Politik

Stolpersteine für acht NS-verfolgte Frauen vor dem Bezirksgericht Salzburg verlegt

Stolpersteine im Gedenken an acht von den Nationalsozialisten ermordete Menschen sind nun in Salzburg verlegt worden - und zwar vor dem Bezirksgericht auf dem Rudolfsplatz.

Das Gebäude des heutigen Bezirksgerichtes diente während der Nazizeit als Polizeigefängnis. Es war ein zentraler Ort des Terrors, mehr als 9000 Menschen waren dort inhaftiert und wurden von dort zur Zwangsarbeit oder Vernichtung in ein Konzentrationslager überstellt.

Die Gestapo Salzburg ließ zum Beispiel über 100 Frauen ausländischer Herkunft von Salzburg nach Ravensbrück deportieren, wie aus dem fragmentarisch überlieferten Haftbuch des Polizeigefängnisses der Stadt Salzburg hervorgeht.

Die Biografien von widerständigen Frauen konnte der Historiker Gert Kerschbaumer jüngst recherchieren, für acht in Ravensbrück, Plötzensee und Auschwitz ermordete Frauen verlegt das Personenkomitee Stolpersteine heuer Erinnerungssteine. Ihre Namen: Anna Ferfolja, Angela Fumeo, Josefa Köchl, Alida Miniussi, Anna Schneider, Franziska Tischler, Federica Verschleisser und Regine Verschleisser.

<<<Die Biografien der acht Frauen>>>

Seit 2007 werden jährlich Erinnerungssteine für Opfer der NS-Diktatur in der Stadt Salzburg verlegt, insgesamt werden damit 477 Stolpersteine auf öffentlichem Grund liegen. Stolpersteine sind 10 x 10 cm kubische Betonsteine mit individuellen Inschriften auf Messingplaketten, die niveaugleich auf öffentlichem Grund für Opfer des NS-Terrors angebracht werden.

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