SN-Bildungstalk

Lehre trotz Behinderung: "Die erste Barriere, die wir einreißen müssen, ist die gedankliche"

Welche Möglichkeiten gibt es für Lehrlinge mit Behinderungen? Wie sieht erfolgreiche Inklusion im Bildungsbereich aus? Und was können Unternehmen beitragen? Darüber diskutierte SN-Redakteurin Katharina Maier im SN-Bildungstalk mit Annette Sombekke (Sozialministerium), Manuel Uguet (Parkhotel Brunauer) und Silvia Jarosch Wiesinger (Verein Einstieg).

Für Menschen mit Behinderung ist es oft schwer, am regulären Arbeitsmarkt einen Job oder gar eine Ausbildung zu finden. Beim SN-Bildungstalk am 27. September wurden zwei Modelle vorgestellt, die jungen Menschen mit Unterstützungsbedarf die Möglichkeit bieten, eine Lehre zu absolvieren.

Verlängerte Lehre und Teilqualifizierung

Silvia Jarosch Wiesinger, die Leiterin der Berufsausbildungsassistenz beim Verein Einstieg, erklärte in der Sendung die beiden Möglichkeiten: Einerseits könnten junge Menschen mit Behinderung eine verlängerte Lehre absolvieren und andererseits stehe ihnen das Modell der Teilqualifizierung offen. "Das heißt, man lernt Teile aus einem Berufsbild. Welche Bereiche die Ausbildung umfasst, wird individuell ausgemacht", sagte Jarosch Wiesinger.

Für Annette Sombekke, Leiterin der Landesstelle des Sozialministeriumservice, ist die Inklusion von Menschen mit Behinderung ein zentrales Ziel, wie sie im Bildungstalk erläuterte: "Wir alle möchten ein Teil der Gesellschaft sein. Das ist ein Menschenrecht."

In der Sendung kam auch eine junge Frau zu Wort, die derzeit eine Lehre in Teilqualifizierung im Parkhotel Brunauer in der Stadt Salzburg absolviert: "Mein Job taugt mir voll", schilderte die 24-jährige Nicole Mayer in einem Clip, der sie bei der Arbeit zeigt.

"Am Ende des Tages wollen wir alle ein selbstbestimmtes Leben führen"

Ihr Chef Manuel Uguet war darüber naturgemäß erfreut: "Nicole wollte ursprünglich als Hilfskraft bei mir anfangen. Für mich war aber schnell klar, dass da noch mehr geht", erzählte der Geschäftsführer des Parkhotel Brunauer und appellierte an andere Unternehmen: "Ich glaube, die erste Barriere, die wir einreißen sollten, ist die gedankliche. Es spielt keine Rolle, welche Beeinträchtigung man hat oder nicht. Am Ende des Tages wollen wir alle ein glückliches und selbstbestimmtes Leben haben."

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