben haben - drei haben offenbar die Voraussetzungen nicht erfüllt. Plötzeneder war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Seine Funktion an der Spitze des Landesschulrats soll mit dem Tag der Angelobung des neuen Landtags (13. Juni) enden.

Der 55-jährige Rudolf Mair war Lehrergewerkschafter, bevor er vor zehn Jahren zum Landesschulinspektor für Sonderpädagogik berufen wurde. Ein Universitätsstudium hat er nicht abgeschlossen - das ist aber auch nicht zwingende Voraussetzung. "Die Expertise, die ich mitbringe, kann ich schon herzeigen", sagt Mair. "Es ist eine hochinteressante Aufgabe. Daher habe ich mich beworben." Dass es nur einen Bewerber für diese Spitzenfunktion gibt, fällt auf. Üblicherweise würden sich fünf bis sieben Kandidaten bewerben, so die Auskunft aus dem Bildungsministerium.

Auch Landesschulratsdirektor Andreas Mazzucco wird künftig nicht mehr der oberste Jurist der Schulaufsicht sein. Für den Posten des Präsidialvorstands der Bildungsdirektion hat sich Mazzucco nicht beworben. Für diese Funktion gibt es einen Bewerber und eine Bewerberin. Auch ein pädagogischer Leiter wird gesucht. Die Bildungsdirektion wird ab Jänner 2019 den Landesschulrat ersetzen. Dort laufen dann sowohl die Schulverwaltung als auch die Schulaufsicht zusammen - und zwar für 9000 Lehrerinnen und Lehrer der Salzburger Landes- und Bundesschulen.

Aufgerufen am 27.09.2022 um 03:42 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/haslauer-tauscht-ueberraschend-spitze-des-landesschulrats-aus-28063147

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