Politik

Mönchsberggarage: Gutachten soll Ausbau zu Fall bringen

Die Bürgerinitiative will heute die Erweiterung der Mönchsberggarage in letzter Sekunde stoppen. Die Parkgaragengesellschaft ist gewappnet.

Die Mönchsberggarage soll um 656 Stellplätze im Berg erweitert werden. Das Projekt wurde 2012 vorgestellt, ist aber bis dato nicht umgesetzt. Seit zweieinhalb Jahren kämpft eine Bürgerinitiative gegen die Erweiterung der Garage im Berg.

Da der Baustollen der geplanten Garagenerweiterung beim Krauthügel im Nonntal aus dem Berg treten soll, hat diese Bürgerinitiative mit Georg Spaun (79) einen emeritierten Professor und Geologen mit einem Gutachten beauftragt. Dieses 24 Seiten lange Gutachten wird heute, Mittwoch, am Fuße des Festungsberges im Nonntal vorgestellt.

Spaun untersucht darin historische und aktuelle Dokumente zum Stiftsarm und seinen Stollen im Bereich des Krauthügels und Mönchsbergs, ebenso wie den Zustand der alten Lodron'schen Stadtmauer. Seine Konklusio: Die geologischen Verhältnisse im Bereich der alten Stadtmauer und die Überquerung der beiden mittelalterlichen Stollen seien bis jetzt nur mit einer einzigen Bohrung untersucht worden. Diese Bohrung habe gezeigt, dass der Mönchsberg ein im Tunnelbau schwer zu beherrschendes Gebirge sei. Es gebe daher ein erhebliches Risiko für diese alten Bauwerke. Denn Erschütterungen beim Bau des Zufahrtstunnels seien im stark zerklüfteten Konglomeratgestein unvermeidlich.

Die Bürgerinitiative hat das Gutachten bereits dem Bundesdenkmalamt übergeben. Für die Aktivisten der Bürgerinitiative ist "Gefahr in Verzug", setze die Parkgaragengesellschaft und die Politik die Erweiterung der Garage um. Der historische Almkanal und die Lodron'sche Stadtmauer seien einsturzgefährdet, und damit praktisch das Weltkulturerbe gefährdet.

Wer das Gutachten bezahlt habe? "Private Sponsoren", sagt Roswitha Müller, Sprecherin der Initiative. Unter den Sponsoren seien weder Politiker noch Unternehmen, bekräftigt sie.

Die Parkgaragengesellschaft hat auf die Ankündigung zur Vorstellung des Gutachtens bereits reagiert. Mit den geologischen Erkundungen sei seit 2013 die Firma Geoconsult betraut. Diese habe umfangreiche Bohrungen durchgeführt. Die Bohrkerne würden zur Einsicht aufliegen, seien von Professor Spaun aber nicht begutachtet worden, heißt es. Giorgio Höfer-Öllinger von Geoconsult sagt: "Bei einem Baustollen mit einem derart kleinen Querschnitt von 30 Quadratmetern braucht es eigentlich keine Vorerkundungen mit der aktuellen Tunnelbauweise. Weil es aber Bedenken gegeben hat, haben wir ein umfassendes Beweissicherungsprogramm gemacht, das geht bis zum Messen der Stollenluft und -temperatur und dem Feuchtigkeitsgehalt der Grundmoräne. Das Gebirge ist stark zerlegt in diesem Bereich, aber es ist deswegen kein Problem."

Was den Bau des Stollens betreffe, so verwende man eine Teilschnittfräse und verzichte auf Sprengungen. Das sei zwar langsamer, aber sicherer, sagt Höfer-Öllinger. "Wir erwarten überhaupt keine Erschütterungen. Sollte es dennoch Vibrationen geben, wird ein Messgerät Alarm schlagen." Der Almkanal sei nicht gefährdet.

Quelle: SN

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