Wirtschaft

Der Boss im Skigebiet Mühlbach ist eine Frau

Die Hochkönig Bergbahnen blicken auf einen Rekordumsatz im letzten Winter zurück. Aktuell wird an der neuen Gabühel-Gondelbahn gearbeitet und für die kommende Skisaison ist man bereits bestens gerüstet.

Angela Haslinger (li.) ist seit zwei Jahren Geschäftsführerin der Hochkönig Bergbahnen. An der neuen 10er-Gondelbahn (re.) wird mit Hochdruck gearbeitet. SN/sw/bergbahnen mühlbach
Angela Haslinger (li.) ist seit zwei Jahren Geschäftsführerin der Hochkönig Bergbahnen. An der neuen 10er-Gondelbahn (re.) wird mit Hochdruck gearbeitet.

Angela Haslinger ist seit gut zwei Jahren Geschäftsführerin der Hochkönig Bergbahnen GmbH und seit 2012 im Unternehmen tätig.

Sie und Vroni Scheffer, die Geschäftsführerin der Zauchensee-Liftgesellschaft und Seilbahner-Sprecherin, sind die einzigen Frauen an der Spitze der ansonsten männerdominierten Seilbahn-Unternehmen in Salzburg. "Eine spannende und herausfordernde Aufgabe", betont Haslinger. "Es ist schön, ein so tolles Produkt wie Skifahren managen und verkaufen zu können", lächelt die gebürtige Saalfeldenerin, die Wirtschaft und Recht an der Fachhochschule in Innsbruck studiert hat.

"Viele sind von unserer Branche beeinflusst und direkt und indirekt davon abhängig. Die Bergbahnen sind ein Motor für unsere Tourismusorte." Für sie und ihr Führungsteam "aus zwei kompetenten und langjährig tätigen Prokuristen" in Mühlbach und Dienten gibt es daher auch zahlreiche Ansprechpartner, damit alles gut und reibungslos funktioniert. "Wir sind auf weit über 90 Prozent fremdem Grund unterwegs und allein diese Tatsache braucht das ständige Zusammenspiel mit Gemeinden und Eigentümern."

Aktuell wird im Skigebiet an der neuen 10er-Gondelbahn gearbeitet, die den letzten alten Gabühel Sessellift im Skigebiet zwischen Dienten und Maria Alm ersetzen soll. Das Investitionsvolumen ist groß, es werden samt neuen Speicherteich gut 13 Mio. Euro investiert: "Die Kapitalhöhe war nötig und es ist gewaltig, was da aufgestellt wurde. Der Rückhalt ist groß und wir bauen auf zwei Etappen. Es steht bereits die Talstation und großteils die Stützen und im nächsten Jahr sollte die Bergstation fertig sein."

Zusätzlich wird im Skigebiet auch laufend an der Qualität der Beschneiung, etwa entlang der Kings Cab gearbeitet: "Die Sanierung und die Beschneiungsverbesserung im Bereich des Speicherteiches Dachegg kommen auf etwa 1,5 Mio. Euro."

125 Pistenkilometer
und 33 Liftanlagen

Insgesamt stehen den Gästen in der Region Hochkönig 125 Pistenkilometer und 33 Liftanlagen zur Verfügung. "Wir sind auch stolz auf unseren Blue Tomato Kingspark. Dieser Funpark ist der längste Snowpark in Österreich und gehört zu den größten Europas", verweist die Geschäftsführerin auf ein weiteres Herzstück des Skigebietes, das vor allem jüngere Skifahrer anzieht.

Der Zuspruch zum Skigebiet ist steigend: "Wir hatten letzte Saison einen sensationellen Winter mit einem Rekordumsatz von über 13 Mio. Euro und an den stärksten Tagen bis zu 7000 Skifahrer, die in Mühlbach und Dienten in die Königstour einsteigen."

Darauf ausruhen könne man sich allerdings nicht, denn "wir sind mit den vielen Tagesgästen noch stärker von Schnee und Wetter abhängig als andere Skigebiete mit vielen Gästebetten."

"Noch macht uns das warme Wetter nicht nervös"

Im Skigebiet ist bereits alles für den Winterstart vorbereitet: "Wir hoffen natürlich auf einen guten Start mit viel Schnee. "

In der Wintersaison sichert das Skigebiet 125 und ganzjährig 90 Menschen einen Arbeitsplatz. Qualifizierte Mitarbeiter zu finden wird jedoch immer schwieriger und die Branche immer mehr zu einem Dienstleistungsunternehmen: "Wir kümmern uns von der Ankunft bis zu speziellen Events heute viel umfangreicher um den Gast. Früher waren zumeist nur Techniker an der Spitze der Unternehmen, doch die Herausforderungen, auch durch die Digitalisierung, werden immer umfassender", meint Haslinger. Sie setzt auf Teamarbeit: "Ich verfolge konsequent meine Linie. Natürlich brauchst du eine breite Schulter und ich wäre auch nie Geschäftsführerin geworden, wenn ich mich nicht von der Rollenbatterie bis zur LWL-Leitung für alles, auch für technische Belange, interessieren würde." Eine selbstverständliche Grundvoraussetzung, meint sie unaufgeregt: "Ich wäre ansonsten in dieser Branche auch nie in diese Position gekommen."

Aufgerufen am 18.10.2019 um 11:13 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/der-boss-im-skigebiet-muehlbach-ist-eine-frau-60994417

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