Politik

Stinkender Residenzplatz beschäftigt die Politik

Die Neugestaltung des Residenzplatzes ist abgeschlossen. Jetzt klagen Anrainer über intensiven Geruch. Schuld ist offenbar ein Bindemittel. Kritik kommt von den Neos.

Fröhliche Gesichter bei der Eröffnung. Seit Mai hat der Residenzplatz seinen neuen Belag.  SN/stadt salzburg
Fröhliche Gesichter bei der Eröffnung. Seit Mai hat der Residenzplatz seinen neuen Belag.

Spitzwegerichsamen sind derzeit das Gesprächsthema Nummer eins rund um den Salzburger Residenzplatz. Die feinen Körner wurden als Bindemittel für den Schotter benutzt. Nun klagen Besucher und Geschäftsleute, dass der neue Belag seit seiner Aufbringung im Mai immer wieder stinke. Baustadträtin Martina Berthold (Bürgerliste) bestätigt die Geruchsbildung: "In der Früh kann es sein, dass es einen Schwall gibt. Es wurde ein pflanzliches Bindemittel eingesetzt, das die ersten zwei bis drei Wochen einen Geruch entwickelt. Dann sollte sich das legen."

Der Einsatz dieses Mittels sei im Jahr 2015 mit der Neugestaltung des Platzes im Gemeinderat mehrheitlich beschlossen werden. Es sei auch klar, dass der Schotterbelag nach extremen Belastungen wieder neu verteilt werden müsse. "Bei der Präsentation war er sehr schön, dann kam der Regen und die Oldtimer, dann haben wir alles wieder neu verteilen müssen", sagt Berthold. Das sei mit den Mitarbeitern des Bauhofes auch so vereinbart worden. Auch nach Veranstaltungen wie dem Rupertikirtag oder dem Christkindlmarkt müsse man den Schotter neu verteilen. "Ein Mal im Jahr muss auch neuer Schotter aufgebracht werden."

Neos: "Warum kann man das nicht einfach pflastern?"

Kritik an dem neuen Belag kommt von Neos-Gemeinderat Lukas Rösslhuber. "Es stinkt wirklich bestialisch", sagt Rösslhuber, der zwischenzeitlich selbst als Baustadtrat für die Neugestaltung zuständig war. "Ich habe nur mehr die Durchführung geerbt, da war schon alles beschlossen. Es ist völlig unverständlich, dass einer der schönsten Plätze mit so einem Schotter befüllt wird. Warum kann man das nicht einfach pflastern? Das geht in jeder anderen Stadt der Welt auch." Er kritisiert zudem, dass es bei dem Platz kein Konzept für die Sitzgelegenheiten und für Fahrradabstellplätze gebe.

Ein anderer Belag als Schotter sei nicht zuletzt wegen der Vorgaben des Bundesdenkmalamtes nicht möglich, sagt Baustadträtin Martina Berthold. Sie sei zudem auch froh, dass nicht eine weitere Fläche in Salzburg versiegelt worden sei.

Quelle: SN

Aufgerufen am 19.06.2019 um 06:05 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/video-stinkender-residenzplatz-beschaeftigt-die-politik-71576893

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