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Corona: Infektionen in Salzburg stark rückläufig - Greil für weitere Impfschritte

Der Abwärtstrend bei den Coronainfektionszahlen in Salzburg hält an, auch in den Spitälern ist aktuell eine rückläufige Tendenz bei den Covid-Belegszahlen zu sehen. Dennoch spricht sich der Salzburger Infektiologe Richard Greil für mehr Tempo bei Dritt- bzw. sogar Viertimpfungen aus. Der Grund dafür heißt Omikron.

Gekommen, um zu bleiben Ö SN/christian Sprenger
Gekommen, um zu bleiben Ö

Die aktuellen Corona-Eckdaten mit Stand 8.30 Uhr zeigen 364 Neuinfektionen von gestern auf heute, die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 525. Die Zahl der im Spital behandelten Personen sinkt auf 208. Davon werden 34 auf Intensivstationen betreut.

"Der Rückgang der Infektionen ist nach wie vor sehr stark, auch in den Spitälern sehen wir erfreulicherweise die niedrigste Zahl an Coronapatienten seit fast drei Wochen", sagt Gernot Filipp, Leiter der Landesstatistik.

"Am 14. November lag der für das Infektionsgeschehen entscheidende Reproduktionswert noch bei 1,34. Vor zehn Tagen ist er erstmals unter 1 gefallen und bewegt sich aktuell bei 0,82. Die Auswirkungen der 2G-Regel, des nachfolgenden Lockdowns, aber auch der Auffrischungsimpfungen sind nun klar sichtbar", erklärt Filipp. Die Zahl aktiv Infizierter lag am Donnerstagmorgen in Salzburg bei 6875, vor knapp drei Wochen (21. November) waren es noch 17.076.

Salzburg bei Auffrischungen weiter vorn

Mit Stand Donnerstag, 9. Dezember, haben 177.035 Salzburgerinnen und Salzburger eine Auffrischungsimpfung erhalten, 12.867 in der laufenden Woche. Die Bedeutung der dritten Dosis betont Rainer Pusch, Impfkoordinator des Landes, auch im Zusammenhang mit der neuen Virusvariante Omikron: "Noch wissen wir nicht genau, wie gut die verfügbaren Impfstoffe gegen Omikron schützen. Erste Studien weisen jedoch darauf hin, dass sich der Schutz durch eine dritte Dosis erheblich verbessert." Die Durchimpfungsquote liegt in Salzburg insgesamt bei 64,6 Prozent. Eine Quote von 80 bis 85 Prozent gilt aus medizinischer Sicht als Ziel, um im Kampf gegen die Pandemie erfolgreich zu sein.

Greil sieht Ungleichgewicht bei Öffnungen

Der Salzburger Infektiologe Richard Greil hat sich unterdessen für eine zweistufige Vorgangsweise bei der Aufhebung des Lockdowns ausgesprochen. Außerdem mahnt er angesichts der sich ausbreitenden Omikron-Variante großes Tempo beim dritten oder vierten Stich ein. Denn derzeit sei die neue Variante wegen des Lockdowns noch nicht sehr verbreitet, außerdem seien die Schulen über die Weihnachtsferien geschlossen, sagte der Arzt im Ö1-"Mittagsjournal" am Donnerstag.

Nach der Öffnung des Handels sollte man sich um den 20. Dezember ansehen, ob die Zahl der Neuinfektionen "bei Aufrechterhaltung des Lockdowns für Ungeimpfte und bei Zunahme der Drittimpfungen" tatsächlich weiter nach unten gehe. Angesichts der hohen Zahlen sei es fundamental, sich die Option offenzuhalten, mit den nächsten Lockerungsschritten noch zu warten oder sogar die Zügel wieder enger anzuziehen. Mit diesem zweistufigen Vorgehen sende die Politik das klare Signal sowohl an die Gastronomie als auch an die Bevölkerung aus, dass weiterhin Vorsicht angebracht sei. Dass die westlichen Bundesländer mit deutlich höheren Infektionszahlen nun früher öffnen als der Osten, ist für Greil "medizinisch nicht nachvollziehbar".

Greil sagte, dass angesichts der Daten über die Omikron-Variante "im Hintergrund jetzt massiv begonnen werden muss, die dritte bzw. vierte Impfung zu beginnen. Ich glaube, ganz wichtig ist, dass sich die Österreichische Impfkommission der Rolle bewusst ist, die sie diesbezüglich hat. Wenn wir aus den ersten Experimenten hören, dass wir eine 40-fach reduzierte Neutralisierung haben bei einer Zweitimpfung allein, dann ist ganz wichtig, dass wir unter Umständen den Zeitabstand bei der dritten Impfung verkürzen müssen, der bei sechs Monaten gelegen ist, damit wir hier nicht in eine neue Welle laufen."

Die Daten aus Großbritannien und Südafrika würden dafür sprechen, dass die Omikron-Variante die Delta-Variante verdrängen könnte. "Und wir sind gerade noch in einer günstigen Situation durch den Lockdown-Effekt, sodass die Ausbreitung noch nicht so stark ist. Wir haben auch noch den Effekt, dass Kinder über Weihnachten nicht in den Schulen sind und weniger Gleichaltrige treffen. Aber wir müssen ganz klar sehen, dass man jetzt rasch andenken muss, die Planungen für die nächste Impfung durchzuführen", sagte der Mediziner.

Auf die Frage, ob er den Eindruck habe, dass die neue Bundesregierung in Coronafragen mehr auf Experten höre, meinte Greil, er habe den Eindruck, "dass jetzt schon sehr viel koordinierter, klarer umgegangen wird". Nun sei die Position klar, "dass wir eine medizinische Krise haben" und einer erfolgreichen Bekämpfung wieder eine zentrale Rolle zukomme.

Aufgerufen am 11.08.2022 um 04:18 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/statistik-corona-infektionen-in-salzburg-stark-ruecklaeufig-greil-fuer-weitere-impfschritte-113772823

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