Politik

Öffis in Salzburg: Viele Neuerungen ab 10. Dezember

Durch den Fahrplanwechsel wird ab 10. Dezember im Bus- und Bahn-Nahverkehr einiges anders: Auf der S 2 im Flachgau gibt es einen 20-Minuten-Takt; erstmals werden neue Cityjet-Garnituren eingesetzt. Auf drei Regionalbuslinien gibt es einen Halbstundentakt; einige fahren erstmals über die Autobahn. Und: Das neue Seniorenjahresticket um 299 Euro startet.

Am Sonntag, dem 10. Dezember treten europaweit die aktualisierten Fahrpläne für Bus und Bahn in Kraft. In Salzburg bedeutet der Fahrplanwechsel vor allem eine Ausweitung der Angebote auf der Schiene. Im Flachgau werden neue Express-Busse in die Stadt eingeführt. Die Obuslinie 3 wird bis Salzburg Nord verlängert. Damit ergeben sich neue Umsteigemöglichkeiten vom Regionalbus in das städtische Obus-System.

Landesrat Mayr: "Größtes Öffi-Paket der letzten Jahre umgesetzt"

"Wir setzen mit Fahrplanwechsel das größte Maßnahmenpaket der letzten Jahre für noch mehr öffentlichen Verkehr um. Ab Fahrplanwechsel wird noch mehr in zusätzliche Bus- und Bahnverbindungen investiert", sagt Landesrat Hans Mayr (SBG). Drei Millionen Euro Landesgeld allein entfallen auf die Bestellung zusätzlicher Züge für die zweistündliche Verlängerung der S-Bahn S3 von Schwarzach-St. Veit nach Saalfelden ("S-Bahn Pinzgau") sowie für zusätzliche Züge am Nordostast zwischen Salzburg und Straßwalchen (S2) und deren Verlängerung auf den Westast bis Freilassing. Zusätzliche Mittel werden auch für den Ausbau der Taktfahrpläne im Zentralraum investiert, insbesondere auf den Buskorridoren Mattsee-Salzburg (Linie 120), Straßwalchen-Salzburg (Linie 130), Mondsee-Salzburg (Linie 140) und Bad Ischl-Salzburg (Linie 150). Im Lungau kommt es ebenfalls zu einer deutlichen Ausweitung des Busangebotes. In Summe investiere das Land im nächsten Jahr 5,6 Millionen Euro zusätztlich in die Öffis, betont Mayr.

Land erhöht Leistungsbestellung bei ÖBB auf 660.000 Zugkilometer

Im Schienennahverkehr werden 260.000 zusätzliche Zug-Kilometer bestellt: Allein am Nordostast zwischen Salzburg und Straßwalchen werden zusätzliche Züge - in Summe also 140.000 Zug-Kilometer - für mehr Direktverbindungen in die Stadt sorgen. "Ab Fahrplanwechsel werden pro Stunde drei statt bisher zwei Nahverkehrszüge den Nordostast bedienen", erläutert Mayr. Durch die Fertigstellung des dritten Bahngleises über die Saalach können die Züge der S2 nun auch direkt über den Westast bis Freilassing geführt werden. Die S-Bahn Haltestellen Mülln-Altstadt, Aiglhof, Taxham-Europark und Liefering werden so aus dem Flachgau direkt und ohne Umsteigen am Hauptbahnhof erreicht. Im Frühverkehr kommt mit Abfahrt um 6:32 Uhr in Straßwalchen und Ankunft um 6:56 Uhr in Salzburg Hbf. eine sehr attraktive zusätzliche Pendlerverbindung aus dem Flachgau hinzu.

S3-Verlängerung vom Schwarzach-St. Veit bis Saalfelden

Im Pinzgau werden die Züge der S3 zweistündlich von Schwarzach-St. Veit bis Saalfelden verlängert. Die Züge bleiben in allen Haltestellen stehen. Eine Untersuchung im Vorjahr hatte ergeben, dass das nun umgesetzte Konzept S3-Verlängerung einer Binnen-S-Bahn zwischen Bruck-Fusch und Saalfelden vorzuziehen ist. Gemeinsam mit den Regionalexpresszüge zwischen Schwarzach-St.Veit und Wörgl verkehren ab dem Fahrplanwechsel zwischen den regionalen Pinzgauer Zentren Zell am See und Saalfelden somit an Werktagen je Richtung drei Nah- und Regionalverkehrszüge innerhalb von zwei Stunden. In den Hauptverkehrszeiten wird diese Zuganzahl sogar auf vier Züge in zwei Stunden, also einem Halbstundentakt, ausgeweitet.

In Summe bestellt das Land 660.000 Zug-Kilometer im Jahr bei ÖBB

Mit neuem Fahrplan 2017/18 werden 120.000 Zug-Kilometer für die S3-Verlängerung bei den ÖBB bestellt. Im Dezember 2016 gab es mit einer Bestellung von 40.000 Zug-Kilometern für die Stufe 1 der S3-Verlängerung im Pinzgau bereits einen Vorgriff. "Bis 2016 machte die Landesbestellung für den Schienennahverkehr 360.000 Zug-Kilometer pro Jahr aus. Ab Fahrplanwechsel werden es 660.000 Zug-Kilometer pro Jahr sein. Die direkte Landesbestellung der Schienenleistung am ÖBB-Netz hat sich damit beinahe verdoppelt", erklärte Landesrat Hans Mayr. Ergänzend zur Bestellungsausweitung des Landes bei der S-Bahn im Pinzgau bestellt der Bund die Verlängerung einer Regionalexpress-Verbindung von Saalfelden am Steinernen Meer nach Wörgl und retour an Wochenenden.

Der ÖBB Cityjet kommt nach Salzburg

Ab dem Fahrplanwechsel werden in Salzburg zunächst zwei neue Nahverkehrszugsgarnituren vom Typ ÖBB Cityjet unterwegs sein und für ein neues Fahrgefühl im Nahverkehr sorgen: Denn diese modernen Fahrzeuge bieten den Pendlern verstellbare Komfortsitze, Steckdosen, ein Fahrgastinformationssystem, Niederflur-Einstiege, Klimaanlage, LED-Beleuchtung, Steckdosen und Leselampen. Die beiden Fahrzeuge werden vorerst auf der S2 zwischen Freilassing und Straßwalchen zum Einsatz kommen. Im Frühjahr wird diese Flotte dann um vier weitere Fahrzeuge auf insgesamt sechs ÖBB Cityjets erweitert. Ab diesem Zeitpunkt werden auch die Kunden im Pongau und Pinzgau von den Komfortzügen profitieren.

Bahnhof Neumarkt-Köstendorf wird zum InterCity-Bahnknoten aufgewertet

Der Bahnhof Neumarkt-Köstendorf wird zum überregionalen Fernverkehrsknoten aufgewertet. Künftig bleiben auch die Railjet-Intercity Züge der ÖBB stehen. Damit ergeben sich zusätzliche schnelle Direktverbindungen von und nach Salzburg. Ziele östlich von Salzburg wie Vöcklabruck, Wels, Linz oder Wien sind künftig vom Flachgau aus schneller und direkt erreichbar. Christian Spanner, Regionalmanager der ÖBB-Personenverkehr AG, sagt: "Die REX-Züge aus Braunau sind mit einer idealen Umsteigezeit von fünf Minuten stündlich an die Abfahrtzeiten des Fernverkehrs Richtung Linz und Wien angeknüpft."

Mit dem MEX-Bus über die Autobahn direkt in die Mitte der Stadt

Der Salzburger Verkehrsverbund weitet gemeinsam mit Gemeinden und dem Öffi-Verband Flachgautakt II das Busangebot aus. Zusätzlich zu den bestehenden Buslinien werden die drei MEX-Linien MEX 120, MEX 130 und MEX 140 eingeführt. MEX steht für "Mitte Express" - die Busse werden über die Westautobahn geführt und fahren die Stadt über die Abfahrt Salzburg Mitte an. MEX 120 fährt in Salzburg Nord auf die A1 auf, MEX 130 in Eugendorf und MEX 140 in Mondsee.

"Über die neue Linienführung werden die Fahrziele in Lehen, wie die Christian-Doppler-Klinik, die Messe oder die Schulen der Herz-Jesu-Missionare, das Christian-Doppler-Gymnasium und die Handelsakademien bei der Lehener Brücke, rasch, direkt und umsteigefrei erreicht", erklärte Allegra Frommer, Geschäftsführerin der Salzburger Verkehrsverbund GmbH. Auch nach Liefering ergeben sich deutlich attraktivere Fahrzeiten als bisher.

Taktverkehre auf Buskorridoren im Zentralraum werden immer dichter

Das Konzept der Taktfahrpläne auf den Buskorridoren im Flachgau werde weiter konsequent umgesetzt, wurde bei der Pressekonferenz am Donnerstag betont: Die Linie 150 wird künftig wochentags im Halbstundentakt zwischen Salzburg und St. Gilgen und im Stundentakt zwischen Salzburg und Bad Ischl geführt. Am Wochenende gibt es ebenfalls eine Angebotserweiterung. Der Halbstundentakt wird auch auf den Buslinien 120 (Mattsee - Salzburg) und 130 (Straßwalchen - Salzburg) umgesetzt. Die Linie 132 (Berndorf - Neumarkt) wird künftig im Stundentakt geführt.

Lungau: 100.000 zusätzliche Bus-Kilometer bestellt

Neues bei den Öffis gibt es auch aus dem Lungau: Heuer erfolgte die Ausschreibung der gesamten Busleistungen im Lungau durch den Verkehrsverbund. Das bisherige Angebot wird um rund 100.000 zusätzliche Bus-Kilometer erweitert. Künftig gibt es einen Zwei-Stunden-Takt der Buslinie 280 von Tamsweg über Obertauern nach Radstadt. Der Direktbus 270 von Salzburg nach Tamsweg über die Tauernautobahn mit Abfahrt 15.18 Uhr wird künftig ganzjährig angeboten.

Die Obuslinien 4 und 8 tauschen einen Teil der Linienführung

Beim Obus in der Landeshauptstadt kommt es zu Linienanpassungen: "Die Obuslinien 4 und 8 tauschen zwischen der Esshaverstraße und dem Ferdinand-Hanusch-Platz die Streckenführung. Damit erreicht man einerseits von der Messe schnellstmöglich die Altstadt, andererseits kann die Linie 4 beschleunigt werden", erklärte Peter Brandl, Bereichsleiter Verkehr bei der Salzburg AG.

Obuslinie 8 künftig täglich zum Messezentrum

Die Obuslinie 8 wird künftig auch an Sonn- und Feiertagen und Schultagen immer bis zum Messezentrum geführt. Damit können die Nutzer der Park-&-Ride-Anlage Messe noch regelmäßiger und komfortabler in die Altstadt gelangen. Und der Bereich der Bessarabierstraße erhält eine direkte Verbindung zum Hauptbahnhof.

Obuslinie 3 wird bis Salzburg Nord verlängert

Die Obuslinie 3 wird bis zum Verkehrsknoten Salzburg Nord verlängert. Dort besteht eine Umsteigemöglichkeit zu den Regionalbuslinien von/nach Richtung Mattsee/Obertrum/Elixhausen. Die Obuslinie 5 wird an Schultagen zur Hauptverkehrszeit wieder bis Itzling/Pflanzmann geführt, was Schülerinnen und Schülern der HTL ein Umsteigen am Hauptbahnhof erspart.


"Lepibus" auch für die Badesaison 2018 gesichert

Für Badefreunde kann schon eine Vorschau auf die nächste Badesaison gegeben werden: Die Linie 23 wird auch 2018 von 1. Mai bis 9. September bis zum Freibad Leopoldskron verlängert und bedient zusätzlich die Haltestellen Schloß Leopoldskron und Karl-Höller-Straße.

Einführung der Seniorennetzkarte "Edelweiß-Ticket"

Und: Ab 10.12.2017 hat die neue Seniorennetzkarte "Edelweiß-Ticket" Gültigkeit. Der Vorverkauf läuft bereits knappe zwei Monate. Bisher wurden bereits 1.500 Stück verkauft. Das Ticket kostet 299 Euro im Jahr und gilt in allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Stadt und Land Salzburg.


Quelle: SN

Aufgerufen am 11.12.2018 um 01:08 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/oeffis-in-salzburg-viele-neuerungen-ab-10-dezember-21144031

Kommentare

Schlagzeilen