Politik

Neue Teststrategie in Salzburg: Rotkreuz-Teststraßen laufen aus

Das Land Salzburg stellte am Mittwoch seine neue Teststrategie vor. Wichtiger Partner sind künftig die Apotheken.

Rot-Kreuz-Teststraßen, wie jene, die im Messezentrum betrieben wurde, wird es ab dem 1. April keine mehr geben. Künftig konzentriert man sich auf die behördlichen Drive-Ins. SN/robert ratzer
Rot-Kreuz-Teststraßen, wie jene, die im Messezentrum betrieben wurde, wird es ab dem 1. April keine mehr geben. Künftig konzentriert man sich auf die behördlichen Drive-Ins.

Mit einem großen Einwand stellte Salzburgs Coronamanager Peter Schinnerl am Mittwoch die neue Strategie des Landes rund um Coronatests vor: Denn eigentlich, sagt Schinnerl, seien Tests erst die letzte Säule in der Pandemiebekämpfung. "Die relevanteste Säule ist die Impfung", sagt Schinnerl. Davor kämen auch noch das Tragen von Masken und Abstandhalten, die Absonderung infizierter Personen und die seit Kurzem auch erhältlichen Coronamedikamente.

Da es aber auch künftig vor allem vor Treffen mit großen Gruppen oder vulnerablen Personen wichtig sei, seinen Status zu kennen, werde es auch weiterhin ein kostenloses Testangebot geben, sagt Schinnerl. Dabei halte man sich an die Vorgaben des Bundes, die man vor zwei Wochen bekommen habe. Wenn auch, wie Schinnerl kritisch anmerkt, die finale "Screeningverordnung" bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht da war. "Wir stellen das neue System ab 1. April ohne Verzug sicher, auch wenn uns der Bund hängen lässt."

Rauchs Zeichen... SN/karikatur: thomas wizany
Rauchs Zeichen...


1. Rotes Kreuz konzentriert sich auf behördliche Tests

Wesentliche Neuerung in Salzburg ist das Auslaufen der Teststraßen des Roten Kreuzes für überwachte Gurgeltests in Salzburg. Man habe bereits in der Vergangenheit gesagt, dass Impfungen und Coronatests nicht die Kernaufgabe des Roten Kreuzes seien, sagt Landesrettungskommandant Anton Holzer. Für diese Aufgaben hatte man zuletzt im Schnitt zusätzlich 230 Mitarbeiter in Salzburg eingestellt. Diese personelle Herausforderung werde nun auch durch die Flüchtlingssituation verstärkt.

Ab dem 1. April wird das Rote Kreuz nur noch die Drive-in-Stationen für die behördlichen Tests betreiben. "Das sehen wir auch als unsere Kompetenz, weil man für die Abstriche auch qualifiziertes Personal benötigt." Auch in diesem Bereich seien immerhin 90 Rotkreuz-Mitarbeiter tätig.

2. PCR-Tests in den Apotheken

Rund 70 der 94 Salzburger Apotheken nahmen zuletzt PCR-Tests ab und werden dies auch weiterhin machen. Künftig gilt auch hier, dass nur noch fünf PCR-Tests pro Monat durchgeführt werden dürfen. Ausnahmen gibt es für Besucher von Seniorenwohnheimen und Krankenhäusern: Wer glaubhaft machen kann, dass er einen PCR-Test für den Besuch einer solchen Einrichtung benötigt, kann noch zusätzliche PCR-Tests über die Apotheken durchführen lassen. Wer darüber hinaus mehr Tests benötigt, muss diese selbst zahlen: PCR-Tests, die direkt in Apotheken ausgewertet werden, kosten 50 bis 55 Euro, bei Ärzten oder privaten Laboren zahlt man zwischen 40 und 90 Euro.

Auch die fünf Gratis-Antigen-Schnelltests, die jedem pro Monat zustehen, können ab 9. April über die Apotheken bezogen werden.

3. Supermarkttests mit kleinen Änderungen

Die Gurgeltests für zu Hause, die über die Supermärkte bezogen werden können, laufen ebenfalls wie bisher weiter - mit derselben Einschränkung wie bei den Apotheken: Nur mehr fünf Tests können pro Person und Monat abgegeben werden. Künftig werde auf der Website die Anzahl der noch möglichen Tests angezeigt, sagt Daniel Wallerstorfer, Geschäftsführer des Partnerlabors des Landes. Ab April könne man sich auch erst neue Tests abholen, wenn bereits eine gewisse Anzahl an Tests abgegeben worden sei, sagt Wallerstorfer. "Das soll das Horten verhindern."

4. Tests in Ordinationen: Ärzte beklagen Ungewissheit

Die niedergelassenen Ärzte spielen bei der Teststrategie des Landes keine Rolle. Getestet wurde in Ordinationen dennoch: Bei symptomatischen Patienten oder bei Personen, bei denen aus anderen Gründen Verdacht auf eine Coronainfektion bestand. Diese Tests wurden bisher auch von der Sozialversicherung bzw. dem Bund übernommen.

Ob dies auch nach dem 1. April noch so sein wird, ist laut Christoph Fürthauer, Kuriensprecher der niedergelassenen Mediziner der Salzburger Ärztekammer, aber noch offen. Auch die Ärzte warten auf eine Verordnung des Bundes. "Sonst müssen wir die Tests ab 1. April den Patienten verrechnen." Fürthauer zeigt sich verärgert, dass man nach zwei Jahren Pandemie immer noch so lange auf Verordnungen warten müsse - obwohl man bereits vor zwei Wochen einen Vorschlag an das Ministerium geschickt habe. "Jetzt reicht es uns", sagt Fürthauer.

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