Wirtschaft

Aus für Seilbahn-Megaprojekt in Flachau

Die Pläne für eine talüberquerende Bahn vom Grießenkar nach Zauchensee werden nicht mehr verfolgt. Die Verbindung zwischen Wagrain und Kleinarl muss warten.

Der Wagrainer G-Link wird die einzige Talüberquerung in der Region bleiben. SN/franz taferner
Der Wagrainer G-Link wird die einzige Talüberquerung in der Region bleiben.

"Ja, es stimmt. Dieses Projekt verfolgen wir nicht mehr." Das bestätigt Wolfgang Hettegger von Snow Space Salzburg. Die Pläne für eine Megabahn vom Flachauer Skiberg Grießenkar über das Tal und die Tauernautobahn hinweg bis zum Rosskopf in der Skiregion Zauchensee, die vor einem Jahr von den Flachauer Bergbahnen und der Skiliftgesellschaft Zauchensee präsentiert wurden, sind schubladisiert und werden nicht mehr betrieben.

Das ist eine unmittelbare Folge der neuen Eigentümerstruktur. Die Wagrainer haben, wie be richtet, inzwischen die Flachauer Bergbahnen "geschluckt". Weitaus größter Anteilseigner in der Skiregion St. Johann - Wagrain - Flachau ist damit Raiffeisen Salzburg. Und dort wurden mittlerweile Nägel mit Köpfen gemacht: Snow Space Salzburg wurde gegründet und völlig neue Ebenen wurden geschaffen. Zwar bleiben die bisherigen Vorstände in ihren Stammorten im Amt, die Agenden aber wurden klar aufgeteilt: Christoph Baumann (Wagrain) hat den gesamten kaufmännischen Bereich mit den Finanzen übernommen, Ernst Brandstätter (Flachau) ist für das Marketing der drei Bergbahnen zuständig.

Und für den Betrieb und Anlagenbau zeichnet Wolfgang Hettegger (St. Johann-Alpendorf) verantwortlich. Er hat neben dem Verzicht auf die Bahn Flachau-Zauchensee auch eine weitere weitreichende Entscheidung getroffen: Der Bau der Verbindungsbahn von Wagrain nach Kleinarl wird um ein Jahr auf 2019 verschoben. Hettegger sagt: "Wir müssen das Konzept adaptieren, weil wir sonst Gefahr laufen, in ein Chaos zu stürzen."

Dieser Aufschub kommt überraschend, weil fix vereinbart war, dass die Verbindung im Dezember 2018 in Betrieb gehen werde. In Kleinarl wurde dafür bereits die neue Bahn Lumberjack errichtet, die heuer starten wird und später beim Skifahreransturm aus Wagrain für Entlastung sorgen soll.

Ebendieser zu erwartende Ansturm aber hat in Wagrain zum Aufschub geführt. Wolfgang Hettegger: "Der zentrale Punkt ist die Anbindung der Bahn am Wagrainer Grießenkar, wo von allen Seiten 12.000 Skigäste zusammenkommen. Wir müssen verdammt aufpassen, dass wir dort keinen Flaschenhals und damit den Kollaps produzieren."

Die Verbindungsbahn nach Kleinarl, die von einer eigens gegründeten Gesellschaft der Bergbahnen in Wagrain und Kleinarl errichtet wird, komme aber verlässlich 2019, betont Wolfgang Hettegger. Die Bahn werde 24 Millionen Euro kosten. Gleichzeitig baut Wagrain die Flying Mozart neu, die dann bestmöglich mit dem G-Link verschränkt werden soll. Neu gebaut wird hingegen bereits 2018 am Grafenberg der Sonntagskogel II mit einer modernen 8er-Sesselbahn.

Bei einer Mitarbeiterveranstaltung in St. Johann erklärte Hettegger, dass Snow Space Salzburg von der "Bundesliga in die Champions League der Bergbahnen" aufsteigen wolle. Bis 2023 sind Pläne dafür konkretisiert. Das Investitionsvolumen beträgt mehr als 150 Millionen Euro.

Mit der Bahn nach Kleinarl ab 2019 scheint auch klar, wo irgendwann die Anknüpfung nach Zauchensee passieren wird: mit einer Bahn von der Talstation Family Shuttle in Flachauwinkl über die Autobahn in den Bereich Highliner/Burgstallhütte.

Quelle: SN

Aufgerufen am 16.10.2018 um 10:15 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/aus-fuer-seilbahn-megaprojekt-in-flachau-20728447

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